CDU-Politiker Jens Spahn hält Großstadt-Hipster für eine Gefahr

Jens Spahn wittert eine "neue Form der Parallelgesellschaft": Junge Menschen, die unter sich bleiben und sich auf Englisch verständigen. Für das CDU-Präsidiumsmitglied eine Zumutung.

Jens Spahn
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Jens Spahn


Junge Leute aus aller Welt, die sich in deutschen Großstädten auf Englisch verständigen - für den CDU-Politiker Jens Spahn sind sie eine Zumutung. "Elitäre Hipster" nennt er sie in einem Interview mit der Wochenzeitung " Die Zeit" und beklagt, sie schotteten sich gegenüber den Normalbürgern ab. "Das ist nicht weltoffen, sondern provinziell", sagte der CDU-Politiker.

Mit Englisch sprechenden Menschen scheint Spahn ohnehin ein Problem zu haben. Erst kürzlich beklagte er sich gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung", in manchen Berliner Restaurants spreche die Bedienung nur noch Englisch: "Auf so eine Schnapsidee käme in Paris sicher niemand". Spahn präsentiert sich gern als "echter" Konservativer und tritt für eine deutsche Leitkultur ein.

In der "Zeit" legt der Staatssekretär für Finanzen nun nach. Es gehe ihm um die Deutschen selbst, sagt er dort: "Es ist eine anbiedernde Bereitschaft, vorschnell und ohne Not die eigene Muttersprache hintanzustellen - selbst in Situationen, wo das gar nicht nötig wäre." Das bloße Verwenden einer anderen Sprache sei kein Ausweis von Internationalität, sondern zeuge von "provinzieller Selbstverzwergung".

Spahn vergleicht das Hipstertum mit der höfischen Kultur des 18. Jahrhunderts, als Adlige in Europa zur Abgrenzung gegen niedere Stände französisch sprachen. Und spricht dann davon, die Verwendung des Englischen in deutschen Großstädten sei "das augenfällige Symptom einer bedauerlichen kulturellen Gleichschaltung".

kae



insgesamt 383 Beiträge
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Seite 1
uban1 23.08.2017
1.
Spahn versucht ein Problem zu kreiiren wo keines ist. Peinlich.
Zehetmaieropfer 23.08.2017
2. Herr Spahn und seine Probleme
Wenn Herr Spahn sonst keine Probleme hat, sollte er sich aus der Politik zurückziehen. Deutschland braucht gebildete und fähige Menschen mit wirklichem Problembewusstsein in der Politik.
nett54 23.08.2017
3. Krank
Den Typen kann man doch nun wirklich nicht mehr ernst nehmen. Slowly slowly gewöhnen sich die Menschen in Deutschland daran, mit Fremden auch auf Englisch zu sprechen, da kommt ein Herr Spahn daher und spielt den Sprachpatrioten? Und Frankreich taugt da nun wirklich als letztes Land als Vorbild.
um Ulm herum 23.08.2017
4. Der Spa(h)n und die Bergpredigt
Zitat aus der Bergpredigt: Spahn,.. „warum siehst du den Splitter im Auge Deines Bruders, aber den Balken in Deinem Auge bemerkst du nicht?“
Bürger Icks 23.08.2017
5. In Hipstern sehe ich auch eine Gefahr
Nämlich eine für meine Augen: Wenn man mal wieder gewzungen ist so ein schmächtiges Männchen in einer viel zu engen Möhrenjeans, aber dafür mit dickem Talibart(damit man Hipster-Männlein und -Weiblein überhaupt unterscheiden kann, schätze ich) und der unverzichtbaren Medienschaffende-Brille plus Starbucks-Becher in der Hand, ungewollt zu betrachten und das ohne laut zu lachen.
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