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Kandidaten-Check Merkel vs. Steinbrück: Dr. Zauder trifft Mr. Zackig

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Sie will bei der Wahl 2013 nochmals antreten - das hat Kanzlerin Angela Merkel nun klar ausgesprochen. Ihr Kontrahent könnte dann Peer Steinbrück heißen, Lieblings-Sozialdemokrat der Deutschen. Das Duell Merkel vs. Steinbrück hätte Charme: Die möglichen Kontrahenten sind sehr verschieden.

Kanzlerin Merkel, SPD-Mann Steinbrück (Archivfoto von 2008): Müssen sie gegeneinander antreten? Zur Großansicht
dapd

Kanzlerin Merkel, SPD-Mann Steinbrück (Archivfoto von 2008): Müssen sie gegeneinander antreten?

Berlin - Angela Merkel ist bereit. Und zwar für jeden, den die SPD aufbietet. Zum ersten Mal hat die Kanzlerin signalisiert, dass sie 2013 erneut antreten wird - und sich gleichzeitig ein bisschen über die Sozialdemokraten lustig gemacht. Die CDU-Chefin, seit 2005 deutsche Regierungschefin, sagte in einem Interview mit dem Fernsehsender-Sat.1: "Ich hoffe doch, dass ich einen Gegenkandidaten von der SPD bekomme zur nächsten Bundestagswahl."

Das soll cool klingen. Nach dem Motto: 'Ich hab' noch jeden Sozi geschlagen'.

Tatsächlich beendete Merkel 2005 die Kanzlerschaft von Gerhard Schröder, vier Jahre später ließ sie ihren SPD-Herausforderer Frank-Walter Steinmeier klar hinter sich. Steht also 2013 die dritte Folge "Merkel - die Genossen-Fresserin" an?

Sicher ist der Sieg längst nicht - das weiß die Kanzlerin der schwarz-gelben Grusel-Koalition. Auch deshalb, weil ihr nun ein neuer Herausforderer aus den Reihen der SPD erwächst, der wohl ein besonders unangenehmer Gegner wäre: Ex-Finanzminister Peer Steinbrück, zurzeit nur einfacher Bundestagsabgeordneter und dennoch der Deutschen liebster Sozialdemokrat, gilt inzwischen als ernsthafter Kanzlerkandidaten-Kandidat in der SPD. Parteichef Sigmar Gabriel und der Fraktionsvorsitzende Steinmeier wären unter Umständen bereit, zu Steinbrücks Gunsten zu verzichten, wird gemunkelt.

Merkel und Steinbrück kennen sich bestens aus den vier Jahren der Großen Koalition von 2005 bis 2009, der SPD-Mann galt damals als Lieblingssozi der Kanzlerin. Und Steinbrück arbeitete so gut mit seiner Chefin zusammen, dass er die schwarz-rote Koalition am liebsten fortgesetzt hätte.

Merkel und Steinbrück sind gute Bekannte

Doch mit der Kuschelei ist es vorbei. "Sie hat ihren Zenit überschritten", sagt Steinbrück im aktuellen "Stern" über die Kanzlerin. Er sehe eine "Reihe von Fehlentscheidungen", findet der Sozialdemokrat, "wir werden schlecht regiert". Ob er 2013 gegen Merkel antreten will, darüber schweigt der SPD-Mann allerdings beharrlich. Doch auch Steinbrück kennt die Umfragen, denen zufolge er die Kanzlerin im direkten Vergleich schlagen könnte. Und seine öffentlichen Auftritte der vergangenen Wochen zeigen, dass da einer noch etwas vorhat.

Sollte es zum Duell Merkel vs. Steinbrück kommen, wäre ein packender Wahlkampf garantiert.

Dabei lohnt ein Blick auf die möglichen Kontrahenten im direkten Frau-Mann-Vergleich:

