Koalitionspoker Schäuble glaubt an Jamaika

Geht es nach Wolfgang Schäuble, ist eine Jamaikakoalition als nächste Regierung ausgemachte Sache. Allerdings erwartet der Bundesfinanzminister langwierige Verhandlungen.

Wolfgang Schäuble
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Wolfgang Schäuble


Der scheidende Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) rechnet fest mit einem neuen Regierungsbündnis aus Union, FDP und Grüne, der sogenannten Jamaikakoalition. Er sei "ganz überzeugt", dass die Parteien die nächste Regierung bilden würden. Schnell werde das allerdings nicht gehen, so Schäuble. "Das wird ein bisschen Zeit brauchen.", aber es werde eine "sehr gute und auch pro-europäische Regierung" sein.

Schäuble sagte außerdem, er habe sich schon vor der Bundestagswahl entschieden, den Posten des Finanzminister nicht erneut zu übernehmen: "Acht Jahre sind genug. Aber natürlich ist auch ein gewisser Abschiedsschmerz dabei." Der 75-Jährige will der nächsten Bundesregierung nicht mehr angehören. Die Union als größte Bundestagsfraktion hatte sich für Schäuble als Parlamentspräsidenten ausgesprochen. Mehrere Parteien hatten dafür Zustimmung signalisiert.

Zur möglichen Jamaikakoalition im Bund äußerte sich Schäuble am Montag nach einem Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Paris. Danach weihte der CDU-Politiker in der Residenz des deutschen Botschafters eine Büste von Wilhelm Hausenstein ein, der von 1950 bis 1955 der erste diplomatische Vertreter der Bundesrepublik in Frankreich war.

Am Nachmittag sollte Schäuble als ausländisches Ehrenmitglied in die Akademie der Moralischen und Politischen Wissenschaften aufgenommen werden. Die Gelehrtengesellschaft würdigt damit Schäubles Engagement für die deutsch-französische Zusammenarbeit und die europäische Einigung.

cht/dpa



insgesamt 19 Beiträge
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fr.imholt 02.10.2017
1. Hoffentlich Jamaika
.....das könnte wirklich gut werden...auch für Europa. Ich glaube, dass eine Mehrheit der Deutschen, diesem Projekt eine Chance geben möchte. Tut es einfach und endlich !
beob_achter 02.10.2017
2. Jamaika muß und wird kommen!
Denn die einzige Alternative wäre eine Minderheitenregierung aus den C-Parteien. Das wäre zu mühsam! Schäuble ist erfahren - ob er auch so schlagfertig ist als BT-Präsident wie Lammert, wird sich zeigen. Die AFD wird ihm viel Geduld abverlangen, aber ihm wird auch häufig der Kragen platzen müssen. Und dabei sollte er cool bleiben und die AFD mit trockenem und ggf. beißendem Humor im Zaum halten. Ich bin sicher, daß er die gesamte Fraktion auch mal hinauswerfen wird, wenn die die Grenze(n) überschreiten. --> wir sind nur noch wenige Jahre vom 100-jährigen Jubiläum der Weimarer Republik entfernt! Das muß gefeiert werden...
lobro 02.10.2017
3. Kuhhandel
Bin jetzt schon gespannt auf die vielen faulen Kompromisse die meistens zu Lasten der Arbeitnehmer gehen gespannt. Anschließend kann man dann ein Versagen immer auf den Koalitionspartner schieben, da ein Koalitionsvertrag offensichtlich höher steht als die Verfassung.
werner.schmidt.mch 02.10.2017
4. Der Gläubige
Lieber Herr Schäuble Ihr Wort in Gottes Ohr.
bedireel 02.10.2017
5. Schäuble !!!
Dass die FDP sich nicht quer legen wird, das war spätestens nach dem Interview mit Herrn Steinhöfel klar. Das Schäuble mit seiner Vita da mitmacht ist auch klar. Mal sehen was sich da zusammenbraut an “Pseudo-Koalition”. Jeder will eben profitieren von den viel zu hohen Vergütungen, Diäten und Sondersalbungen in diesem Wohlfühlverein. Sie sind fast alle wie die “Seife in der Badewanne”.....nein, nicht sauber, aber schlicht nicht fassbar! Hoffen wir „auf die eine gute Opposition“ in Deutschland. M.f.G.
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