Videotechnik Bahn investiert 40 Millionen in Überwachung

Polizei und Politik drängen auf mehr Videoüberwachung, nun will die Deutsche Bahn nach Informationen des SPIEGEL rund 40 Millionen Euro in Kameras investieren. Für das langfristige Speichern der Aufnahmen soll die Bundespolizei zuständig sein.

Warnhinweis (Archivbild): Bahn bietet Bundespolizei Datenschnittstelle an
DPA

Warnhinweis (Archivbild): Bahn bietet Bundespolizei Datenschnittstelle an


Hamburg - Die Deutsche Bahn will die Videoüberwachung auf ihren Bahnhöfen ausweiten und in den kommenden fünf Jahren rund 40 Millionen Euro in neue Kameras investieren. Bislang sind auf gut 600 der rund 5700 Bahnhöfe 4800 Videokameras installiert. Der Staatskonzern reagiert damit auf den gescheiterten Bombenanschlag auf dem Bonner Hauptbahnhof im vergangenen Dezember und die Forderung nach mehr Videoüberwachung durch die Politik.

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 23/2013
Die Drohnen-Affäre des Thomas de Maizière

Anders als von der Bundespolizei gefordert, sollen die neuen Systeme aber nur der Live-Überwachung der Bahnhöfe dienen. Laut Gesetz ist die Bahn für die rein betriebliche Gefahrenabwehr auf den Bahnhöfen zuständig, also beispielsweise dafür, dass Reisende vom Bahnsteig nicht auf die Gleise fallen. Die erhobenen Daten könnten demnach maximal 72 Stunden gespeichert werden, heißt es bei der Bahn: "Wir sind schon von Gesetzes wegen nicht die Erfüllungsgehilfen der Bundespolizei, sondern Partner in Sachen Sicherheit", begründet Bahn-Rechtsvorstand Gerd Becht die Position der Bahn.

Sollte die Bundespolizei zur möglichen Terrorabwehr jedoch auf flächendeckender Überwachung und längerer Speicherung der Videoaufnahmen bestehen, müsste diese, laut Bahn, auch dafür zahlen. So könnte der Konzern die Live-Videos über eine Schnittstelle direkt an die Bundespolizei übertragen - oder die Aufnahmen im Auftrag der Potsdamer speichern.

In der vergangenen Woche waren Pläne der Bahn bekannt geworden, künftig mit Drohnen gegen Graffiti-Sprayer vorzugehen. Eine 60.000 Euro teure Kamera-Drohne soll in den kommenden Wochen getestet werden.



