Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten Gauck lobt Einsatz für Flüchtlinge in Deutschland 

Bundespräsident Joachim Gauck stellt die Flüchtlingskrise in den Mittelpunkt seiner Weihnachtsansprache. Er dankt allen Helfern, mahnt aber auch eine offene Debatte über ungelöste Probleme an.

Gauck im Schloss Bellevue: "Wir haben gezeigt, was in uns steckt"
AFP

Gauck im Schloss Bellevue: "Wir haben gezeigt, was in uns steckt"


Joachim Gauck zeigt sich optimistisch, dass Deutschland die Herausforderung der Flüchtlingskrise meistern kann. "Der Einzelne wie auch die Gesellschaft können sich beständig neu entdecken und wachsen", sagt der Bundespräsident in seiner Weihnachtsansprache. "So kann sich das Land erkennen in den Herausforderungen, die es annimmt und, da bin ich zuversichtlich, auch meistern wird."

Gauck stellt den Umgang mit der Flüchtlingskrise in den Mittelpunkt seiner Ansprache, die am ersten Weihnachtsfeiertag im ZDF und in der ARD ausgestrahlt wird. Die Ansprache ist bereits aufgezeichnet worden, der Redetext wurde vorab veröffentlicht.

Darin dankt der Bundespräsident den Helfern: "Sie alle sind zum Gesicht eines warmherzigen und menschlichen Landes geworden. Ob haupt- oder ehrenamtlich: Wir haben gezeigt, was in uns steckt - an gutem Willen und an Professionalität, aber auch an Improvisationskunst."

Der Bundespräsident mahnt aber auch, Deutschland brauche eine offene Debatte, um die Probleme zu lösen, die die Flüchtlingskrise mit sich bringe. "Der Meinungsstreit ist keine Störung des Zusammenlebens, sondern Teil der Demokratie", sagt Gauck. "Lassen Sie uns einen Weg beschreiten heraus aus falschen Polarisierungen." Durch eine offene Debatte müssten Lösungen gefunden werden, "die das Wohlergehen der eigenen Bürger berücksichtigen, aber nicht die Not der Flüchtlinge vergessen".

Ausdrücklich warnt der Bundespräsident vor Gewalt und Hass. Wörtlich sagt Gauck: "Brandstiftung und Angriffe auf wehrlose Menschen verdienen unsere Verachtung und verdienen Bestrafung."

Forum
Liebe Leserinnen und Leser,
im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf SPIEGEL ONLINE finden Sie unter diesem Text kein Forum. Leider erreichen uns zum Thema Flüchtlinge so viele unangemessene, beleidigende oder justiziable Forumsbeiträge, dass eine gewissenhafte Moderation nach den Regeln unserer Netiquette kaum mehr möglich ist. Deshalb gibt es nur unter ausgewählten Artikeln zu diesem Thema ein Forum. Wir bitten um Verständnis.

syd/AFP

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.