Göring-Eckardt bei SPIEGEL-Gesprächsreihe: "Gerechtigkeit wird zentrales Thema im Wahlkampf sein"

Die Grünen gehen auf Konfrontationskurs zur Union. In der SPIEGEL-Gesprächsreihe "Der Montag an der Spitze" erklärte Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt, warum sie die Politik der Kanzlerin für schädlich hält - und eine schwarz-grüne Koalition ausgeschlossen ist.

Journalisten Mascolo, Sandberg, Politikerin Göring-Eckardt (Mitte): "Rückwärts wieder raus" Zur Großansicht
Gregor Schläger

Journalisten Mascolo, Sandberg, Politikerin Göring-Eckardt (Mitte): "Rückwärts wieder raus"

Hamburg - In weniger als sechs Monaten wählen die Deutschen einen neuen Bundestag. Die Grünen gehen mit zwei Spitzenkandidaten ins Rennen. Neben Jürgen Trittin tritt Katrin Göring-Eckardt für die Partei an - am Montag stellte sie sich den Fragen von SPIEGEL-Chefredakteur Georg Mascolo und der Leiterin der SPIEGEL-Auslandsressorts, Britta Sandberg.

"Gerechtigkeit wird das zentrale Thema im Wahlkampf sein", sagte die 46-Jährige, die als Gast der Gesprächsreihe "Der Montag an der Spitze" des SPIEGEL und der Körber-Stiftung nach Hamburg gekommen war.

Besonders das Wohlstandsgefälle werde bei den Steuerplänen ihrer Partei eine entscheidende Rolle spielen, so die Politikerin weiter: "Private Vermögen müssen für die Chancengleichheit in Deutschland einstehen. Viele Reiche sind sich durchaus bewusst, dass sie durch die Krise weniger belastet wurden, als andere. Nun müssen sie beteiligt werden." Noch fehlten aber die politische Mehrheit um dies auch umzusetzen.

Klare Position bezog Göring-Eckardt bei der Frage nach einer möglichen schwarz-grünen Koalition nach der Wahl am 22. September. Für eine solche Zusammenarbeit fehle selbst "ein Mindestmaß an Übereinstimmung" - auch hier verwies sie auf die unterschiedliche Auffassung von Gerechtigkeit zwischen ihrer Partei und dem konservativen Lager. Die Politik von Kanzlerin Angela Merkel sei bedenklich, weil kein Wunsch nach Veränderung erkennbar sei. Eine solche Haltung sei "schädlich für den Zusammenhalt in der Gesellschaft", so Göring-Eckardt weiter.

"Da bin ich rückwärts wieder raus"

Bei aller Kritik am politischen Gegner erinnerte sich die Politikerin mit kaum weniger Grausen an ihre erste Begegnung mit den Grünen - in Person von "fünf Männern mit langen Bärten". Denn von Liebe auf den ersten Blick zwischen der jungen ostdeutschen Politikerin und der nicht minder jungen Ökopartei konnte damals wahrlich keine Rede sein. "Die haben diskutiert, ob man Wahlplakate mit Nägeln an Bäumen befestigen darf. Da bin ich rückwärts wieder raus."

Die jüngste Debatte über das Thema des Sexismus in der Politik begrüßte die Grünen-Politikerin dagegen als deutliches Signal: "Es ist kein Zufall, dass so viele Frauen im politischen Berlin so viel ähnliches erlebt haben. Die Diskussion dürfe viele Männer dazu gebracht haben, ihr Frauenbild zu überdenken."