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insgesamt 106 Beiträge
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1. ++
saul7 10.07.2011
Zitat von sysopSie will bei der Wahl 2013 nochmals antreten -*das hat Kanzlerin Angela Merkel nun klar ausgesprochen. Ihr Kontrahent könnte dann Peer Steinbrück heißen, Lieblings-Sozialdemokrat der Deutschen. Das Duell Merkel vs. Steinbrück hätte Charme: Die möglichen Kontrahenten sind sehr verschieden. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,773494,00.html
Das Duell hat in der Tat seinen Charme. Das Chamaeleon Merkel würde allerdings ihrem Kontrahenten an Eloquenz unterlegen sein, und am Ende der jetzigen Koalition wird sie als Galionsfigur des konservativen Lagers nicht mehr die Zugkraft besitzen als noch vor einigen Jahren. Ein direktes Duell mit Steinbrück würde sie locker verlieren...
2. Das wird nichts.
berns 10.07.2011
Die SPD wird keinen Kanzler stellen können, denn sie wird weiter an Zustimmung verlieren. Da Steinbrück zur Gefolgschaft Schröders gerechnet werden muss, genau so wie Steinmeier, hätte er sowieso keine Chance, gewählt zu werden. Er ist auch für die asoziale Agenda 2010, für Hartz 4 und für die vielen anderen Verschlechterungen in Deutschland verantwortlich. Steinbrück hat die SPD durch Steuererleichterungen den Konzernen verkauft und er hat auch die Machenschaften der Hedgefonds in Deutschland ermöglicht. Er ist mitverantwortlich für die Minijobs und miserablen Löhne, die von SPD und Grünen beschlosssen und unterstützt worden sind. Er ist mitverantwortlich für die Rente ab 67. Und er ist mitverantwortlich am Kriegseinsatz der Bundeswehr gegen Serbien und in Afghanistan. Das hier aufgezählte reicht, um diesen Mann nie mehr ein Regierungsamt ausüben zu lassen! Über 200.000 Ex-Mitglieder sind inzwischen aus der SPD ausgetreten und sie und noch viel mehr ehemalige SPD-Wähler vergessen es nicht, dass die SPD alles soziale über Bord geworfen hat.
3. Das Ende der Parteiendiktatur
Dr. Sorglos 10.07.2011
Zitat von sysopSie will bei der Wahl 2013 nochmals antreten -*das hat Kanzlerin Angela Merkel nun klar ausgesprochen. Ihr Kontrahent könnte dann Peer Steinbrück heißen, Lieblings-Sozialdemokrat der Deutschen. Das Duell Merkel vs. Steinbrück hätte Charme: Die möglichen Kontrahenten sind sehr verschieden. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,773494,00.html
Dieses Duell hat für den Bürger soviel Charme, wie ein gestohlenes Portemonnaie. In Deutschland ist der Zeitpunkt gekommen, an dem die Parteiendiktatur der Einheitspartei CDUSPDFPDGRÜNELINKE für eine Weile ruhen sollte. Es gibt genügend Alternativen. Deutschland hat viele bürger- und deutschlandfreundliche Parteien und Wählervereinigungen - auch wenn diese von den Leitmedien systematisch totgeschwiegen werden. Zeit für den Wechsel. Zeit für Demokratie und Rechtsstaat. Das hätte Charme.
4. Schon wieder!
Zavi85 10.07.2011
In welcher kunterbunten Lollipop Welt mit Flüssen aus Regenbögen und Zuckerwattewölkchen lebt Frau Merkel denn? Sollte sie es wirklich schaffen wiedergewählt zu werden kann es nicht mit rechten Dingen zu gehen.
5. Diese Kanzlerin scheint wirklich von sich eingenommen und überzeugt von ihrem....
Roßtäuscher 10.07.2011
Zitat von sysopSie will bei der Wahl 2013 nochmals antreten -*das hat Kanzlerin Angela Merkel nun klar ausgesprochen. Ihr Kontrahent könnte dann Peer Steinbrück heißen, Lieblings-Sozialdemokrat der Deutschen. Das Duell Merkel vs. Steinbrück hätte Charme: Die möglichen Kontrahenten sind sehr verschieden. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,773494,00.html
Murks zu sein. Sonst könnte sie nicht den Mut aufbringen, nochmal zu kandidieren. Was soll man davon und von ihr halten? Will sie uns damit sagen, es gäbe keine Alternative zu ihr? Sie behandelt ohnehin die meisten schrägen Entscheidungen als alternativlos!! Hoffentlich heißt ihr Kontrahent Peer Steinbrück, er ist und bleibt der einzige Kanzlerkandidat, dem man zutraut den verfahrenen Merkel-Karren aus dem zähen Morast zu ziehen. Man muss nicht zackig sein um einer zaudernden, aber auch unvermögenden Politikerin in der Folgezeit zu zeigen, was sie nur noch falsch gemacht hat. Es ist Einstellungssache, ob diese Person es dann glauben will und kann. Auf dieses Duell freut sich sicher die ganze Bundesrepublik, um Frau ex-FDJ loszuwerden.
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Die K-Frage

Ist Peer Steinbrück der richtige Kanzlerkandidat für die SPD?


Kurzporträts der SPD-Spitze
Parteivorsitzender: Sigmar Gabriel
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Mit 51 Jahren wurde Gabriel, Jahrgang 1959, jüngster Parteichef seit Willy Brandt. In der Großen Koalition war er bis Herbst 2009 Umweltminister und profilierte sich im Wahlkampf mit Attacken gegen die Atomkraft. Nach dem Wahldesaster der Sozialdemokraten griff er entschlossen nach dem Parteivorsitz. Nach einem starken Start hat seine Autorität zuletzt im Streit um Thilo Sarrazin und die Migrantenquote Schaden genommen. Als natürlicher Kanzlerkandidat gilt er inzwischen nicht mehr.

