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23. Mai 2012, 12:21 Uhr

Führungskrise

Kipping und Schwabedissen kandidieren für Linken-Spitze

Zwei Frauen wollen die Linke aus der Führungskrise führen. Bundesvize Katja Kipping und NRW-Chefin Katharina Schwabedissen kandidieren gemeinsam für den Parteivorsitz. Die Wahl findet auf dem Parteitag am übernächsten Wochenende statt.

Hannover - Die stellvertretende Linke-Vorsitzende Katja Kipping und die nordrhein-westfälische Landeschefin Katharina Schwabedissen haben ihre gemeinsame Kandidatur für den Parteivorsitz erklärt. "Wir fühlen uns dem Aufbruch in Richtung einer neuen, nicht-autoritären Linken verpflichtet", erklärten die beiden in Hannover.

Unter dem Titel "Weil das Wünschen nicht geholfen hat" veröffentlichte Kipping auf ihrer Homepage einen Erklärung, die außerdem von vier weiteren Mitgliedern der Linken-Führung unterzeichnet wurde. "Wir werben für eine weibliche Doppelspitze mit Katja Kipping und Katharina Schwabedissen und treten als Team an, von dem wir hoffen, das es noch größer und bunter wird, um gemeinsam einen neuen Aufbruch der Linken zu wagen," heißt es dort.

Unterstützt wird die Kandidatur unter anderem von Bundesgeschäftsführerin Caren Lay. Auch die beiden Bundestagsabgeordneten Thomas Nord und Jan van Aken sowie Vorstandsmitglied Brigitte Ostmeyer haben den Aufruf unterzeichnet.

Auch Fraktionsvize Ulrich Maurer schlug sich auf die Seite von Kipping und Schwabedissen: "Ich glaube, es ist an der Zeit, wenn die Linke überhaupt noch eine Chance haben will, dass sie jünger wird, dass sie weiblich wird und dass die Böcke sich vom Acker machen", sagte er im ARD-"Morgenmagazin".

Vier Bewerber haben ihre Kandidatur erklärt

Neben der 34-jährigen Kipping und der 39-jährigen Schwabedissen hat die sächsische Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann ihre Kandidatur erklärt. Auch Fraktionsvize Dietmar Bartsch hält seine Bewerbung bislang aufrecht. Falls keiner der vier zurückzieht, kommt es auf dem Parteitag am 2. und 3. Juni zu Kampfabstimmungen.

Oskar Lafontaine hingegen hatte am Dienstag überraschend seinen Verzicht auf eine erneute Bewerbung bekanntgegeben. Damit dürfte auch eine Spitzenkandidatur Lafontaines bei der Bundestagswahl 2013 nicht mehr in Frage kommen. Daraufhin ist auch der innerparteiliche Druck auf Bartsch gestiegen, auf dem Parteitag in Göttingen nicht zu kandidieren.

Der Landeschef in Mecklenburg- Vorpommern, Steffen Bockhahn, steht weiter zum ehmaligen Bundesgeschäftsführer der Linken. "Ich halte überhaupt nichts davon, wenn jetzt Dietmar Bartsch aufgefordert wird, seine Kandidatur zurückzuziehen", sagte er. Er habe den Eindruck, dass es einigen, die sich für eine weibliche Doppelspitze stark machten, eher darum gehe, "Dietmar Bartsch mit allen Mitteln zu verhindern".

syd/AFP/dapd

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