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 57 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
wurzelbär 01.06.2013
1. Totale Überwachung der Tiere !
Zitat von sysopDPAPolizei und Politik drängen auf mehr Videoüberwachung, nun will die Deutsche Bahn nach Informationen des SPIEGEL rund 40 Millionen Euro in noch mehr Kameras investieren. Für das langfristige Speichern der Aufnahmen soll die Bundespolizei zuständig sein. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/kameras-bahn-investiert-40-millionen-in-ueberwachung-a-903242.html
[QUOTE=sysop;12871866]Polizei und Politik drängen auf mehr Videoüberwachung, nun will die Deutsche Bahn nach Informationen des SPIEGEL rund 40 Millionen Euro in noch mehr Kameras investieren. Für das langfristige Speichern der Aufnahmen soll die Bundespolizei zuständig sein. Um zukünftige Mobilisierung der Massen zu erkennen und diesem entgegenwirken zu können, muß man zur heutigen Sicherheit der Bürger solche Anlagen installieren. Langfristige Speicherung ist bei der Gesichtserkennung von Mittätern unerläßlich. Man will ja für eine "Volks-Stampede" gewappnet sein. Besser wäre es gewesen, dieses Geld in Bildung der Kinder und Jugendlichen zu investieren, damit solche primitiven Einstellungen und Erwartungen sich nicht erst gestallten und ergeben können. Aber das verlangt intelligente Politik, von der wir in Deutschland weit entfernt sind. Hat die Politik und Regierung der Jungend schon ihre Zukunft gestohlen, so wollen die alten "Herrschaften" sich wenigstens noch satt finanziell daran bereichern.
in_peius 01.06.2013
2. Mit anderen Worten...
Die Bahn erhöht dieses Jahr mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit (scnr) gleich dreimal die Preise. Nebenbei: Es wird also reagiert auf die Forderungen von Herrn Friedrich nach mehr, mehr, und noch mehr Überwachung (allen wissenschaftlichen Erkenntnissen der Ineffektivität zum Trotz), zugleich solle diese jedoch lediglich der Prävention dienen. Ja klar, wenn da so eine Kamera hängt, dann überlegt sich die und der Einzelne auf jeden Fall zweimal, ob sie/er auf das Gleis stolpert....
neu_ab 01.06.2013
3.
Das ist leider bitter nötig :( . Ohne die Sicherheitskameras würden Gewalttäter nicht in vielen Fällen gefasst werden können. Gut, sie können diese Gewalttaten nicht unbedingt immer verhindern, aber durch die Ergreifung & Bestrafung der Täter sind diese im günstigen Falle erstmal für eine Weile aus dem Verkehr gezogen, was letzlich die Sicherheit wieder erhöht. Jeder gesetzestreue Bürger braucht sich dagegen keine Sorgen zu machen, denn die Aufnahmen werde ja anderweitig nicht ausgewertet. Mit welchem Ziel auch? Der bekannte Vorwurf der "Profilerstellung" oder "Gesichtserkennung, ist im Zeitalter von Facebook oder der Googlebrillen wohl eher unfreiwillig komisch.
wurzelbär 01.06.2013
4. an #2 Heute 17:09 von in_peius
Zitat von in_peiusDie Bahn erhöht dieses Jahr mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit (scnr) gleich dreimal die Preise. Nebenbei: Es wird also reagiert auf die Forderungen von Herrn Friedrich nach mehr, mehr, und noch mehr Überwachung (allen wissenschaftlichen Erkenntnissen der Ineffektivität zum Trotz), zugleich solle diese jedoch lediglich der Prävention dienen. Ja klar, wenn da so eine Kamera hängt, dann überlegt sich die und der Einzelne auf jeden Fall zweimal, ob sie/er auf das Gleis stolpert....
[QUOTE=in_peius;12872061]Die Bahn erhöht dieses Jahr mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit (scnr) gleich dreimal die Preise. Sie haben es richtig erkannt ! Gewinne werden unter den Betreibern ausgeschüttet, Kosten werden dem Bürger abverlangt. Das ist in allen Bereichen in Deutschland so. Was nur durch die "Dummheit" des Volkes, daß das zuläßt, zu verdanken ist.
moewe2 01.06.2013
5.
Zitat von neu_abDas ist leider bitter nötig :( . Ohne die Sicherheitskameras würden Gewalttäter nicht in vielen Fällen gefasst werden können. Gut, sie können diese Gewalttaten nicht unbedingt immer verhindern, aber durch die Ergreifung & Bestrafung der Täter sind diese im günstigen Falle erstmal für eine Weile aus dem Verkehr gezogen, was letzlich die Sicherheit wieder erhöht. Jeder gesetzestreue Bürger braucht sich dagegen keine Sorgen zu machen, denn die Aufnahmen werde ja anderweitig nicht ausgewertet. Mit welchem Ziel auch? Der bekannte Vorwurf der "Profilerstellung" oder "Gesichtserkennung, ist im Zeitalter von Facebook oder der Googlebrillen wohl eher unfreiwillig komisch.
Leider haben genau damit auch viele DDR-Bürger die Stasi-Aktivitäten schöngeredet, sodass sie sich nicht zum Widerspruch gezwungen fühlten. Ich meine, gerade der "gesetzestreue" Bürger sollte sich für die größtmögliche Wahrung der Freiheitsrechte einsetzen und dazu gehören Anonymität und Privatsphäre im öffentlichen Raum. Meines Erachtens handelt die DB sehr korrekt, indem die Systeme nur zur kurzfristigen Nutzung eingerichtet werden. Hier kann ich ein Dazulernen aus dem Datenskandal der Ära Mehdorn erkennen. Der Schutz der Passagiere,Gäste und Bahnanlagen mit Kameras ist legitim, wenn nicht sogar geboten. Natürlich ist auch dieser Konzern zur Zusammenarbeit mit der Polizei gezwungen, aber dann geschieht die Auswertung unter Fehederführung der Polizei. Es ist nun also Sache der Politik und letztlich der Öffentlichkeit, die Speicherung von Personendaten einzudämmen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.