Linke Volkspartei Trittin kritisiert Wagenknechts Sammlungsbewegung

Sahra Wagenknecht trommelt für eine neue linke Volkspartei. Auch die Grünen würde sie dafür gerne gewinnen. Jürgen Trittin winkt im SPIEGEL ab.

Jürgen Trittin (Archiv)
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Jürgen Trittin (Archiv)


Der linke Grünen-Politiker Jürgen Trittin lehnt die Idee einer linken Volkspartei unter der Führung von Sahra Wagenknecht ab. "Wagenknechts Politikmodell basiert auf Abgrenzung, der Entlarvung der SPD, eben der Spaltung der gesellschaftlichen Linken", sagte Trittin dem SPIEGEL. Da müssten "noch viele Scherben eingesammelt werden, bevor sie glaubhaft Teil einer Sammlungsbewegung werden kann".

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Heft 4/2018
Warum sich SPD, Grüne und Linke neu erfinden müssen

Wagenknecht hatte im SPIEGEL vergangene Woche für die Entwicklung einer neuen linken Volkspartei geworben. Zuvor hatte auch Ex-Linken-Chef Oskar Lafontaine, Wagenknechts Ehemann, für eine solche Bewegung plädiert, "in der sich Linke, Teile der Grünen und der SPD zusammentun". (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Trittin übte auch Selbstkritik. Die rot-grüne Bundesregierung, der er als Umweltminister angehörte, habe den Niedergang der Linken befördert, sagte er dem SPIEGEL. "Der Neoliberalismus hat dazu geführt, dass die Spaltung in der Gesellschaft wieder größer geworden ist", während die Hoffnung auf Teilhabe in der Gesellschaft gesunken sei.

Dass die Sozialdemokraten, aber auch die Grünen "eine Zeit lang den neoliberalen Diskurs mitgefahren haben", sei ein Grund dafür, dass es heute keine linke Mehrheit mehr gebe. Zum Beispiel sei das Wort "Reform" heute, anders als zu Zeiten Willy Brandts, eine Bedrohung. Statt mehr Teilhabe drohe Ausschluss. "Daran hatten die Hartz-Reformen definitiv ihren Anteil."

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Samstagmorgen erhältlich.

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red



insgesamt 101 Beiträge
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Seite 1
KaWeGoe 20.01.2018
1. Richtig so - der Oberlinke Lafontaine bekämpft im Saarland ...
... die Bürger-Energie-Genossenschaften und die Aktivitäten zum Klimaschutz. Das gleiche Verhalten zeigt die Linke bei den ostdeutschen Braunkohle-Dreckschleudern ! Wer für Klimaschutz und Energiewende ist, kann definitiv die Linke nicht wählen !
charlybird 20.01.2018
2. Einsicht
ist also doch nicht immer der erste Weg zur Besserung.
kirschlorber 20.01.2018
3. Die große Chance
Das hat Herr Tritin messerscharf erkannt. Die Grünen waren nicht nur Teil des Neoliberalismus. Sie sind es nach wie vor. Weil sie sich ebenso wie die Granden der SPD nicht lösen können von ihrem einstmals eingeschlagenen Kurs der Rentenkürzungen und Niedriglöhne. Es ist die große Chance der Linken. Wenn morgen eine neue Groko verabschiedet wird können sie ganz allein 4 Jahre um die Gunst von 40 Mio Arbeitnehmern werben. Aber diesmal bitte nicht mit "wir wollen die Welt retten ".
GustavN 20.01.2018
4.
Naja, die Grünen sind ja auch keine linke Partei. Wirtschaftspolitisch würde ich sie eher in die Richtung FDP einordnen.
0Kugelfang0 20.01.2018
5. Naja, Intelligenz, wählt Links!
Trittin ist einer der Verfechter der üblen Agenda 2010, der hat wie viele bei den Grünen mit Sozial oder Links so gut wie nichts am Hut! Die Idee der Frau Wagenknecht ist doch gut, nur leider glauben noch zu viele, das die ehemalige Volks und Arbeiterpartei SPD sich wieder auf ihre Wurzeln besinnt, welches leider ein Irrglaube ist, die bleiben bei ihren Neoliberalen Kurs, bis es die SPD nicht mehr gibt! Erst wenn Merkel mit FDP und AFD koaliert, kommen die vielleicht " wohl eher doch nur Posten Geil!" wieder an ihren Verstand. Noch gilt leider: erst der Posten, dann die Partei und zum Schluss die Bürger! Ich drücke der Linken und Frau Wagenknecht beide Daumen, ich wäre als Sozialdemokrat sofort dabei! Merke : Sozialdemokraten, gibt es nur noch bei Die Linke!
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