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Karlspreis Aachen: Schulz wirft EU-Regierungen Egoismus vor

SPD-Politiker und Karlspreisträger Schulz in Aachen: "Warum sind wir nicht stolz?" Zur Großansicht
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SPD-Politiker und Karlspreisträger Schulz in Aachen: "Warum sind wir nicht stolz?"

In Aachen hat EU-Parlamentspräsident Martin Schulz den renommierten Karlspreis erhalten. In seiner Rede holte der SPD-Politiker gegen die Regierungen Europas aus.

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz hat den Regierungen der Europäischen Union einen unfairen Umgang mit der EU vorgeworfen. "Hört auf damit, alle Misserfolge und ungelösten Probleme Brüssel in die Schuhe zu schieben, die Erfolge aber auf die eigene nationale Fahne zu schreiben", sagte der SPD-Politiker in einer Rede anlässlich der Verleihung des Karlspreises.

Mit der Auszeichnung sollen die Verdienste des 59-Jährigen um die Stärkung des EU-Parlaments gewürdigt werden. Er forderte von den Regierungen der 28 Mitgliedstaaten, damit aufzuhören, "die Europäische Union schlecht zu reden" - das trage zur Entfremdung der Menschen von der EU bei.

Um die europäische Einigung zu sichern, "müssen wir das verloren gegangene Vertrauen zurückgewinnen, Europa endlich verstehbar machen", sagte er weiter. "Wir haben gemeinsam so viel erreicht - gerade wir Deutschen sollten uns das vergegenwärtigen", mahnte Schulz. Feinde seien zu Freunden geworden, Diktaturen zu Demokratien, und es sei der reichste Binnenmarkt der Welt entstanden. "Wir haben Menschenrechte und Pressefreiheit, aber keine Todesstrafe oder Kinderarbeit", so Schulz. "Warum sind wir darauf nicht stolz?"

Wechsel in die Bundespolitik?

Der SPD-Politiker sprach aber auch mahnende Worte. Das europäische Haus sei ein wenig in die Jahre gekommen. "Lasst es uns erneuern, damit es in seinem Glanz erstrahlt", so Schulz. "Wer Hand an dieses Projekt legt, versündigt sich an der Zukunft der nachfolgenden Generationen." Seine Generation habe Sorge dafür zu tragen, "dass wir dieses großartige Haus unseren Kindern nicht als Ruine Europas hinterlassen".

Schulz, der als überzeugter Europäer gilt, will nach Informationen des SPIEGEL spätestens 2017 in die Bundespolitik wechseln. Intern erklärte der Sozialdemokrat demnach, dass er bereit sei, in den Bundestagswahlkampf zu ziehen und nach der Wahl eine führende Rolle zu übernehmen. Auch ein vorzeitiger Wechsel ins Bundeskabinett wird demnach in der SPD als denkbar angesehen, sofern im Wahljahr ein hoher Ministerposten frei würde.

In den vergangenen Monaten hatte sich der Druck aus der SPD-Spitze auf Schulz verstärkt, der Partei im nächsten Bundestagswahlkampf zur Verfügung zu stehen. Kürzlich brachte der SPD-Bundestagsfraktionsvize Axel Schäfer sogar eine Kanzlerkandidatur des 59-Jährigen ins Gespräch. Schulz dagegen möchte an der Seite von Parteichef Sigmar Gabriel die Kampagne bestreiten. Seine Amtszeit als Präsident des Europäischen Parlaments endet regulär Ende 2016.

mxw/AFP/dpa

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insgesamt 146 Beiträge
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1. Ach lieber Preisträger....
Drina 14.05.2015
.. als Normalbürger und kritischer Beobachter ihres rumwirkens messe ich alle, nicht nur Sie , EU Granden noch Effizienz in der ausufernden Korruptionsbekämpfung EU Haushalt, in der rigorosen Bekämpfung eines grandiosen EU Subventionsbetruges, in Stützung und Aufbau der eigenen OLAF Institution. Es gilt nur und aussschlissliche Ergebnisse zu messen. Fromme Sprüche begleiten uns seit Christi Geburt. Es frömmelt seit Brüssel "take over" noch mehr...
2. Für was,
Hilfe2011 14.05.2015
bekommt einer eine Auszeichnung der noch nie in die öffentliche Kasse eingezahlt hat? Herr Schulz Ihre Vorwürfe an die Regierungen die mal nicht Ihrer Meinung sind sollten vorsichtiger ausdrücken und das werden nicht die letzten meinungsunterschiede sein. Handeln Sie nicht fahrlässig so viele Flüchlinge nach Europa reinzulassen? Haben Sie mal über die Ursachen für diesen Zustand laut nachgedacht? Bisher habe ich pers. in keiner Diskussion oder Presse etwas davon gehört. Ursache und Wirkung bitte nicht aus den Augen verlieren. Zündeln und dann den Allmächtigen spielen.
3. Die EU-Verwaltung hat - unbestritten - Vorteile,...
sfk15021958 14.05.2015
...jedoch kein Gespür für den Umgang mit dem Geld der Mitglieder. Das zeigt sich nicht nur bei ihren Bezügen, das zeigt sich auch mit 2 Tagungsorten - Brüssel u. Straßburg - wobei letzterer wieder nur ein Entgegenkommen und Kompromiss für die Zustimmung Frankreichs ist. Der Versuch, das Faß ohne Boden in Griechenland zu füllen, wird uns noch so einge Milliarden kosten und all das nur, weil man uneinsichtige, widerspenstige Partner im Euro halten will. Dass jetzt auch noch der außerhalb der EU verbliebene Balkan Mitglied in der EU werden soll, gehört auch zu den Schwachsinnsideen aus Brüssel!
4. Hoffentlich hat unser Karlspreisträger
lupenreinerdemokrat 14.05.2015
auch Deutschland nicht vergessen, als europäischer Egoismus-Primus. Wie Deutschland die umliegenden Volkswirtschaften durch seine Dumpinglöhne und Billig-Exportweltmeister terrorisiert, dürfte ja hoffentlich nicht an ihm vorüber gegangen sein.... Auch was die Flüchtlingspolitik angeht, scheint sich Deutschland mal wieder in Bezug auf unbegrenzte Aufnahme aller Migranten negativ hervortun zu wollen.
5.
räbbi 14.05.2015
Komisch, irgendwie ist der Karlspreis immer der "renommierte Karlspreis" Wird schon einen Grunde haben, warum man das immer gleich dazusagen muß.
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