Job bei Magna: Lieberknecht lobt Althaus-Wechsel

Die Opposition wirft Dieter Althaus "Lobbykratie" vor, Thüringens Ministerpräsidentin Lieberknecht dagegen lobt den Wechsel ihres Vorgängers zum Automobilzulieferer Magna: Der Einstieg des CDU-Politikers in die Wirtschaft sei "hochakzeptabel".

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Dieter Althaus: Neue Karriere bei Magna
Erfurt - Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht hat den Wechsel ihres Vorgängers Dieter Althaus (beide CDU) ins Management des Automobilzulieferers Magna gegen Kritik verteidigt. Den Einstieg in die Wirtschaft hält sie für "hochakzeptabel". Es sei ein gutes Zeichen, wenn Politiker die Kompetenz besäßen, auch eine hervorragende Position in der Wirtschaft zu besetzen, sagte Lieberknecht am Freitag in Erfurt. Zudem könne Althaus bei seiner neuen Stelle auch Thüringen nützen. "Ich bin mir sicher, dass er bei Magna auch die Interessen seiner Heimat vertritt."

Althaus habe sich in den vergangenen Jahren sehr stark wirtschaftspolitisch engagiert und sich Respekt erworben, sagte Lieberknecht. "Jetzt hat er die Möglichkeit, diese Kompetenzen einzubringen." Ähnlich äußerte sich auch CDU-Fraktionschef Mike Mohring. Die CDU-Landtagsfraktion, der Althaus seit Anfang der neunziger Jahr angehört, beglückwünschte ihn zu seiner neuen Aufgabe.

In mehreren Interviews erklärte Althaus, dass die Initiative für seine berufliche Neuorientierung von dem Zulieferer ausgegangen sei. "Magna ist auf mich zugekommen", sagte Althaus der "Bild"-Zeitung. Er habe positive Erfahrungen mit Magna gemacht und gute Verbindungen zu Wirtschaft und Politik, die er nun einbringen könne.

Bei der Opposition stieß der Einstieg Althaus' bei Magna auf heftige Kritik. "Das ist ein eklatanter Fall von Lobbykratie", sagte Thüringens Linken-Fraktionschef Bodo Ramelow SPIEGEL ONLINE. Diese Form des "freundlichen Überwechselns verschafft den deutschen Parlamenten den Ruf der gekauften Republik". Althaus müsse sein Landtagsmandat sofort niederlegen.

Althaus hatte seine Kontakte zu Magna im vorigen Jahr intensiviert, als der Zulieferer das kriselnde Tochterunternehmen des US-Autokonzerns General Motors umwarb. Das thüringische Eisenach ist einer der vier deutschen Opel-Standorte.

Als Ministerpräsident hatte sich Althaus wiederholt für einen Verkauf von Opel an Magna ausgesprochen. Nach einer empfindlichen Niederlage bei der Landtagswahl im September legte er sein Regierungsamt nieder. Parteifreunde nannten für den Schritt auch persönliche Gründe. Althaus war in Österreich in einen Skiunfall verwickelt, bei dem eine 41-jährige Mutter umkam und er ein Schädel-Hirn-Trauma erlitt.

hen/dpa/Reuters

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Forum - Welche Zukunft hat Rot-Schwarz in Thüringen?
insgesamt 456 Beiträge
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1. Zukunft?
wilczynski 30.10.2009
Keine! KO im ersten und jetzt auch im zweiten Wahlgang! Heide Simonis weiß schon, wie es weitergeht...
2. Ministerpräsidentin=Schlechtes Omen
Gegengleich 30.10.2009
Man könnte meinen, Ministerpräsidentin wäre ein schlechtes Omen, ich erinnere nur an - den Abgang von Simonis - den Wahlversuch Ypsilanti Ob da die "Herren der Schöpfung" die Hand im Spiel haben?
3.
Gebetsmühle 30.10.2009
Zitat von sysopDie CDU-Politikerin Christine Lieberknecht hat bei der Ministerpräsidentenwahl in Thüringen nicht genug Stimmen bekommen. Jetzt müssen CDU und SPD versuchen, im zweiten Anlauf eine Mehrheit für sie zu bekommen. Welche Zukunft hat das Bündnis in Thüringen?
jetzt macht sie die simonis. das kann in türingen mit dieser linken mehrheit eh nie gutgehn. sie sollte es lieber bleiben lassen.
4.
t.h.wolff 30.10.2009
Stimmt. Diese Konstellation ist politisch nicht arbeits- und handlungsfähig.
5.
Oskar ist der Beste 30.10.2009
Zitat von sysopDie CDU-Politikerin Christine Lieberknecht hat bei der Ministerpräsidentenwahl in Thüringen nicht genug Stimmen bekommen. Jetzt müssen CDU und SPD versuchen, im zweiten Anlauf eine Mehrheit für sie zu bekommen. Welche Zukunft hat das Bündnis in Thüringen?
von der Sache richtig, vom Stil her seitens der SPD einfach unterirdisch.
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