Parteien Trittin plädiert für Kurswechsel der Grünen

Die Grünen im Hoch? Ex-Spitzenmann Jürgen Trittin sieht die Lage seiner Partei keineswegs rosig: In einem Papier, das dem SPIEGEL vorliegt, macht er sich für einen linkeren Kurs stark.

Grünen-Politiker Trittin
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Grünen-Politiker Trittin


Der Grünen -Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin warnt seine Partei in einer Analyse mit dem Titel "Haltung und Verantwortung - Warum der 13. März den Grünen ein Problem beschert" vor zu viel Optimismus.

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Heft 17/2016
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In dem Papier, das dem SPIEGEL vorliegt, beschreibt der grüne Ex-Spitzenmann Trittin, warum seine Partei jenseits von Winfried Kretschmanns Erfolg bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg nicht so gut dasteht: "Seit 2013 verlieren die Grünen bei fast sämtlichen Wahlen zwischen 20 und 40 Prozent der Wähler*innen in absoluten Zahlen." Mit dem Verlust einer Mehrheit links der Mitte würden auch die Gründe schwinden, grün zu wählen. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

"Keine guten Aussichten für Grüne in Nordrhein-Westfalen und auch nicht für die Bundestagswahl", schreibt Trittin und plädiert für eine linke Politik. "Grüne stellen sich der wachsenden Ungleichheit entgegen, kämpfen gegen die Gefahr sozialen Abstiegs. Grüne wollen eine Gesellschaft, zu der alle beitragen und an der alle teilhaben."

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - erhältlich ab Samstagmorgen und schon heute ab 18 Uhr im digitalen SPIEGEL.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 61 Beiträge
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Seite 1
jws1 23.04.2016
1. Nicht mehr meine Partei
In einem Land, wo Aufsichtsratsvorsitzende (z.B. von VW) ein Jahresgehalt von 20 Millionen Euro als gerechtfertigt verteidigen, läuft etwas schief. Aber die Grünen beschäftigen sich mit Europa-Osterweiterung und Russland-bashing.
ketzer2000 23.04.2016
2. Konservativ mit grünem Anstrich
Mit Kretschmann, Özdemir und Göring-Eckardt haben sich die Grünen seit Fischer sukzessive von einer primär auf Umwelt und individuellen Freiheit ausgerichteten Partei zu einer Partei gewandelt, die mehr Wert auf Machterhalt und Beteiligung an der Macht, als auf Inhalte legt. Dieser Kurs ist für die Partei kritisch, da man an der SPD sehen kann, was passiert, wenn sich die Schwerpunkte der Politik in eine Richtung bewegen, die bereits durch die CDU besetzt ist. Allgemein besteht auch dann die Gefahr, dass in dem politischen Einheitsbrei (wie aktuell) Parteien mit polarisierenden Themen (z.B. Flüchtlinge) größere Stimmenanteile gewinnen. Auch besteht die Gefahr, dass Parteien ausbluten, d.h. die Führungsriege besetzt sich mit Personen, deren Profil indifferent ist und deren einziges Ziel Macht und Machterhalt ist (vgl. Biographie Özdemir). Ob die Grünen das rechtzeitig erkennen und eine interne Wende vollziehen - eher fraglich, denn wo soll bereits heute eine Alternative herkommen.
schlaueralsschlau 23.04.2016
3. Recht hat der Mann
Aber waren die Grünen je sozial? Auch Kretschmann, laut ARD Politbarometer, der beliebteste Politiker Deutschlands ist alles andere als links. Die Grünen sind SPD mit einem anderen Image.
ford.prefect 23.04.2016
4. Links?
Mit dem Verlust einer Mehrheit links der Mitte würden auch die Gründe schwinden, grün zu wählen ..... Nur wenn sich die Grünen zu weit links positionieren. Ein eher liberaler Kurs der Grünen könnte die Option auf schwarz gelb grün ermöglichen. Eine rein linke oder rein rechte Regierung scheint mir dagegen nicht so erstrebenswert.
Humboldt 23.04.2016
5. falsch
Ich halte die Analyse von Trittin für falsch. Ich halte auch das platte rechts-links-Schema für völlig überholt. Das ist die links-grüne Wirtschaftministerin Lemke und ihr Landesverband bei der letzten Landtagswahl krachend (fast) gescheitert und auf jämmerliche 5,8% abgestürzt. Und was hat es für's Land gebracht? Durch die Schwäche der Grünen wird jetzt die Mittelrheinbrücke ins UNESCO-Weltkulturerbe betoniert (und die Fähren fuhren durch das Versagen der Grünen immer noch nicht 24 h, was zu massiver Enttäuschung bei den Grün-Sympathisanten im Mittelrheintal gefü+hrt hat). Da haben die angeblich so konservativen Grünen rund um Kretschmann und sehr viel mehr an grüner Verkehrs- und Wirtschaftpolitik umgesetzt und setzen weiter um!
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