Terrormiliz "Islamischer Staat" Mutmaßlicher IS-Anschlagsplaner in Deutschland verhaftet

In Bayern hat die Polizei einen terrorverdächtigen Syrer festgenommen. Er soll erst für die islamistische Nusra-Front gekämpft und ab 2015 für den IS Anschläge in Europa vorbereitet haben.

Kämpfer der islamistischen Nusra-Front, bei Idlib (Archivbild)
REUTERS

Kämpfer der islamistischen Nusra-Front, bei Idlib (Archivbild)


In Bayern ist ein womöglich hochrangiges Mitglied der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) verhaftet worden: Der 31-jährige Syrer Zoher J. sei dringend verdächtig, im Auftrag des IS im August 2015 nach Deutschland gereist zu sein, um Terroranschläge in Europa zu organisieren. Auch soll J. mehrfach nach Griechenland gereist sein, um dort mögliche Attentäter zu rekrutieren.

Die Bundesanwaltschaft wirft dem Mann die Mitgliedschaften im IS und in der islamistischen Nusra-Front sowie einen Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz vor. Die Festnahme in Niederbayern erfolgte am Mittwoch durch Beamte der baden-württembergischen und der bayerischen Polizei, die Wohnung des Verdächtige wurde durchsucht.

Im syrischen Bürgerkrieg hatte J. laut Haftbefehl der Bundesanwaltschaft im Jahr 2011 einen Kampfverband der Nusra-Front (Jabhat al-Nusra) im Raum Aleppo angeführt. Seine Gruppe kämpfte demnach auch in den Städten Tabka und Rakka. Nachdem die Region an den IS fiel, soll sich J. dem Verband angeschlossen und für deren "Geheimdienst" spioniert haben.

In dieser Funktion sei er "spätestens Ende August 2015" nach Deutschland gekommen. Wiederholt sei er von dort aus nach Griechenland gereist, laut Haftbefehl "um dort in Flüchtlingslagern Mitglieder für Terrorzellen in Europa zu rekrutieren". Außerdem soll es J.s Auftrag gewesen sein, bereits "in Europa agierende Terrorzellen" zu koordinieren, um "noch nicht näher geplante Anschläge durchzuführen".

Bereits vor seiner Ausreise nach Deutschland soll Zoher J. dem ebenfalls Verfolgten Abdoulfatah A., der in Baden-Württemberg kurz vor Weihnachten 2016 festgenommen wurde, unter anderem einen mit Sprengstoff präparierten Gürtel sowie eine Handfeuerwaffe übergeben haben. Die Waffen habe A. in Auftrag von J. nach Aleppo transportieren sollen.

Der Beschuldigte wird noch am Mittwoch dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt, der über eine mögliche Untersuchungshaft entscheidet.

cht

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