Zehn-Punkte-Programm: Kabinett beschließt Schröders Kita-Pläne

350 Millionen Euro für Kommunen und Träger, mehr Betriebskindergärten und eine Senkung des Baustandards: Das Kabinett hat die Pläne von Familienministerin Schröder zum beschleunigten Ausbau der Kita-Betreuung gebilligt. SPD-Chef Gabriel fordert angesichts der Zeitnot einen Krippengipfel.

Kristina Schröder: 350 Millionen Euro für Kommunen und Träger Zur Großansicht
DPA

Kristina Schröder: 350 Millionen Euro für Kommunen und Träger

Berlin - Das Bundeskabinett hat am Mittwoch das Zehn-Punkte-Programm von Familienministerin Kristina Schröder für einen schnelleren Kita-Ausbau abgenickt. Dies verlautete nach übereinstimmenden Meldungen aus Regierungskreisen.

Mit zinsgünstigen Krediten für Kommunen und Personalkostenzuschüssen für Tagesmütter soll der Ausbau des Betreuungsangebots für Kleinkinder beschleunigt werden. Viele Gemeinden und Träger hätten "Probleme, die für Ausbau und Betrieb einer bedarfsgerechten örtlichen Kinderbetreuung notwendigen Ausgaben zu stemmen", heißt es in einem Zehn-Punkte-Programm.

Vorgesehen sind Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) von 350 Millionen Euro für Kommunen und Träger, die der Bund durch einen Zinszuschuss unterstützt. So würden finanzielle Hürden beim Ausbau vor Ort beseitigt. Die CDU-Politikerin plant auch eine Förderung von Betriebskindergärten und eine befristete Absenkung von Baustandards an.

Nach Schätzungen des Familienministeriums fehlen bundesweit noch immer 130.000 Betreuungsplätze in Kitas oder bei Tagesmüttern. Ab 1. August 2013 haben Eltern einen Rechtsanspruch auf ein staatlich gefördertes Betreuungsangebot. Wegen der fehlenden Plätze wird eine Klagewelle befürchtet.

Schröder will den Ausbau des Betreuungsangebots auch mit zinsgünstigen Krediten für Kommunen und Personalkostenzuschüssen für Tagesmütter beschleunigen. Viele Gemeinden und Träger hätten "Probleme, die für Ausbau und Betrieb einer bedarfsgerechten örtlichen Kinderbetreuung notwendigen Ausgaben zu stemmen", heißt es in dem Zehn-Punkte-Programm.

Der SPD gehen die Pläne der Regierung nicht weit genug. Parteichef Sigmar Gabriel forderte deshalb einen nationalen Krippengipfel, um ein Scheitern des Ausbaus von Kita-Plätzen zu verhindern. In knapp 15 Monaten hätten alle Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für ihre ein- und zweijährigen Kinder, sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Wenn der Ausbau jetzt nicht in Gang komme, drohe eine Prozesslawine.

Ähnlich äußerte sich SPD-Vize Manuela Schwesig am Mittwoch im ZDF. Statt Mittel in das geplante Betreuungsgeld zu stecken, müsse die Bundesregierung den Kita-Ausbau finanzieren, sagte Schwesig, die in Mecklenburg-Vorpommern Sozialministerin ist. Sie warf Bundesfamilienministerin Schröder (CDU) Versäumnisse vor: "Frau Schröder hat geschlafen seit drei Jahren."

Für das auch in der schwarz-gelben Koalition umstrittene Betreuungsgeld würden "zwei Milliarden Euro verpulvert, mit denen man 200.000 zusätzliche Plätze schaffen könnte", sagte Gabriel. Schröder müsse rasch einen Krippengipfel einberufen und ein tragfähiges Konzept vorstellen. Es dürfe "nicht angehen, dass der Ausbau von frühkindlichen Bildungs- und Betreuungsangeboten an einer überforderten Ministerin scheitert". An dem Krippengipfel sollten Gabriel zufolge auch Länder und Kommunen teilnehmen.

