Nach Italien-Schelte FDP schmäht Steinbrück als "Peerlusconi"

Mit markigen Worten zur Italien-Wahl hat Peer Steinbrück den Präsidenten des Landes verärgert - nun muss er selbst Spott ertragen: FDP-Politiker Wissing bezeichnet ihn als "Peerlusconi" - in Anlehnung an Silvio Berlusconi, den der SPD-Kanzlerkandidat einen Clown genannt hatte.

SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück: "Gesagt ist gesagt"
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SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück: "Gesagt ist gesagt"


Berlin - Italiens schillernder Ex-Premier Silvio Berlusconi ist in Berlin nicht gerade beliebt - seine Skandale, Schmutzeleien und sein Populismus sorgen bei deutschen Politikern oft für Augenrollen. Dass SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück nun ausgerechnet mit dem Cavaliere verglichen wird, dürfte ihn nicht freuen. Doch der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Volker Wissing, verspottet ihn genauso. "Er mutiert zunehmend zu einem deutschen Peerlusconi", sagte Wissing Handelsblatt Online.

Er kritisierte Steinbrück heftig für seine Äußerungen zur Italien-Wahl. Was der Sozialdemokrat mit "Klartext" umschreibe, sei in Wahrheit "Stammtisch der untersten Kategorie". Er belaste damit die deutsche Außenpolitik. "In die Schweiz schickt er die Kavallerie, nach Zypern die Piraten, italienische Politiker sind für ihn Clowns: Peer Steinbrück hat mehr als deutlich unter Beweis gestellt, dass er ein außenpolitisches Sicherheitsrisiko ist", so Wissing.

Steinbrück hatte am Dienstagabend bei einer SPD-Veranstaltung in Potsdam gesagt, bei der Wahl in Italien hätten "zwei Clowns gewonnen". Er spielte damit auf das Abschneiden des Spitzenkandidaten der Protestbewegung "5 Sterne", Beppe Grillo, und das Ergebnis für Berlusconi an. Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano, gerade auf mehrtägigem Besuch in Deutschland, sagte daraufhin ein lange geplantes Abendessen mit Steinbrück ab - eine ziemliche Watschen für den Herausforderer von Kanzlerin Angela Merkel.

Steinbrück will seine Aussagen nicht zurücknehmen: "Gesagt ist gesagt." Am Mittwochnachmittag sprach er dem Vernehmen nach mit Napolitano am Telefon. Es sei ein "klärendes Gespräch" gewesen, hieß es. Aber entschuldigt habe sich der Kanzlerkandidat nicht. Napolitano sagte der "Bild"-Zeitung: "Peer Steinbrück hat mir am Telefon erklärt, dass er nicht beleidigend sein wollte. Aber ein Treffen war aus meiner Sicht nach den Äußerungen, die er gemacht hat, nicht mehr möglich."

Kritik von Sozialdemokraten

Steinbrücks Gegner nehmen den Eklat dankbar auf - es ist ja Wahlkampf. Die stellvertretende FDP-Chefin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger erklärte, für Steinbrücks Aussagen sei "Fremdschämen" angesagt. Unionsfraktionsvize Michael Meister (CDU) kritisierte: "Steinbrück benimmt sich wie die Axt im Walde."

Selbst Sozialdemokraten sind nicht begeistert. "Wir dürfen das Wahlergebnis in Italien nicht auf die leichte Schulter nehmen oder als Ausrutscher begreifen", sagte Baden-Württembergs Europaminister Peter Friedrich (SPD). "Da ist nichts Komisches dabei."

Auch Ulla Burchardt, SPD-Abgeordnete im Bundestag und Vorsitzende der deutsch-italienischen Parlamentariergruppe, plädiert dafür, sich ernsthaft mit Grillos Bewegung auseinanderzusetzen. Dort hätten sich viele Menschen versammelt, die sich von Italiens Politik bisher nicht ernst genommen gefühlt hätten. "Sie wollen eine andere Politik", sagt Burchardt. "Das ist ein ehrliches Anliegen."

