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Saudi-Arabien-Politik: Auswärtiges Amt verärgert über Gauck

Bundespräsident Gauck: Eigene Akzente in der Russland- und Türkei-Politik Zur Großansicht
DPA

Bundespräsident Gauck: Eigene Akzente in der Russland- und Türkei-Politik

Frankreich, Russland und Großbritannien schickten Spitzenpolitiker nach Saudi-Arabien - Deutschland war bei der Trauerfeier für König Abdullah nur mit Ex-Präsident Wulff vertreten. Das Auswärtige Amt ist nach SPIEGEL-Informationen von Gauck irritiert.

Berlin - Im Auswärtigen Amt herrscht Unmut über die prominente Rolle und die häufigen Auftritte von Bundespräsident Joachim Gauck in der Außenpolitik. In den vergangenen Monaten hatte Gauck mit seinen Äußerungen in der Russlandpolitik wie auch gegenüber der Türkei Akzente gesetzt. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Nun jedoch gibt es in Regierungskreisen nach SPIEGEL-Informationen Irritationen über eine auffallende Zurückhaltung Gaucks: Er war vergangene Woche nicht zur Trauerfeier für den verstorbenen saudischen König nach Riad gefahren. Für die Beziehungen mit Saudi-Arabien wäre es "hilfreich" gewesen, wenn der Bundespräsident nach Riad gereist wäre, heißt es.

An seiner Stelle nahm Ex-Präsident Christian Wulff an der Trauerfeier für den verstorbenen Autokraten Abdullah teil. Er überbrachte dem neuen König die Grüße der Bundeskanzlerin Angela Merkel. Andere Staaten hatten ranghöhere Delegationen nach Saudi-Arabien geschickt: Großbritannien war mit Prinz Charles und David Cameron vertreten, zudem reisten König Felipe VI. aus Spanien, Frankreichs Präsident François Hollande und Russlands Regierungschef Dmitrij Medwedew nach Riad. US-Präsident Barack Obama und seine Frau Michelle trafen am Dienstag zum Besuch beim neuen Machthaber Salman ein.

Gauck hatte für seine Absage allerdings einen Grund: Er feierte am Tag der Trauerfeier für Abdullah seinen 75. Geburtstag in Berlin.

(Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 155 Beiträge
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1.
Timo Schöber 31.01.2015
Eine Demokratie sollte gar keine offiziellen Vertreter in ein Land schicken, in dem Dissidenten öffentlich ausgepeitscht werden.
2. ...
jujo 31.01.2015
Ich mag Gauck als Person eigentlich nicht besonders, er redet mir zu pastoralisch, liegt wohl am Ex-Beruf. Mit seinem Tun und Handeln aber bin ich mehr als einverstanden! Ich denke er trifft ganz gut die Mehrheitsstimmung der Bevölkerung?
3. Meine Meinung
friemel2000 31.01.2015
Naja...wenn er am Tag der Trauerfeier für Abdullah seinen 75. Geburtstag in Berlin feiern will, dann hat er irgendwas falsch verstanden. Meine Meinung. Er ist nicht Bundespräsident wann er es will, sondern wann Deutschland es braucht. Bei der Trauerfeier hätte er dabei sein müssen. Seine Geburtstagsfeier hätte er absagen müssen. Stellt euch das mal vor, euer Haus brennt, ruft bei der Feuerwehr an und die sagen, wie schicken das Ordnungsamt, wir feiern gerade. Der Herr ist dem Job nicht gewachsen. Er soll gehen.
4. Keine Ehre dem Despoten
Biberschwanz 31.01.2015
Zur Beerdigung eines Despoten muss eigentlich garniemand hingehen. Schon garnicht der Bundespräsident.
5. Das erste Mal
question2001 31.01.2015
Seit seiner Wahl ärgere ich mich über diesen Herren mit einem Image als Freiheitskämpfer das fast ebenso wenig authentisch ist wie das Image von Frau Merkel (Zitat St. Wachtel im SPON) als Kümmerin. Wenn er allerdings nicht zu den Saudis gefahren wäre um etwas für echte Freiheitskämpfer wie Raif Badawi zu tun wäre das das erst Mal dass ich zufrieden wäre mit ihm! Wenn da nur nicht der Geburtstag wäre... Das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden, den Protest mit der Bequemlichkeit, das traue ich ihm durchaus zu...
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