Kapitalismuskritik Lafontaine attackiert SPD-Spitze

Wenn es um verbale Breitseiten gegen die internationale Wirtschaft und Großunternehmen geht, ist Oskar Lafontaine meist schnell zur Stelle. Auch in die von SPD-Chef Franz Müntefering eröffnete Kapitalismuskritik hat sich der Ex-SPD-Chef eingeschaltet: Aber vor allem, um seinen Nachfolger zurechtzuweisen.


Hamburg - Mit Münteferings Kritik an Massenentlassungen sei "ihm der Applaus der Linken sicher", schreibt Lafontaine in der "Bild"-Zeitung. "Aber er vergisst, sich an die eigene Brust zu klopfen", sagt Lafontaine. Auch Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Müntefering hätten Vertrauen verspielt, "weil sie den Großunternehmen viele Milliarden Euro geschenkt und gleichzeitig Arbeitslosen und Rentnern in die Taschen gegriffen haben". Nicht Worte zählten, sondern Taten.

Lafontaine schreibt, der nordrhein-westfälische Landesverband seiner Partei könne die Wahlen noch gewinnen. "Wenn er vor den Wahlen noch glaubwürdig rüberbringt, dass Hartz IV und einige soziale Kürzungen wieder rückgängig gemacht werden, dann sehe ich noch eine Chance." Geschehe dies nicht, dann "gebe ich mein Parteibuch zurück, um als Sozialdemokrat noch in den Spiegel schauen zu können".



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