"Islamischer Staat" Rückkehr von mehr als hundert Dschihadisten-Kindern erwartet

Deutsche Behörden rechnen laut einem Bericht damit, dass mehr als hundert Kinder von aus Deutschland ausgereisten IS-Anhängern zurückkehren könnten. Die Grünen fordern ein bundesweites Präventionsnetzwerk.

Ruinen im irakischen Mossul
AP

Ruinen im irakischen Mossul


Schon Mitte Oktober hatte das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) vor Kinder-Dschihadisten in Deutschland gewarnt: Die Kinder der zum "Islamischen Staat" (IS) ausgereisten Dschihadisten gelten als besonderes Sicherheitsrisiko, sagte Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen - und viele könnten bald zurückkehren.

Einem aktuellen Medienbericht zufolge geht die Bundesregierung davon aus, dass mehr als 100 Kinder von aus Deutschland ausgereisten IS-Anhängern in die Heimat zurückkehren könnten. Das geht aus einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor, die der "Welt" vorliegt. Demnach verfügt die Regierung "derzeit über Informationen, die eine niedrige dreistellige Anzahl von Minderjährigen erwarten lassen, wobei der Großteil im Baby- beziehungsweise Kleinkindalter sein dürfte".

Grünen-Innenexpertin Irene Mihalic kritisierte diese Angaben als unzureichend. Die Bundesregierung berufe sich auf vage Informationen, ohne sich selbst eine Faktenbasis zu schaffen. Dabei benötige man dringend fundierte Erkenntnisse, damit eine Wiedereingliederung in die Gesellschaft gelingen könne. Mihalic forderte ein bundesweites Präventionsnetzwerk. Radikalisierung müsse bekämpft werden, "bevor sie sich in konkreten Anschlägen entlädt".

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Nach den immensen Gebietsverlusten der Terrormiliz IS in Syrien und im Irak beobachten Verfassungsschützer mit Sorge die Rückkehr von Frauen und Kindern dortiger Kämpfer. Eine große Rückreisewelle von Dschihadisten habe noch nicht eingesetzt, "beobachten lassen sich aber Rückreisen von Frauen, Jugendlichen und Kindern", hatte Verfassungsschutzchef Maaßen im Dezember der Deutschen Presse-Agentur gesagt. Hintergrund seien Bestrebungen der Kämpfer, ihre Angehörigen in Sicherheit zu bringen.

Laut Bundesregierung sollen in den vergangenen Jahren rund 960 Islamisten aus Deutschland in die Kriegsgebiete in Syrien und im Irak ausgereist sein, wie die "Welt" weiter berichtete. Zuletzt seien die Zahl infolge der militärischen Niederlagen des IS deutlich zurückgegangen. 2014 waren es demnach noch rund 310, im Jahr 2017 bis Ende November noch etwa 70.

aar/dpa/AFP



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