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Rheinland-Pfalz: Julia Klöckner bleibt CDU-Fraktionschefin

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CDU-Landesvorsitzende Julia Klöckner

Die CDU hat bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz deutlich verloren. Dennoch ist Spitzenkandidatin Julia Klöckner als Fraktionsvorsitzende im Amt bestätigt worden.

Trotz der Niederlage bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz bleibt CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner in dem Land Fraktionsvorsitzende. Auf der konstituierenden Sitzung der neuen Landtagsfraktion ist die 43-Jährige einem Fraktionssprecher zufolge einstimmig zur Vorsitzenden gewählt worden.

Die 35 Abgeordneten - darunter vier neue - votierten am Dienstag in Mainz einstimmig für Klöckner. Die sagte, sie nehme die Wahl an - "jetzt erst recht und jetzt in großer Verantwortung". Auf die Frage, ob sie möglicherweise nur bis zur Bundestagswahl 2017 in Mainz bleiben werde, antwortete Klöckner: "Ich bin für die ganze Legislaturperiode heute gewählt."

Zuvor hatte Klöckner nach einer CDU-Vorstandssitzung am Montagabend bereits angekündigt, auch an der Spitze des Landesverbandes zu bleiben.

Bei der Wahl am Sonntag war die Union nur zweitstärkste Kraft hinter der SPD geworden. Allerdings hat auch die bisher regierende rot-grüne Koalition keine Mehrheit mehr. SPD-Ministerpräsidentin Malu Dreyer peilt deshalb die Bildung einer Ampel-Koalition aus SPD, FDP und Grünen an. Möglich wäre aber auch eine Große Koalition aus SPD und CDU.

Die Christdemokraten hatten bei der Wahl 50.000 Wähler an die rechtspopulistische AfD verloren. Hier spielte die Flüchtlingskrise eine große Rolle: Klöckner hatte versucht, sich von Kanzlerin Angela Merkel zu distanzieren, aber eben nur ein bisschen.

Wählerwanderung
Wie schneiden die Parteien bei den Jungwählern ab, wie erfolgreich sind sie bei den Senioren? Im Vergleich der Altersgruppen fallen vor allem die starken Parallelen auf: Bei jungen wie älteren Wählern liegt die SPD vorn, gefolgt von CDU und AfD. Ihre stärksten Ergebnisse erzielen Sozial- und Christdemokraten bei den Senioren, die AfD punktet vor allem bei den 25- bis 44-Jährigen. Und die Grünen erreichen bei den Jungwählern unter 25 Jahren immerhin ein zweistelliges Ergebnis.

Welche Parteien wählen die Männer in Rheinland-Pfalz, für welche votieren die Frauen? Unterschiede zeigen sich im Geschlechtervergleich lediglich bei zwei Parteien: Die SPD holt deutlich mehr Stimmen bei den Frauen und erreicht bei den Wählerinnen rund 40 Prozent. Die AfD hingegen wählten 15 Prozent der Männer - und nur 9 Prozent der Frauen.

Welche Berufsgruppen unterstützen die großen Parteien - und bei welchen können die kleinen punkten? Auch im Vergleich der Berufsgruppen kann die SPD mehr Siege verbuchen als die CDU, sie erreicht die höchsten Werte bei Rentnern, Angestellten, Arbeitern und Arbeitslosen. Die CDU hingegen erzielt bei Selbstständigen und Beamten sehr gute Werte - und verliert bei den Arbeitslosen ganze 16 Prozentpunkte. In dieser Gruppe holt die AfD ihr stärkstes Ergebnis.

In welchen Bildungsgruppen können SPD, CDU und AfD Stimmen sammeln? Bemerkenswert konstant sichert sich die CDU etwa jede dritte Stimme in allen Bildungsgruppen. Die SPD hingegen erreicht ihr mit Abstand stärkstes Ergebnis bei den Wählern mit niedrigem Bildungsstand, die AfD in der mittleren Bildungsschicht. Zwar sind die Grünen noch immer bei Wählern mit hohem Bildungsstand am erfolgreichsten, verzeichnen aber in dieser Gruppe auch ihre größten Verluste - ein Minus von 16 Prozentpunkten auf nur noch 8 Prozent.

vek/AFP/dpa

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insgesamt 34 Beiträge
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1. Die Kanzlerin ist aktuell politisch derart angeschlagen,
VolleHosen 15.03.2016
dass Sie einen Amts-Rauswurf von Frau Klöckner gar nicht überstehen würde.
2. Man darf also hoffen
dieter 4711 15.03.2016
Das ist doch was, Frau Dreyer darf also hoffen, das alles so bleibt wie es ist,
3.
VolleHosen 15.03.2016
und das ist dann die Retour-Kutsche für das Aufbegehren gegen Frau Merkel. Mund aufgemacht, das Falsche gesagt, links - rechts Kommbination von Frau Merkel...und damit die Option ein Bundestagsmandat demnächst zu erhalten - weg! Schall und Rauch...für Frau Klöckner...so läuft es in unserer Politik.
4.
VolleHosen 15.03.2016
und das ist dann die Retour-Kutsche für das Aufbegehren gegen Frau Merkel. Mund aufgemacht, das Falsche gesagt, links - rechts Kommbination von Frau Merkel...und damit die Option ein Bundestagsmandat demnächst zu erhalten - weg! Schall und Rauch...für Frau Klöckner...so läuft es in unserer Politik.
5. Bärendienst
ChrisQa 15.03.2016
Frau Klöckners Verbleib wird den Abstieg der CDU in RP beschleunigen. Sie lieferte den besten Beweis, dass das CDU-Klientel entweder eher eine Frau Dreyer als Ministerpräsidentin will oder dann gleich das populistische Original wählt. Ihre Illoyalität gegenüber ihrer Parteichefin hat sie in der Wahl abstürzen lassen. Frau Klöckner sollte den Platz für jemand Fähigeren räumen, der auch Ideen hat, die CDU als Partei zusammen zu halten.
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