AfD-Jugend Junge Alternative löst Landesverband Niedersachsen auf

Im Visier des Verfassungsschutzes stand er bereits: Nun ist der Landesverband Niedersachsen der Jungen Alternative nicht mehr Teil der AfD-Jugend - wegen angeblich vorsätzlicher Verfehlungen.

Bundeskongress der Jungen Alternative in Barsinghausen
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Bundeskongress der Jungen Alternative in Barsinghausen


Die AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative (JA) hat ihren Landesverband Niedersachsen aufgelöst. Damit reagierte die Organisation auf die seit September laufende Beobachtung des JA-Landesverbandes durch den niedersächsischen Verfassungsschutz.

Die Entscheidung zur "Abgliederung" habe ein JA-Bundeskongress am Sonntag in Barsinghausen bei Hannover mit mehr als zwei Drittel der Stimmen beschlossen, teilte die AfD-Nachwuchsorganisation mit.

An der nicht-öffentlichen Veranstaltung, zu der auch AfD-Fraktionsvorsitzender Alexander Gauland und die Landesvorsitzende Dana Guth kamen, nahmen demnach rund 260 stimmberechtigte JA-Mitglieder teil.

Der Landesverband habe erheblich und vorsätzlich gegen die Bundessatzung, gegen die Ordnung der Organisation sowie gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung der Bundesrepublik verstoßen, wurde JA-Bundeschef Damian Lohr in der Mitteilung zitiert. Beispiele dafür hätten auch Gauland und Guth angesprochen. "Die Entscheidung des JA-Bundeskongresses ist somit richtig und wird von mir ausdrücklich begrüßt und mit Erleichterung zur Kenntnis genommen", sagte Lohr weiter.

1000 Menschen demonstrieren gegen die JA

Anfang September hatten Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius und Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (beide SPD) bekanntgegeben, dass die Verfassungsschützer in beiden Bundesländern die JA ins Visier nehmen. Die Organisation hatte daraufhin einen Bundeskongress angekündigt, um über das künftige Vorgehen zu entscheiden.

In Niedersachsen war der JA-Landesvorsitzende Lars Steinke im August abgesetzt worden, nachdem er Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg in einem nicht öffentlich einsehbaren Facebook-Eintrag als Verräter bezeichnet hatte.

Gegen die AfD-Nachwuchsorganisation demonstrierten am Sonntag in Barsinghausen rund 1000 Menschen. Sie zogen nach Polizeiangaben friedlich vom Bahnhof ins Stadtzentrum. Am Rande des Bundeskongresses kamen am Mittag noch einige Dutzend Gegner zu einer Kundgebung zusammen.

aev/dpa



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