Rüstung: Bundeswehr verhandelt mit Israel über Kampfdrohnen

Bundeswehr-Drohne "Heron 1": Gespräche über mögliche BewaffnungZur Großansicht
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Bundeswehr-Drohne "Heron 1": Gespräche über mögliche Bewaffnung

Bekommt die Bundeswehr bewaffnete Drohnen? Verteidigungsminister de Maizière hat die Entscheidung zwar zunächst vertagt. Trotzdem laufen nach SPIEGEL-Informationen intensive Kaufverhandlungen mit Israel. Der Chef der Luftwaffe ließ sich die Flugobjekte vor Ort präsentieren.

Berlin - Verteidigungsminister Thomas de Maizière hat die Entscheidung über eine Anschaffung bewaffneter Drohnen verschoben. Nach Informationen des SPIEGEL verhandelt sein Ministerium aber trotzdem intensiver als weithin bekannt über deren Anschaffung.

Auf Anfrage des Linken-Politikers Jan van Aken bestätigte das Ministerium, dass es im vergangenen November und im Februar Treffen mit israelischen Militärs und dem Hersteller der "Heron"-Drohne gab. Unbewaffnet setzt die Bundeswehr dieses Flugobjekt bereits in Afghanistan ein.

Erst kürzlich reiste zudem der Chef der Luftwaffe, Generalleutnant Karl Müllner, nach Israel und ließ sich die bewaffnete Version "Heron TP" vorführen. Bei der Luftwaffe wird die "Heron"-Drohne mittlerweile dem US-Modell "Predator" vorgezogen, da die Israelis erhebliche Fortschritte bei der Entwicklung gemacht hätten. Zudem würde Israel den Deutschen bei einem Kauf erlauben, die Drohne technisch weiterzuentwickeln. Die USA lehnen dies ab.

Minister de Maizière hatte in der vergangenen Woche erklärt, vor der Bundestagswahl nun doch keine Entscheidung mehr über den Kauf von Kampfdrohnen herbeiführen zu wollen. Dies sei mit den Regierungsfraktionen so abgestimmt.

Ursprünglich hatte de Maizière eine Entscheidung für das Frühjahr angekündigt. Vertreter der Koalitionsfraktionen und des Bundeswehrverbands hatten sich aber gegen eine schnelle Entscheidung gestemmt. Auch in der Bevölkerung sind die Flugobjekte umstritten.

Bewaffnete Drohnen werden vorrangig von den US-Truppen bei der Jagd auf Terroristen eingesetzt. Zwar gelten die Lenkwaffen tatsächlich als präzise und punktgenau einsetzbar. Dennoch kommt es beim ortsfernen Drohneneinsatz aus der Kommandozentrale immer wieder zu zivilen Opfern im Zielgebiet.

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insgesamt 137 Beiträge
na!!! 14.04.2013
hoffentlich machen sie es gleich richtig , Global Hawk als aufklärer , Predator als Aufklärer und den Reaper als kampfdrohne . und die möchtegern pazifisten sollten mal überlegen warum die dinger wichtig sind ... einfachstes [...]
hoffentlich machen sie es gleich richtig , Global Hawk als aufklärer , Predator als Aufklärer und den Reaper als kampfdrohne . und die möchtegern pazifisten sollten mal überlegen warum die dinger wichtig sind ... einfachstes argument ... weils einfach standart einer modernen Armee ist und weiterentwicklung bedeutet .
prince62 14.04.2013
Die Bundeswehr ist eine reine Verteidigungsarmee nach GG Art. 26 und braucht deshalb keinerlei Kampfdrohnen, schon reine Aufklärungsdrohnen sind schon sehr an der Grenze, Herr de Maiziere sollte endlich mal das Grundgesetz [...]
Zitat von sysopBekommt die Bundeswehr bewaffnete Drohnen? Verteidigungsminister de Maizière hat die Entscheidung zwar zunächst vertagt. Trotzdem laufen nach SPIEGEL-Informationen intensive Kaufverhandlungen mit Israel. Der Chef der Luftwaffe ließ sich die Flugobjekte vor Ort präsentieren. Kampfdrohnen: Bundeswehr verhandelt mit Israel über Kauf - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/kampfdrohnen-bundeswehr-verhandelt-mit-israel-ueber-kauf-a-894255.html)
Die Bundeswehr ist eine reine Verteidigungsarmee nach GG Art. 26 und braucht deshalb keinerlei Kampfdrohnen, schon reine Aufklärungsdrohnen sind schon sehr an der Grenze, Herr de Maiziere sollte endlich mal das Grundgesetz lesen und entsprechend seinem Amtseid handeln, oder gehen.
ellenbetti 14.04.2013
müssen wir Geld rausschmeißen und uns wieder in Abhängigkeiten begeben ? Könne wir in Europa das nicht selbst bauen oder haben die USA / Israel ein Monopol ?
müssen wir Geld rausschmeißen und uns wieder in Abhängigkeiten begeben ? Könne wir in Europa das nicht selbst bauen oder haben die USA / Israel ein Monopol ?
warum um diese bewaffneten Drohnen so ein Bohei gemacht wird. Letztlich sind sie ein Technisch/Mechanischer Gegenstand, eine weiterentwicklung bestehender Technologie. Es ist ja nicht so, dass diese Maschienen ein eigenes Gehirn [...]
warum um diese bewaffneten Drohnen so ein Bohei gemacht wird. Letztlich sind sie ein Technisch/Mechanischer Gegenstand, eine weiterentwicklung bestehender Technologie. Es ist ja nicht so, dass diese Maschienen ein eigenes Gehirn hätte und nach Gutdünken töten würden. Wenn man über die Anschaffung bewaffneter Drohnen streitet muss man konsequenter Weise auch Panzer, Kampfflugzeuge etc. in Frage stellen. Selbst Gewehre, Pistolen etc. sind im Prinzip nichts anderes. Es sind tote Gegenstände die durch Menschenhand zum Tötungsinstrument werden können. Eine Drohne macht ja nichts wenn man sie nicht steuert. Sicherlich wäre es wünschenswert, wenn all dies nicht mehr benötigt werden würde. Doch diese Welt, in der Waffen und Waffentechnologien der Vergangenheit angehören ist noch in weiter Ferne, ich halte es für zweifelhaft dass so eine Welt jemals exisistieren wird. Insofern ist die Frage zwar Gerechtfertigt was zulässig sein darf und was nicht, aber im Falle von Drohnen finde ich Sie doch etwas überkandidelt.
fr.rottenmeier 14.04.2013
Also erst nach der Bundestagswahl? Wenn man/frau gegen Kampfdrohnen ist, weiß man/frau jetzt sehr genau, wo das Kreuzchen bei der nächsten Bundestagswahl auf keinen Fall hin darf.
Zitat von sysopMinister de Maizière hatte in der vergangenen Woche erklärt, vor der Bundestagswahl nun doch keine Entscheidung mehr über den Kauf von Kampfdrohnen herbeiführen zu wollen.
Also erst nach der Bundestagswahl? Wenn man/frau gegen Kampfdrohnen ist, weiß man/frau jetzt sehr genau, wo das Kreuzchen bei der nächsten Bundestagswahl auf keinen Fall hin darf.
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  • Sonntag, 14.04.2013 – 11:11 Uhr
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