Der gelernte Lehrer aus Goslar ist seit 1977 SPD-Mitglied. Mit 40 Jahren war er jüngster deutscher Ministerpräsident in seinem Heimatland Niedersachsen (1999-2003). Nach der Abwahl wechselte Gabriel nach Berlin und gab ein Intermezzo als "Pop-Beauftragter" der Sozialdemokraten, was ihm eher Spott als Anerkennung einbrachte ("Siggi Pop"). Gabriel ist mit einer Zahnärztin verheiratet.
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Manuela Schwesig schaffte in nur sechs Jahren den Aufstieg von der Finanzbeamtin zur SPD-Vizechefin. Frank-Walter Steinmeier pries die 1974 geborene Schwesig einst als "strahlenden Nordstern der SPD". Im Präsidium ist sie für Familienpolitik zuständig und katapultierte sich vor allem während der Verhandlungen um die Hartz-IV-Reform in die Schlagzeilen.

Die gebürtige Brandenburgerin studierte Steuerrecht und folgte ihrem Mann nach Schwerin. Dort engagierte sie sich zunächst in der Kommunalpolitik, bevor sie im Oktober 2008 ins Schweriner Kabinett eintrat - als bundesweit jüngste Landesministerin. Sie ist Mutter eines Sohnes.
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Kraft, 1961 geboren, ist SPD-Landeschefin und Ministerpäsidentin von Nordrhein-Westfalen. Seit Mitte Juli 2010 führt sie eine rot-grüne Regierung in Düsseldorf - die ersten beiden Jahre als Minderheitsregierung, seit der Landtagswahl im März 2012 mit einer deutlichen Mehrheit.

Die gelernte Bankkauffrau und studierte Wirtschaftswissenschaftlerin sieht sich selbst als Pragmatikerin, die keinem SPD-Flügel angehört. Auch ohne den typischen Stallgeruch und die übliche Ochsentour machte sie im größten SPD-Landesverband schnell Karriere - zunächst als Europa- und dann bis Mai 2005 als Wissenschaftsministerin. Später wurde sie Fraktionschefin in Düsseldorf. Kraft ist verheiratet und hat einen Sohn.
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Regierender Bürgermeister von Berlin und schon seit neun Jahren an der Spitze einer rot-roten Koalition. Gilt deshalb - für nicht wenige in der SPD irrtümlich - als Linker sowie als Wegbereiter einer bundesweiten Öffnung zur Linkspartei.

Wowereit, Jahrgang 1953, ist der Senior innerhalb der SPD-Spitze. Gelernter Jurist, passionierter Partygänger, Skat- und Golfspieler. Lebt mit einem Arzt zusammen. Bekanntester Satz, immer noch: "Ich bin schwul - und das ist auch gut so."
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Bis Herbst 2009 war Scholz, geboren 1958, Bundesarbeitsminister. Aber auch jetzt ist er wieder gut beschäftigt: Im Februar 2011 holte er bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg die absolute Mehrheit und ist seitdem Erster Bürgermeister in der Hansestadt.

Der Fachanwalt für Arbeitsrecht hat in der SPD schon viele Karrierestationen hinter sich: Innensenator in Hamburg, SPD-Generalsekretär und Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion. Scholz ist verheiratet mit einer Hamburger SPD-Politikerin.
Parteivize: Aydan Özoguz
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Die Hamburgerin, Jahrgang 1967, mit türkischen Wurzeln hat einen steilen Aufstieg in der SPD hinter sich. Seit 2009 sitzt sie im Bundestag, im Dezember 2011 übernahm sie einen der Posten als Bundes-Vize. Vorher arbeitete sie unter anderem als Intergrationsbeauftragte der SPD-Fraktion. Für Aufsehen sorgte sie 2010 mit dem Appell, die Is­lam­kon­fe­renz von Bun­desin­nen­mi­nis­ter Hans-Pe­ter Friedrich (CSU) zu boy­kot­tie­ren. Sie hatte dem Minister vorgeworfen, einen pauschalen Terrorverdacht gegen Muslime zu unterstellen. Özoguz ist mit einem Hamburger SPD-Politiker verheiratet und lebt in Oldenfelde sowie einer Berliner Dienstwohnung.
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Nahles, geb. 1970, ist schon lange bei der SPD aktiv. Vor ihrer Wahl zur Generalsekretärin war Nahles stellvertretende SPD-Vorsitzende. Einst war sie Chefin der Nachwuchsorganisation Jusos und für kurze Zeit schon einmal als Generalsekretärin vorgesehen: 2005, gegen den Willen von Franz Müntefering, der deshalb nicht mehr Parteichef sein wollte.

Nahles stammt aus Rheinland-Pfalz, sie ist Germanistin und bekennende Katholikin. Liiert ist sie mit einem Bonner Kunsthistoriker.


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