Linken-Chefin Kipping lädt Wagenknecht-Bewegung zur Zusammenarbeit ein

Erneut erteilte Katja Kipping der Sammlungsbewegung ihrer Parteifreundin Sahra Wagenknecht eine Absage. Ganz ausschließen möchte sie jegliche Zusammenarbeit allerdings nicht.

Katja Kipping (Die Linke)
ALEXANDER BECHER/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Katja Kipping (Die Linke)


Linke-Chefin Katja Kipping hat sich erneut distanziert zur von Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine (beide Linke) ins Leben gerufenen linken Sammlungsbewegung "Aufstehen" geäußert. "Es ist offen, was aus der Sammlungsbewegung wird", sagte sie im "Sommerinterview" der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". Maßgeblich werde die Frage sein, ob sich die Initiative daran beteilige, "dass wir fortschrittliche Mehrheiten links von Union und AfD schaffen. Dann freue ich mich über jede Initiative."

Zugleich betonte Kipping: Ich persönlich werde nicht Mitglied bei "Aufstehen" werden, einfach weil ich schon eine politische Heimat habe. Das ist die Linke." Linke-Fraktionschefin Wagenknecht will die Bewegung am Dienstag in Berlin vorstellen.

Man kann gemeinsam an einem Strang ziehen

Kipping sagte, Wagenknecht und ihre Initiative seien wie SPD und Grüne eingeladen, sich an einem gemeinsamen Prozess gegen einen Rechtsruck Deutschlands zu beteiligen. Sie kämpfe schon sehr lange darum, dass die Linke den Kampf um fortschrittliche Mehrheiten aufnehme. "Und ich freue mich, wenn Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht bei diesem Ziel jetzt mitmachen und wir dann gemeinsam an einem Strang ziehen können."

Ohne Wagenknecht und Lafontaine direkt zu nennen, warnte Kipping davor, den Kampf für soziale Sicherheit und jenen um Freiheitsrechte gegeneinander auszuspielen. Beides gehöre untrennbar zusammen.

Wagenknecht beklagt, die Linke erreiche bestimmte Milieus nicht mehr, und warnt unter anderem vor offenen Grenzen für alle und einer unbegrenzten Migration in den deutschen Arbeitsmarkt. Kürzlich hatte sie erneut vor einer "grenzenlosen Willkommenskultur" gewarnt.

tin/dpa

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insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
pdebus0 02.09.2018
1.
Die Linken gehören mittlerweile schon zum satten Establishmen und gieren förmlich nach Macht um endlich an die Futtertröge zu kommen. Von Vergesellschaftung und Sozialismusideen sind sie genausoweit entfernt wie der die Erde vom Polarstern. Sie haben die Hoffnung vieler enttäuscht und plappern nur noch munter den Mainstream nach immer auf der Hut ja keine abweichende Meinung zu haben .Bravo weiter so dann erledigt ihr euch bald von selbst. Die Spd sollte Warnung sein. Anstatt alle Kräfte in einer Bewegung unterschiedlicher Lager zu vereinen beharrt ihr auf eurer Meinung. Und genau damit seit ihr auch öfter in der Politik gescheitert. Was sagt euch das Gleichnis mit den Stäbchen? eines kann man brechen aber 1000?
karljosef 03.09.2018
2. Die ganz große Koaltion unter Basta-Schröder hat die Umverteilung von
Kohl bestens fortgesetzt. (GaGroKo = Blaßrote, Grüne, Neoliberale und -christen Immer mehr Deutsche werden arm, immer weniger reich und superreich. Wenn dem eine Ende gesetzt werden soll, muss die Linke nicht intern zanken sondern Partner suchen!! Die (völlig fehlende) Antwort zu diesem Problem der AfD ist doch bekannt!
Stäffelesrutscher 03.09.2018
3.
Und das ist alles, was Sie aus diesem Interview zitieren? Was ist mit ihren Aussagen zu Mindestlohn, Renten, Chemnitz? Da ist sie zum Beispiel darauf angesprochen worden, dass einige, die eine Zeitlang PDS/Linke gewählt haben, jetzt ihr Kreuz bei der AfD machen. Kipping hat höflich und zurückhaltend darauf geantwortet. Eigentlich hätte sie einen Grund nennen können, den Sie mit dieser verzerrten dpa-Meldung bestätigen: Die bundesdeutschen Medien haben seit 1990 die Inhalte und Erfolge der PDS möglichst verschwiegen. (Es hat sehr lange gedauert, bis zumindest mal kleine Anfragen der Partei zitiert wurden.) Das den Protestwählern unter den PDS/Linke-Wählern den Eindruck vermittelt, als könne man mit einer Stimmabgabe für diese Partei nix bewegen. Und dann kam die Radau-Bewegung Pegida/AfD, auf die sich alle Medien gestürzt haben, so dass diese Leute gemerkt haben: »Oh, da reagieren Merkel & Co empfindlich«. Tja, und dann wird aus der Radau-Bewegung eine Bewegung, die die Fahne hoch hält und die Reihen fest schließt ...
Mistkaefer 03.09.2018
4. Das wird nichts, mit dem ...
... linken Privatverein von Wagenknecht und Lafontain. Schon wegen deren Egotrip machen da viele nicht mit. In der Migrantenfrage bezieht die Bewegung AfD-ähnliche Positionen. Darüber hinaus geht es um Umverteilung und Wirtschaftsfeindlichkeit. Wer von SPD und Grünen mit Verstand sollte da mitmachen?
herbert 03.09.2018
5. Die Kipping ist politisch völlig daneben und nicht wählbar wie die
ganzen Linken. Der Kipping geht es um einen Posten. Sie will ja auch ganz Afrika aufnehmen und in die deutschen Sozialleistungen drücken. Die Kipping ist ein typisches Produkt der alten SED und mit der gleichen irren Denke.
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