Der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz (SPD), forderte ebenfalls, den politischen Willen der Wähler zu respektieren. "Wir sind bei der Betrachtung der Wahl alle gut beraten, zur Kenntnis zu nehmen, dass die Italiener diese Parteien und ihre Führer gewählt haben", sagte Schulz der "Passauer Neuen Presse".

Unterstützung für die Clownbezeichnung erhielt Steinbrück dagegen von SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles und dem schleswig-holsteinischen SPD-Chef Ralf Stegner. Axel Schäfer, europapolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, nahm Steinbrück ebenfalls in Schutz. Berlusconi lege ein persönliches Auftreten an den Tag, "welches mit Integrität nichts mehr zu tun hat", sagte er. "Clown ist dafür nur eine milde Charakterisierung."

"Man darf doch politische Ergebnisse auch noch politisch kommentieren, wenn man Kanzlerkandidat ist", meint auch der Parlamentsgeschäftsführer der Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, im ARD-"Morgenmagazin". Doch er mahnt: "Natürlich wird er als Bundeskanzler in solchen Dingen zurückhaltender sein."

kgp/dpa

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Seite 1
Peter-Lublewski 28.02.2013
1. Huh, wie originell
"FDP schmäht Steinbrück als "Peerlusconi" Huh, wie originell. Dieser Spitzname Steinbrücks ist meines Wissens hier zum ersten Mal vor x Wochen im Zusammenhang mit dem Honorar-Zirkus bei den Bochumer Stadtwerken aufgetaucht. FDP - mit ihren Sprüchen so einfallsreich wie mit ihrer Politik.
gitane 28.02.2013
2. ich mag Steinbrück eigentlich nicht
aber hier hat er einfach Recht. Die Frage ist nur, warum wählen Italiener Clowns? Aber ich verstehe auch nicht warum Deutsche FDP wählen...
aminius 28.02.2013
3. FDP und ihre Wahrnehmung
Man kann ja verstehen, dass bei den s.g." Freien Demokraten" die Angst umgeht! Wer verliert schon gern seinen Arbeitsplatz in der Politik. Aber solche dünnen Sprüche wie "Peerluskoni" zeig mal wieder wie hilflos diese Umfallerpartei geworden ist. Schade, aber lieber ein Schrecken mit Ende, als ein Schrecken ohne Ende. Vier Jahre nur leeres Geschwafel, es reicht! Ave "FDP"!
Bezahler 28.02.2013
4. Kanzlerkandidat,lach
Zitat von sysopDPAMit markigen Worten zur Italien-Wahl hat Peer Steinbrück den Präsidenten des Landes verärgert - nun muss er selbst Spott ertragen: FDP-Politiker Wissing bezeichnet ihn als "Peerlusconi" - in Anlehnung an Silvio Berlusconi, den der SPD-Kanzlerkandidat "Clown" genannt hatte. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/italien-eklat-wissing-schmaeht-steinbrueck-als-peerlusconi-a-886001.html
Bin mal gespannt wie die SPD den Mensch wieder aus der Bütt zerren will. Nun wird Er gnadenlos der Lächerlichkeit preis gegeben. Die Partei wird mit in den Sog gerissen.Am besten wäre jetzt wohl eine Erkrankung oder so was.Bleibt Er Kanzlerkandidat,dann wird Er bis zur Wahl der Clown im Zirkus SPD bleiben! Peerlusconi;unfassbar.
saaman 28.02.2013
5. Politische Unreife
Ich interpretiere das Verhalten von Steinbrück als politische Unreife. Das von Nahles seit vielen Jahren übrigens auch. Steinbrück mag Volkswirtschaft begreifen. Bezogen auf politische Diplomatie und Politik im Gesamten kann man das von ihm nicht behaupten. Da ist er ein nicht lernen wollender Grünling. Er scheint Kante mit Bruch zu verwechseln
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