jok

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1.
andra85 25.03.2013
Zitat von sysopGregor SchlägerDie Grünen gehen auf Konfrontationskurs zur Union. In der SPIEGEL-Gesprächsreihe "Der Montag an der Spitze" erklärte Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt, warum sie die Politik der Kanzlerin für schädlich hält - und eine schwarz-grüne Koalition ausgeschlossen ist. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/katrin-goering-eckardt-bei-spiegel-reihe-montag-an-der-spitze-a-890844.html
Warum diese (wie auch mal wieder in diesem Interview mehr als überdeutlich) nichtssagende und substanzlose Frau so hochgejubelt wird, wird mir wohl ein ewiges Rätsel bleiben. Übrig bleibt: Ossi Göring-Eckardt gegen Ossi Merkel. Schon alleine diese Konstellation ist erschreckend.
2.
Olaf 25.03.2013
Zitat von sysopGregor SchlägerDie Grünen gehen auf Konfrontationskurs zur Union. In der SPIEGEL-Gesprächsreihe "Der Montag an der Spitze" erklärte Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt, warum sie die Politik der Kanzlerin für schädlich hält - und eine schwarz-grüne Koalition ausgeschlossen ist. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/katrin-goering-eckardt-bei-spiegel-reihe-montag-an-der-spitze-a-890844.html
Ach ja, die gibt es ja auch noch. Ziemlich asymmetrisch, die grüne Doppelspitze. Aber jetzt darf sie ja auch was sagen. Ob sie auch vorher Trittin gefragt hat?
3.
andra85 25.03.2013
Zitat von OlafAch ja, die gibt es ja auch noch. Ziemlich asymmetrisch, die grüne Doppelspitze. Aber jetzt darf sie ja auch was sagen. Ob sie auch vorher Trittin gefragt hat?
Mit Göring-Eckardt wollen die Grünen doch nur im Osten Wahlstimmen einkassieren. Das wird nach hinten losgehen. Keiner im Osten will noch mehr dubiose Gestalten in Regierungsverantwortung, deren Vergangenheit nicht durchschaubar ist. Denn es ist wohl kein Zufall, dass die BRD immer mehr der untergegangenen DDR ähnelt.
4. Prioritäten setzen
Progressor 25.03.2013
Das Schicksal des Euros wird sich innerhalb der nächsten deutschen Legislaturperiode entscheiden. Das Scheitern der Gemeinschaftswährung hat dabei oberste Priorität. Nur bei Fortsetzung der jetzigen Schwarz-Gelben Regierung gibt es noch einen Hauch der Chance. Die Alternative für Deutschland kommt leider zu spät. Sie hätte keinen Koaltionspartner und über mehr als 50 % der Wählerstimmen kann sie nicht verfügen. Die makroökonomisch wichtige "soziale Gerechtigkeit" muss also leider diesmal noch hinten an stehen.
5. Schröders Helfer
gsm900 25.03.2013
Zitat von sysopGregor SchlägerDie Grünen gehen auf Konfrontationskurs zur Union. In der SPIEGEL-Gesprächsreihe "Der Montag an der Spitze" erklärte Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt, warum sie die Politik der Kanzlerin für schädlich hält - und eine schwarz-grüne Koalition ausgeschlossen ist. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/katrin-goering-eckardt-bei-spiegel-reihe-montag-an-der-spitze-a-890844.html
Hartz IV abnicken, den Armen die Strompreise unbezahlbar machen und dann von "Gerechtigkeit" faseln. Ich aber beschloss Politikerin zu werden.
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Zur Person
  • DPA
    Georg Mascolo, 48, arbeitete ab 1988 für SPIEGEL TV und wechselte 1992 als stellvertretender Leiter des Berliner Büros zum Nachrichten-Magazin. Danach wurde er Leiter des Deutschland-Ressorts in Hamburg, bis er 2004 als politischer Korrespondent für den SPIEGEL aus Washington berichtete. Ab Juli 2007 leitete er mit Dirk Kurbjuweit das Hauptstadtbüro in Berlin. Seit Februar 2008 ist er gemeinsam mit Mathias Müller von Blumencron Chefredakteur beim SPIEGEL.

    Seit Februar 2011 sind die Zuständigkeiten in der Doppelspitze neu verteilt: Mathias Müller von Blumencron hat die Alleinverantwortung aller digitalen Angebote unter der Marke SPIEGEL, einschließlich SPIEGEL ONLINE übernommen, Georg Mascolo die Alleinverantwortung für das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL.

Zur Person
  • Carsten Schilke
    Britta Sandberg, 50, arbeitete ab 1990 bei SPIEGEL TV, zunächst als Reporterin, später als Moderatorin und leitende Redakteurin der SPIEGEL TV Reportage und des Magazins. 2006 wechselte sie ins Auslandsressort des SPIEGEL, wo sie unter anderem die Themen Terrorismus und Frankreich betreute. 2010 wurde sie Vize-Chefin, seit September 2012 leitet sie das Auslandsressort.