Judenhass Polizei meldet die meisten Antisemitismus-Straftaten in Berlin

In keinem anderen Bundesland ist antisemitische Kriminalität so stark verbreitet wie in Berlin. Jede fünfte Straftat aus Judenhass wird laut einer Statistik in der deutschen Hauptstadt begangen.

Kippa-Träger (Archivaufnahme)
DPA

Kippa-Träger (Archivaufnahme)


Allein im ersten Halbjahr 2018 meldete die Polizei in Berlin 80 Straftaten aus Antisemitismus. Das seien fast doppelt so viele wie in Bayern, das mit 43 antisemitischen Delikten in der bundesweiten Bilanz auf Platz zwei stehe, wie der "Tagesspiegel" berichtet. Die Zeitung beruft sich auf Daten der Polizei.

Kriminalität aus Judenhass wird damit in der Hauptstadt so stark begangen wie in keinem anderen deutschen Bundesland. Bundesweit registrierte die Polizei demnach im ersten Halbjahr 401 antisemitische Straftaten, darunter zwölf Gewaltdelikte.

62 der in Berlin registrierten Taten seien nach Erkenntnissen der Polizei von "rechten Antisemiten" begangen worden, berichtete die Zeitung. Bei acht Delikten seien Tatverdächtige mit "ausländischer Ideologie" festgestellt worden, womit etwa israelfeindliche Migranten gemeint seien.

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Bei drei weiteren Fällen gehe die Polizei von Tätern mit "religiöser Ideologie" aus, womit in der Regel Islamisten gemeint seien. Drei Delikte wurden demnach Linken zugeordnet, bei vier Straftaten sei kein ideologisches Milieu zu erkennen gewesen.

Die von der Polizei gemeldeten Zahlen stehen nach Angaben der Zeitung in Antworten der Bundesregierung zu antisemitischen Straftaten in Deutschland auf quartalsweise Anfragen von Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau und ihrer Linksfraktion.

als/AFP



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