Jamaika-Gespräche Gute Sondierer, böse Sondierer

Die eine gibt sich konziliant, der andere setzt auf Krawall. Union, FDP und Grüne ruckeln Richtung Jamaika. Wer spielt welche Rolle in den Sondierungsrunden?

Jamaika-Sondierer
DPA

Jamaika-Sondierer

Von und


Zwölf Themenblöcke, 125 Einzelpunkte - darüber reden derzeit Jamaika-Arbeitsgruppen mit je acht Teilnehmern. Am Freitag dann tagt man wieder in großer Runde, 52 Vertreter von CDU, CSU, FDP und Grünen sitzen dort zusammen.

Die Jamaika-Sondierungen sind ein zähes, bisweilen unübersichtliches Geschäft. Ob die potenziellen Partner vor dem Wochenende inhaltlich noch nennenswert vorankommen, ist ungewiss. Intern wird das bezweifelt, auf vielen Feldern sind die Differenzen weiterhin groß.

Beispiel Flüchtlingspolitik: Auf die optimistische Ankündigung des CSU-Innenministers Joachim Hermann, es sei "Bewegung" auszumachen, folgte prompt der Widerspruch der Grünen. Es gebe "erhebliche und grundlegende Unterschiede", sagte Politikerin Claudia Roth dem SPIEGEL.

So geht das immer wieder in diesen Tagen. Niemand will sich zu weit vorwagen, Verhandlungspositionen vorschnell räumen. Das liegt nicht nur an den schwierigen Sachfragen. In den Jamaika-Gesprächen treffen auch höchst unterschiedliche Charaktere und Temperamente aufeinander. "Die Atmosphäre schwankt von heiter-wolkig bis Donnergrollen", beschrieb Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner am Donnerstag das Klima.

Wer spielt welche Rolle im Jamaika-Poker? Klicken oder wischen Sie sich durch die Bildergalerie:

insgesamt 80 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
berlin1136 09.11.2017
1.
Es nervt mit "Jamaika". Die sollen endlich zu Potte kommen. Unsere weltbeste Kanzlerin kann das auch notfalls in Alleinregierung oder mit Hilfe der FDP schaffen. Ist "Jamaika" ein Muß?
blueberryhh 09.11.2017
2. vergesst es einfach...
mit diesen Beteiligten wird das NIE was mit einer funktionierenden Koalition. Neuwahlen.
tulius-rex 09.11.2017
3. Csu
Warum steht ein CSU-Mensch mit auf dem Balkon? Man kann diese Splitterpartei fast nirgends in der Republik wählen oder abwählen weil sie zu feige ist bundesweit anzutreten. Er selbst hat kein Bundestagsmandat erreicht und fühlt sich ohnehin lediglich für Bayern zuständig. Die richtige Vertretung für bayerische Interessen ist der Bundesrat - wie für alle anderen Bundesländer auch und nicht der Bundestag.
laberbacke08/15 09.11.2017
4.
Ich habe neulich diesen wunderschönen Absatz gelesen: „Was die Gespräche erschwert ist, dass jede Partei ihre Nervensäge mitbringt. Die Grünen Trittin, die FDP Kubicki und die CDU die CSU!“
joG 09.11.2017
5. Es ist schon merkwürdig.....
....diese Art Demokratie. Die Parteien machen vor der Wahl Versprechen und setzen sich direkt danach an einen Tisch um zu diskutieren, welche Zusagen auf deren Basis sie gewählt wurden sie brechen wollen. Das muss die Legitimität unterminieren.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.