Istanbul Bundesanwaltschaft schaltet sich in Ermittlungen ein

Zehn Opfer des Terrorangriffs in Istanbul kommen aus Deutschland. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE hat nun auch die Bundesanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen Mordes mit terroristischem Hintergrund eröffnet.

Polizist in Istanbul: Auch Bundesanwaltschaft in Karlsruhe ermittelt
DPA

Polizist in Istanbul: Auch Bundesanwaltschaft in Karlsruhe ermittelt


Generalbundesanwalt Peter Frank hat sich nach Informationen von SPIEGEL ONLINE in die Aufklärung des Terroranschlags von Istanbul eingeschaltet. Nach Angaben einer Sprecherin des Generalbundesanwalts hat die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe ein entsprechendes Ermittlungsverfahren eröffnet. Gegenstand des Verfahrens ist Mord mit terroristischem Hintergrund in zehn Fällen.

Inwieweit deutsche Ermittler eigenständig an der Aufklärung des Anschlags arbeiten können oder ob sie weitestgehend auf Rechtshilfe der Türkei angewiesen sein werden, ist derzeit noch offen. Kern des Ermittlungsverfahrens dürfte sein, wer den Anschlag verübte und plante, inwieweit die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS)ihn vorbereitete und steuerte und ob er gezielt auf deutsche Staatsbürger verübt wurde.

Am Mittwoch traf ein Team des Bundeskriminalamts in Istanbul ein, um die türkischen Ermittler zu unterstützen. Mitarbeiter von Thomas de Maizière, die den Minister auf seiner Reise zum Tatort begleiteten, bestätigten, dass deutsche Beamte vor Ort wären.

Bei dem Selbstmordanschlag im Zentrum Istanbuls vor der Blauen Moschee waren am Dienstag zwölf Menschen getötet worden, darunter zehn Deutsche. Zudem gab es mindestens 15 Verletzte, darunter neun Bundesbürger.

Innenminister de Maizière sagte am Mittwoch, es gebe derzeit keine Hinweise darauf, dass der Attentäter gezielt Deutsche ins Visier genommen habe. Nach türkischen Medienberichten wurde der Anschlag von einem Syrer namens Nabil Fadli begangen. Die türkische Regierung hat den Anschlag bereits dem IS zugeschrieben.

fis

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