Katja Kipping Linken-Chefin will Rot-Rot-Grün im Bund

Katja Kipping will eigenen Angaben zufolge die aktuelle "Krise des Konservatismus" nutzen - und einen "Regierungswechsel von links" erreichen. Die Linken-Chefin setzt auf eine Zusammenarbeit mit SPD und Grünen.

Katja Kipping (Archivbild)
DPA

Katja Kipping (Archivbild)


Die Linken-Vorsitzende Katja Kipping will eine rot-rot-grüne Regierung im Bund erreichen. Die aktuelle "Krise des Konservatismus" solle genutzt werden "für einen Macht- und Regierungswechsel von links, für eine Regierung gegen den Rechtsblock", schreibt Kipping in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Rundschau". Die rot-rot-grünen Landesregierung in Berlin und Thüringen würden zeigen, "dass es geht".

Kipping sieht eigenen Angaben zufolge einen Teil des konservativen Lagers "auf einer Rutschbahn nach rechts außen". Dem wolle sie "eine klare Opposition zur autoritären Formierung" gegenüberstellen, schreibt sie in dem Gastbeitrag. Es gehe darum, andere Mehrheiten links von AfD und CDU/CSU zu erarbeiten.

Kipping tritt damit auch der Linksfraktionsvorsitzenden Sahra Wagenknecht entgegen. Diese hatte vor Kurzem die linke Sammlungsbewegung "Aufstehen" ins Leben gerufen und sich mehrfach gegen Rot-Rot-Grün ausgesprochen. Über dieses mögliche Dreierbündnis auf Bundesebene - Codename R2G - war in der Vergangenheit wiederholt diskutiert worden.



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aar/AFP



insgesamt 43 Beiträge
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Seite 1
RobGCB 05.10.2018
1.
Kipping scheint den machpolitischen Ausgleich ein wenig (sehr) über politische Positionen und Inhalte zu stellen. Während die Idee von R2G kein schlechter Ansatz ist, wirkt die Begründung etwas fadenscheinig. Der Kipping-Flügel der Linke macht nie Politik für links, sondern immer gegen rechts. Und in meinen Augen geht dabei einiges an Überzeugung und Glaubwürdigkeit verloren. Wagenknecht dabei als Spalterin darzustellen, ist mehr als lächerlich. Aufstehen ist keine Partei und hatte auch nie den Anspruch eine zu werden. Der Sinn dahinter ist mMn die enttäuschten, linksorientierten Wähler (hauptsächlich von der SPD) zusammenzuraufen um diese mit wirklich linker Politik in Berührung zu bringen, was natürlich auch der Linke letztendlich zu Gute kommt. Rot-Rot-Grün sehe ich generell als Option, besonders wenn man sich ansieht, dass die Alternativen dazu langsam aber sicher ausgehen.
cato. 05.10.2018
2.
Jedes mal, wenn in Westdeutschland RRG eine echte politische Option wurde, bedingt durch Aussagen der Akteure und in Umfragen als realistisches Szenario bestätigt, schmierte die SPD bei den folgenden Wahlen ab. So geschehen in NRW, Saarland von den Bundestagswahlen ganz zu schweigen. Und zwar völlig zu Recht. Die Linkspartei ist keine demokratische Partei, sondern eine Fortsetzung der SED, was die Partei nicht zurecht vor Gericht bestätigen ließ.
Fritz.A.Brause 05.10.2018
3. Ich finde es überraschend,...
...wie konsequent Frau Kipping an der Realität vorbei denken kann. Sie sieht eine, sicherlich vorhandene, Krise des Konservatismus. Wie sie allerdings daraus schlussfolgert, dass Ihre Partei, die bei der BT Wahl zum fünften Rad am Wagen gewählt wurde, mit müden Sozialdemokraten und den Grünen, dem vermeintlichen Wunsch der deutschen Wählerschaft nach Regierungsbildung nachkommen sollte, ist schon abenteuerlich. Zumal sich die Linke samt Chefin jetzt auch nicht eben in toller Verfassung präsentiert nach dem öffentlichen Gezanke mit Frau Wagenknecht. Oder wenn man sich die tolle Performance von RRG in Berlin anschaut. Anders ausgedrückt: Es nützt nicht, Frau Kipping, wenn Sie ihr Wunschdenken auf den Wähler projizieren. Das was Sie hier "analysieren" will ganz gewiss niemand.
schnulli602 05.10.2018
4. Das ist wohl kaum
...was die Mehrheit der Bürger möchte. Leider sehen wir gerade in Berlin ja auch, wohin das führt: Die linke Regierung hat die meisten Staatssekretäre aller Landesregierungen und bekommt nichts auf die Reihe. Berlin ist mittlerweile ein Failed-State innerhalb Deutschlands. Die aktuellen Massnahmen machen aus bisher vorhandenen Strassen sog. Begegnungsstätten. Rückbau der Strassen zugunsten von Radwegen, 30 km/h nun auch auf vielen Hauptstraßen. Leider hat man immer noch nicht begriffen, dass die individuelle Mobilität der Motor unserer Wirtschaft ist. Aber das war Links noch nie wichtig. Geld ist eben (nicht) da. Meistens das, der Anderen. Und wird eben ausgegeben. Wie es generiert wird, über solche Nebensächlichkeiten macht man sich keinen Kopf. Abgesehen von vielen anderen Themen, wie der Migration, dem Benzinpreis usw. Dann wäre es wirklich Zeit, sich nach Alternativen zum Leben in Europa oder der Welt umzugucken
pansenhans75 05.10.2018
5. Linke Mehrheiten
So bitter es ist, aber ich glaube die Zeiten linker Mehrheiten sind auf Bundesebene erst mal vorbei. Solange die SPD bereit ist, ihr letztes bisschen Profil in der Groko zu verspielen und die Grünen offensichtlich nur danach geifern der nächste Juniorpartner zu werden stellt sich R2G für die Wähler nicht als Alternative da. Auch die natofreundliche Haltung der Linken Spitze macht die Partei leider kaum noch wählbar
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