Fraktionsspitze Göring-Eckardt gewinnt Kampfabstimmung bei Grünen

Die Grünen haben eine neue Fraktionschefin: Die ehemalige Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt hat sich in einer Kampfabstimmung gegen Kerstin Andreae durchgesetzt - trotz des schlechten Bundestagswahlergebnisses. Sie besetzt nun mit Anton Hofreiter die Doppelspitze.

DPA

Berlin - Das Rennen um den Fraktionsvorsitz bei den Grünen ist entschieden: Katrin Göring-Eckardt hat sich gegen ihre Konkurrentin Kerstin Andreae deutlich mit 41 zu 20 Stimmen durchgesetzt. Zwei Abgeordnete enthielten sich der Stimme.

Zwischen Göring-Eckardt und Andreae war es zu einer Kampfabstimmung gekommen. Die Realos, zu deren Lager beide Frauen gehören, konnten sich in einer Sitzung am Montagabend nicht auf eine der Kandidatinnen einigen.

Andreae gilt als wirtschaftsfreundlich, sie wird von den regierenden Grünen in Baden-Württemberg unterstützt. Andreae wäre eher ein Gesicht für einen Neuanfang gewesen.

Göring-Eckardt hatte sich im Wahlkampf auch mit sozialen Forderungen positioniert und damit manche Realos enttäuscht. Die 47-Jährige steht für Kontinuität: Zu rot-grünen Regierungszeiten war sie bereits Fraktionschefin.

Die Parteilinken hatten für die Doppelspitze den Verkehrspolitiker Anton Hofreiter gesetzt. Er fuhr bei der Wahl ein starkes Ergebnis ein: 49 Abgeordnete stimmten für ihn, nur fünf gegen ihn. Sieben Grüne enthielten sich, zwei Stimmen waren ungültig.

Britta Haßelmann wurde mit 60 von 62 Stzimmen zur Parlamentarischen Geschäftsführerin der Fraktion gewählt. Sie tritt die Nachfolge von Volker Beck an, der nicht erneut kandidierte.

Hofreiter und Göring-Eckardt folgen Renate Künast und Jürgen Trittin an der Fraktionsspitze im Bundestag, sie hatten sich nach dem schlechten Abschneiden bei der Bundestagswahl zurückgezogen. Die Grünen hatten 8,4 Prozent bekommen, dabei hatten sie in Umfragen lange im zweistelligen Bereich gelegen.

heb/syd

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insgesamt 110 Beiträge
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frankmerkel 08.10.2013
1. Grüne Flügelkämpfe
Da hat der rechte, wirtschaftsasoziale Flügel gegen den rechten, wirtschaftsasozialen Flügel gewonnen.
thetruetoday 08.10.2013
2. Unverständlich
Das ist die Gier nach Macht. Darum macht man nach dem Wahldesaster so weiter wie gehabt, teils eben mit den alten Führungsleuten.
det70 08.10.2013
3. Vorwärts,wir gehen zurück.
Na klasse, somit bleiben sie die "graue" Maus-Partei. Aber das ist ohnehin egal, weil diese Partei mittlerweile keine Inhalte mehr hat, die sie von der CDU oder SPD signifikant abhebt. Farbloser geht es kaum.
ox10c 08.10.2013
4. schade
Also kein Neuanfang..... Das werden die Grünen bei der nächsten Wahl noch merken.
Der Terraner 08.10.2013
5. Das war es dann wohl!
Mit Frau Andreae hätte es vielleicht klappen können, aber mit Frau Göring-Eckardt wohl kaum. Die Frau hat nicht nur das schlechte Wahlergebnis mitverschuldet, sie hat auch mit ihrem Einsatz für das Beschneidungsgesetz klar gemacht, welch Geistes Kind sie ist. Na, das war es dann wohl für die Grünen. Ein Neuanfang sieht auf jeden Fall anders aus.
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