#merkelstreichelt bei Twitter Kanzlerin kassiert Spott im Netz für Tröst-Versuch

Angela Merkel erklärte einem geflüchteten Mädchen aus dem Libanon, warum es womöglich nicht in Deutschland bleiben kann. Jetzt hagelt es Kritik im Netz: Kann man die Fehler einer Flüchtlingspolitik einfach wegstreicheln?

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Ein Mädchen weint, die Kanzlerin streichelt, und das Netz ist aus dem Häuschen: Ob emotional oder gespielt - Angela Merkels Mitleidsbekundungen für ein Flüchtlingsmädchen sorgen für Aufregung in den sozialen Netzwerken. Unter den Hashtags #merkelstreichelt und #primagemacht lassen sich die Nutzer über Merkel aus. Allein zu #merkelstreichelt wurden bis zum Donnerstagmittag etwa 1500 Tweets abgesetzt.

Was ist passiert? Als Teil ihres Bürgerdialogs "Gut Leben in Deutschland" hatte die Kanzlerin ein Gespräch mit Schülern in Rostock geführt. Ein Mädchen aus dem Libanon erzählte von ihrer Sorge, wieder in ihre Heimat geschickt zu werden - und fing vor laufender Kamera an zu weinen. Merkel ging auf die Libanesin zu, streichelte ihr über die Schulter und sagte: "Das hast du doch prima gemacht."

Im Netz ergießt sich seither jede Menge Spott und Unverständnis über die Kanzlerin - auch von der Opposition. Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, etwa meldet sich zu Wort:

Beim Satiriker und TV-Moderator Jan Böhmermann hat die Kanzlerin ohnehin keinen guten Stand.

Andere erkennen eine Ironie in dem vermeintlichen Lob der Kanzlerin. So etwa Michel Reimon, für die Grünen Mitglied des Europäischen Parlaments:

Es gibt aber auch Stimmen, welche die Kanzlerin in Schutz nehmen. Journalist Udo Stiehl etwa ruft die Twitterer zu Besonnenheit auf:


Und natürlich nehmen viele Nutzer die Angelegenheit mit Humor:

Sofort gibt es die passenden Bilder zum Mem:

Und eigentlich könnte Streicheln doch auch die Lösung für so vieles sein, oder?

Und weil bereits darüber diskutiert wird, ob die erste im Netz geteilte Version des Videos, einen zu kurzen Ausschnitt der Debatte zeigt - hier finden Sie eine ausführliche Fassung der Begegnung zwischen Merkel und dem Flüchtlingsmädchen:

Bundesregierung.de

vek/kev



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 95 Beiträge
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Seite 1
c.PAF 16.07.2015
1.
Wie oft soll jetzt hier noch ein Thread gestartet werden? Siehe: http://www.spiegel.de/forum/politik/begegnung-schule-weinendes-fluechtlingsmaedchen-bringt-merkel-durcheinander-thread-325032-1.html
anfrage 16.07.2015
2.
Die Bezeichnung "Mutti" ist wohl doch übertrieben!
prikker 16.07.2015
3. Amsterdam
Ich verstehe nicht warum der Spiegel unaufhörlich versucht Merkel oder Schauble kaputt zu machen. Merkwürdig. Blöde Presse
poetnix 16.07.2015
4. Sehr gut!
Jetzt weis man, warum die Füchtlingspolitik so schief läuft und warum die Hilfe für Griechenland ohne Blick auf die Menschen so abläuft. Kalt und inhuman bis in die Haarspitzen! Die Menschenabgewandtheit konnte kaum besser dokumentiert werden. Ich schäme und entschuldige mich bei allen, die unter dieser Politik leiden müssen!
sabadin 16.07.2015
5. Eigene Menschlichkeit auspacken...
Mein Gott, wieder so ein Riesending. Merkel hat doch in ihrem Rahmen menschlich reagiert. Was hätte sie machen sollen, das Mädchen adoptieren? Also, das zeigt doch, dass es darum geht, dass die Entscheidungen über das Bleiberecht schneller gemacht werden müssen und das ist, was der Kanzlerin hier auch noch einmal nachdrücklich vorgeführt wird. Diese ganzen zerschassten Typen, die alles immer in den Dreck ziehen müssen, sollten mal ihre eigene Menschlichkeit auspacken.
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