Kampf um CDU-Kandidatur Ex-Grüner Metzger schmollt über neue Schlappe

Zweimal angetreten, zweimal verloren: Nach seiner neuerlichen Niederlage um eine CDU-Bundestagskandidatur zeigt sich Oswald Metzger desillusioniert. Sein Scheitern sei ein Signal für den Opportunismus, findet der ehemalige Grüne: "Parteiwechsel ist zu gefährlich. Bleibt lieber in eurem Stall."


Berlin - Der frühere Grünen-Spitzenpolitiker Oswald Metzger hadert mit seiner neuerlichen Niederlage beim Bemühen um eine CDU-Direktkandidatur für den Bundestag. Der 53-jährige Haushaltsexperte, der am Freitagabend in einer Kampfabstimmung für den Wahlkreis Bodensee unterlag, bedauerte in der "Welt am Sonntag", dass sich "Leute mit Ecken und Kanten im Politikbetrieb so schwer" tun.

Parteiwechsler Metzger: "Bis euch der Zeitgeist wieder nach oben hebt"
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Parteiwechsler Metzger: "Bis euch der Zeitgeist wieder nach oben hebt"

In der Theorie würden unorthodoxe Wanderer zwischen den Parteifarben gelobt, aber in der Realität abgestraft, sagte Metzger. "Das, was mir passiert ist, ist ein Signal an alle Akteure: Parteiwechsel ist zu gefährlich. Bleibt lieber in eurem Stall. Und wartet auch dann, wenn ihr dort unzufrieden seid, lieber darauf, dass euch der Zeitgeist irgendwann wieder nach oben hebt."

Metzger war am Freitagabend in einer Stichwahl um die Bundestagskandidatur im Bodenseekreis knapp unterlegen. Metzger, der acht Jahre für die Grünen im Bundestag saß, hatte seiner alten Partei Ende 2007 den Rücken gekehrt und war dann kurz nach Ostern der CDU beigetreten. Anfang Juli war er in seinem Heimatwahlkreis Biberach mit seiner ersten Bewerbung bei der CDU gescheitert.

"Die Standpunktlosigkeit wird zum Maßstab, der Opportunismus zur Überlebensfrage für Berufspolitiker", kritisierte Metzger nun. Zu seinem knappen Scheitern sagte er: "Ich hatte beste Tagesform und breite Unterstützung - aber das Pech, dass mein Gegenkandidat seine Anhängerschaft aus dem badischen Teil des Wahlkreises mobilisiert hat, während meine Unterstützer aus dem Württembergischen nicht in genügend großer Zahl kamen."

Er kündigte an, zunächst ein Buchmanuskript abzuschließen, mit dem er in Verzug geraten sei: "Da muss ich zehn Wochen lang Vollgas geben und kann nicht ständig auf aktiver Beobachterposition bleiben und auf Anrufe warten."

phw/AP/dpa



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