als/Reuters/dpa/dapd

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 35 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. .
H-Vollmilch 30.05.2012
Läpische 350 Millionen? Wieviele hunderte Milliarden werfen wir nun schon alljährlich den achso bedeutsamen aber zockerischen Banken in den Rachen... Einfach davon mal läpische 10% abknappsen und wirklich wichtigen Dingen wie Kitas zuschieben. Den Ackermännern bliebe dann immernoch genaug.
2. Ein wahrer..
lynx2 30.05.2012
Zitat von sysopDPA350 Millionen Euro für Kommunen und Träger, mehr Betriebskindergärten und eine Senkung des Baustandards: Das Kabinett hat die Pläne von Familienministerin Schröder zum beschleunigten Ausbau der Kita-Betreuung gebilligt. SPD-Chef Gabriel fordert angesichts der Zeitnot einen Krippengipfel. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,835889,00.html
... Krüppel-Gipfel! Vorsitz führt die Murksel mit ihrer krüppelig murksigen Politik.
3. ...
Scheidungskind 30.05.2012
Hallo ihr lieben, meine Kleine (19 Monate) geht nun schon seit knapp 4 Monaten in die Kita. Nach einigen Start Schwierigkeiten und Unterbrechungen wegen Urlaub/Krankheitsfall der Erzieherin, war meine Kleine nach 2 Monaten eingewöhnt. D.h. sie hat beim bringen kaum noch geweint und hat sich auch immer von der Erzieherin trösten lassen. Anfangs war sie nur von 9 bis 13 Uhr dort. Langsam wurde die Zeit dann ausgedehnt von 8 bis 14 Uhr. Sie isst dort super viel und auch mit Besteck (was sie da heim sehr selten macht ) und schläft auch ohne Probleme dort. Nach dem Mittagsschlaf um 14 hole ich sie dann ab. Die Kita ist auch direkt bei uns im Haus, also keine Fremde Umgebung etc. Vom Balkon aus sieht man direkt in den Kita Garten . Aaaber: Letzte Woche hatte ich ein "Entwicklungsgespräch" mit der Erzieherin das mich ziemlich verunsicherte. Sie sagte mir das meine Kleine zwar nicht mehr weint wenn ich weg bin aber dafür auch nicht spielt oder den Kindern hinterher rennt etc. Sie sitzt wohl nur da und beobachtet. Das ist ja an sich nicht schlimm, aber Stunden lang??? Sie kommuniziert dort auch nicht. Wenn man ihr Spielangebote macht dreht sie sich weg. Anfangs dachte ich das sie halt etwas länger brauch um "anzukommen" und das sie sich ja nicht soooo unwohl fühlen kann, sonst würde sie dort ja nicht so gut essen! Aber dann sagte mir ein Freundin das das gar nichts heißen muss, Kinder die sich nicht wohl fühlen, funktionieren manchmal einfach nur und reisen sich zusammen weil sie ja wissen das die Mama sie nachher abholen kommt. Was meint ihr?? Muss ich mir Sorgen machen? Seit 2 Monaten schläft sie auch sehr schlecht Nachts und wacht mehrmals kreischend auf und ist auch so sehr anhänglich geworden. Für hilfreiche Tipps oder ähnliche Erfahrungen wäre ich sehr dankbar! _____________________________________________________ Leider bekommt die Fremdbetreuung in Gruppen vielen Kleinkindern so schlecht, dass dadurch ihre Anfälligkeit für seelische - insbesondere stressbedingte Erkrankungen lebenslang steigt. http://www.fachportal-bildung-und-seelische-gesundheit.de/FAZ-2012-04-04-Die-dunkle-Seite-der-Kindheit_Essay-Boehm.PDF Psychoanalyse Aktuell - Krippenausbau (http://www.psychoanalyse-aktuell.de/kinder/krippenausbau.html) Aus diesem Blickwinkel werden sämtliche Gewinne durch Krippenbetreuung auf Kosten der betreuten Kinder erzielt.
4. Nur weil Schröder Mutter ist,
Cortado#13, 30.05.2012
Zitat von sysopDPA350 Millionen Euro für Kommunen und Träger, mehr Betriebskindergärten und eine Senkung des Baustandards: Das Kabinett hat die Pläne von Familienministerin Schröder zum beschleunigten Ausbau der Kita-Betreuung gebilligt. SPD-Chef Gabriel fordert angesichts der Zeitnot einen Krippengipfel. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,835889,00.html
hat sie keine Ahnung davon, was sie eigentlich tut!
5.
JayMAF 30.05.2012
Zitat von Cortado#13hat sie keine Ahnung davon, was sie eigentlich tut!
Für die täglichen kleinen Probleme mit dem Nachwuchs hat sie dann eine eigene 'Fachkraft'. Schröder selber muß sich schließlich um die restlichen Kinder der Nation kümmern ...
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Deutschland
RSS
alles zum Thema Betreuungsgeld
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 35 Kommentare

Fotostrecke
Umfrage: "Das Betreuungsgeld ist eine fatale Sackgasse"

Die Pläne für das Betreuungsgeld
Das Betreuungsgeld soll nach den bisherigen Plänen der Koalition vom 1. Januar 2013 an ausgezahlt werden. Es soll Familien zugutekommen, die ihr Kleinkind nicht in eine Kindertagesstätte bringen, sondern bis zum dritten Lebensjahr zu Hause betreuen möchten. 2013 sollen junge Familien demnach monatlich 100 Euro für das zweite Lebensjahr des Kindes bekommen, vom 1. Januar 2014 an 150 Euro für das zweite und dritte Lebensjahr. Das Betreuungsgeld soll unabhängig von Erwerbstätigkeit und Einkommen garantiert werden.

Zwischen Garten und Bundestag