Pressekompass Was hat der Islam mit Terror zu tun?

Müssen friedliche Muslime nach den Anschlägen von Paris die Initiative ergreifen und sich von Gewalt distanzieren? Oder sind sie selbst Opfer? Der Pressekompass präsentiert den Meinungstrend in den Medien.

Tag der offenen Moschee in Hamburg: "Der Islam ist nicht per se böse"
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Tag der offenen Moschee in Hamburg: "Der Islam ist nicht per se böse"


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postorgel 12.01.2015
1. deniz yucsel hat es auf den punkt gebracht
ob Islamisten, salafisten, Hassprediger oder nazis. die Europäer müssen den Kampf gemeinsam aufnehmen. und wenn die Gesetze nicht reichen, diese Verbrecher hinter Gitter zu bringen, dann müssen eben neue Gesetze her. wie kommen wir denn dazu, uns von diesen unehrenhaften gestalten das zusammenleben von Muslimen, Christen und Juden verderben zu lassen?
Kuemmelmonster 12.01.2015
2. zu tun...
Schätze, die Anschläge in Paris, Madrid, New York, Syrien, Westafrika, etc. haben in etwa so viel mit dem Islam zu tun, wie die Kreuzzüge und Hexenverbrennungen des Mittelalters mit dem Christentum. Sie entspringen sozialen Missständen und die Religion rechtfertigt dann die Gräueltaten.
hei-nun 12.01.2015
3. In Europa nur die kleine Spitze ...
Hier in Europa haben wir doch nur ein ganz kleines und fast beherrschbares "Islam" und Terror-Problem. Die eigentliche "Gefahr" kommt doch aus all den Ländern, die meinen, mit Unterdrückung durch den Islam und eine dazugehörende "Gehirnwäsche" die "Gläubigen" gefügig zu machen. Aus diesem Gedankengut in Pakistan, Iran, Indonesien, Saudi-Arabien (um nur einige zu nennen) wird der Koran und die Scharia benutzt, um Macht über die Menschen zu halten und den Westen zu diffamieren: Scharia-Polizei, Koranschulen, Unterdrückung von Frauen und Mädchen, Menschenrechtsverletzungen, juristisches Mittelalter usw. Begleitet wird diese Art "Islam" fast überall von Terroristen im Namen des Islam (Taliban, al-Shabaab, Boko-Haram, IS, AlKaida ...). Dort gibt es keine Trauer-Bekundungen zu den Anschlägen bei uns, sondern gezielte Hetze gegen alles Westliche, was nicht zu den Mittelalter-Regeln passt. Leider gibt es dort auch jede Menge "Unterstützer". Zu diesem Thema hört man bei uns offiziell fast nichts, wohl auch um politisch "korrekt" die Ölquellen nicht zu gefährden. Die Angst vor dem Islam wird dort geboren und wird nicht beendet, wenn hier eine totale Sicherheit versucht wird. Ich habe wenig Hoffnung - auch angesichts der aktuellen Geburtenraten, die irgendwie zur "Strategie" dieser Länder gehören. Wie es anscheinend auch positiv geht: Oman.
syracusa 12.01.2015
4. extreme Ahnungslosigkeit
Die gesamte Presse zeigt dieselbe extreme Ahnungslosigkeit des Westens bzgl. der Religion des Islam. Zuallererst gibt es "den Islam" gar nicht. Die islamische Welt ist konfessionell sehr viel heterogener als die christliche Welt. Zweitens - und das ist eine maßgebliche Ursache für den ersten Punkt - gibt es im Islam bzw den verschiedenen Strömungen keine mit den christlichen Kirchen vergleichbaren Institutionen, die verbindlich vorgeben könnten, was es bedeutet, islamisch zu sein, oder wie der Koran auszulegen sei. Die Einrichtungen, mit denen beispielsweise der Bundesinnenminister im Rahmen der deutschen Islamkonferenz diskutiert, sind rein weltliche, also politische Organisationen. DIe wichtigste davon, die Ditib, ist eine kemalistische Behörde der Türkei. Im Sunnitentum gibt es allenfalls noch die Al Akzar Universität in Kairo, die ein klein wenig Autorität in Glaubensfragen für sich in Anspruch nehmen kann. Diese Autorität gründet aber auf völlig freiwillige Annahme der Koranauslegungen der Universität duch die Gläubigen. Obwohl die verschiedenen Islamgelehrten der Al Akzar Universität schon mehrfach Fatwas gegen den islamistischen Terror ausgesprochen haben, lassen sich die Terroristen davon in keiner Weise beeindrucken. Sie nehmen für sich das Grundrecht eine sjeden Muslims in Anspruch, sich die Autroritäten, denen sie folgen wollen, selbst aussuchen zu dürfen. Die vielfach in westliche Medien gehörten Appelle an die islamische Welt, dass diese sich selbst reformieren müsse, scheitern schon mangels eines zuständigen Adressaten, der so einen Appell annehmen und umsetzen könnte. Dass die islamsiche Welt aber durchaus in der Lage ist, die Werte der Aufklärung aus sich heraus zu entwickeln und durchzusetzen, zeigt sich in Strömungen wie dem Alevitentum, die schon 500 Jahre vor dem Westen zu den Werten der Aufklärung gelangten und bis heute verteidigt haben. Wie also können wir in Europa alle hier vertretenen islamischen Konfessionen zu einer Art aufklärungskompatiblen Euro-Islam bekehren? Das geht nur durch die Schaffung eines Wir-Gefühls. Nicht Ausgrenzung, sondern die Integration des Islam in unsere Wertvorstellungswelt ist die Lösung. Die gestrige Demo der 1,5 Millionen in Paris hat das vorgemacht: gemeinsam und Hand in Hand marschierten da Atheisten Christen, Muslime und Juden, um die Werte der Aufklärung zu verteidigen. Wir forderten die Muslime bisher immer dazu auf, sich im Westen zu integrieren, und haben dabei völlig ignoriert, dass die Hälfte der Integrationsleistung von uns Westlern zu erbringen ist.
karlomari 12.01.2015
5. Mitschuldig
Frau Ayaan Hirsi Ali hat völlig Recht. Mitschuldig an diesen Anschlägen sind auch jene, die gebetsmühlenartig herunter leiern, dass der islamische Terror mit der islamischen Religion absolut nichts zu tun hätte! Keiner käme auf die Idee rechte Gewaltakte niemals mit der Ideologie der Rechten in Verbindung zu bringen.
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