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Kirchenstreit in der Union Kardinal Meisners Helfer mischen die CDU auf

Kardinal Meisner: "Froh über die Initiative einiger katholischer CDU- und CSU-Freunde"Zur Großansicht
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Kardinal Meisner: "Froh über die Initiative einiger katholischer CDU- und CSU-Freunde"

2. Teil: Prominente Katholiken fehlen

Trotz der Säkularisierung, die auch die CDU erreichte, gibt es keine andere Partei, die so sehr mit den Amtskirchen in ihnen so wichtigen Grundfragen (Kirchensteuer, theologische Fakultäten, Gottesbezug in der Verfassung) übereinstimmt. Innerhalb der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gibt es einen katholischen "Kardinal-Hoeffner-Kreis". Der Kirchenbeauftragte der Fraktion gehört traditionell der katholischen Kirche an.

Gelegentlich kann aber der Zorn der Amtskirche besonders engagierte Katholiken treffen, etwa Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung und Mitglied des Zentralkomitees der Katholiken, die in der Stammzellenfrage nicht nach den Vorgaben ihrer Kirche handelte.

Gehörten dem Gründungskreis des EAK 1952 viele prominente Unionspolitiker (neben Ehlers Eugen Gerstenmeier, Gerhard Schröder, Kai-Uwe von Hassel, Werner Dollinger) an, so kann man das umgekehrt von der katholischen Initiative nicht sagen. Deren Galionsfiguren dürften sich aus unterschiedlichen Motiven der katholischen Sache hingeben. Beim ehemaligen bayerischen Staatsminister Thomas Goppel, einem durchaus liberal-katholischen und intellektuellen Landtagsabgeordneten, dürfte der Frust über die Nicht-Wiederberufung in das Landeskabinett den Ausschlag für die Übernahme des bayerischen Sprecheramts gegeben haben. Auffällig ist, dass ansonsten im AEK-Gründungskreis kein überregional bekannter Politiker Mitglied ist, auch wenn ein Europaabgeordneter und ein CSU-Bundestagsabgeordneter auf der Liste der Gründer stehen.

Die Neugründung wird im Konrad-Adenauer-Haus abgelehnt

Die einzig wirklich herausragende und einer größeren Öffentlichkeit bekannte Persönlichkeit des Gründungskreises ist ein Nicht-Politiker, nämlich Notker Wolf, Abtprimas der Benediktiner, der jedoch auf der Liste als Nicht-CDU-Mitglied geführt wird. Hervorgetreten ist auch der Trierer Professor für christliche Gesellschaftslehre, Wolfgang Ockenfels, dessen differenzierten Positionen gleichwohl den Eindruck vermitteln, als ginge es ihm um die Re-Zentrumisierung der CDU und der Politik.

Der katholische Arbeitskreis will mit dem Evangelischen Arbeitskreis gleichziehen, der eine "Sondervereinigung" der CDU mit statuarischem Charakter ist. Damit hätte die katholische Initiative ein Antragsrecht auf Parteitagen, könnte über ein Büro, einen eigenen Informationsdienst etc. verfügen. Will Lohmann, bis 2004 Chefredakteur einer Zeitung, gar als neuer AEK-Geschäftsführer in das Konrad-Adenauer-Haus einziehen?

Im Konrad-Adenauer-Haus wird die Gefahr einer Konfessionsspaltung innerhalb der Partei gesehen. Eine Gleichbehandlung mit den Evangelischen in der CDU setzte eine Änderung der Parteisatzung voraus. Gegen den Willen der Parteivorsitzenden und ihres Generalsekretärs dürfte es keine Mehrheit auf einem Bundesparteitag geben.

Die Hoffnung der CDU-Führung ist, dass sich durch ihre öffentliche Nichtbeachtung die neue Initiative totlaufen könnte. Wer aber einige handelnde Personen kennt, wird diese Hoffnung als trügerisch einschätzen müssen.

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insgesamt 314 Beiträge
mooringman 25.12.2009
Ich wußte es doch,Gefahr droht Angie nicht vom politischen Gegner,nein gefährlich wird die eigene Partei.Wenn Typen wie der berühmt berüchtigte Kardinal M. mitzureden haben,dann ist es schlecht bestellt um die Demokratie nicht nur [...]
Ich wußte es doch,Gefahr droht Angie nicht vom politischen Gegner,nein gefährlich wird die eigene Partei.Wenn Typen wie der berühmt berüchtigte Kardinal M. mitzureden haben,dann ist es schlecht bestellt um die Demokratie nicht nur in der CDU sondern in ganz Deutschland. Die Katholiken haben in ihrer glorreichen Geschichte nicht nur in der CDU genug Schaden angerichtet. Was wäre eigentlich,wenn der Hamburger Bürgermeister katholisch wäre????? Frohe Weihnachten allerseits!
MonaM 25.12.2009
Sollen sie doch. Wen interessieren ein paar frömmelnde Wichtigtuer, denen es letztlich doch nur um Wählerstimmen geht. Seien wir froh, dass die Meisners & Co. auch in der "christlichen" Union nichts mehr zu [...]
Zitat von sysopGründung eines "Arbeitskreises Engagierter Katholiken in der CDU und CSU"...
Sollen sie doch. Wen interessieren ein paar frömmelnde Wichtigtuer, denen es letztlich doch nur um Wählerstimmen geht. Seien wir froh, dass die Meisners & Co. auch in der "christlichen" Union nichts mehr zu melden haben und nur noch am erzkonservativ-fundamentalistischen Rand Gehör finden. In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!
Jott 25.12.2009
Gibt es in Zeiten von Klimawandel und Wirtschaftskrise etwas belangloseres als Religionzugehörigkeit? Die jüngeren Generationen stehen so etwas mit Unverständnis gegenüber...
Gibt es in Zeiten von Klimawandel und Wirtschaftskrise etwas belangloseres als Religionzugehörigkeit? Die jüngeren Generationen stehen so etwas mit Unverständnis gegenüber...
Iggy Rock 25.12.2009
Jedem sein Grüppchen, mir egal was die Katholiken innerhalb der Union anstellen, sollen sie doch, wenn's glücklich, bzw. seelig, macht. Das C vermisse ich ebenfalls schon lange in der Union, ich frage mich regelmäßig was es in dem [...]
Jedem sein Grüppchen, mir egal was die Katholiken innerhalb der Union anstellen, sollen sie doch, wenn's glücklich, bzw. seelig, macht. Das C vermisse ich ebenfalls schon lange in der Union, ich frage mich regelmäßig was es in dem Parteinamen noch verloren hat, wenn es ohnehin modernem Gedankengut gewichen ist. Eine Sache würde mich, als bekennenden Protestanten, aber trotzdem interessieren. Was sagt der AEK eigentlich zum Privatleben von Herrn Seehofer?
Populist 25.12.2009
Wenn islamische Verbände gegründet werden, wird mn nicht müse, sie zu hofieren und täglich zu fragen, ob ihe Interessen und sie selbst auch gebührend gewürdigt werden. Dieselben Leute, die dem Islam mit vorauseilender Huldigung [...]
Wenn islamische Verbände gegründet werden, wird mn nicht müse, sie zu hofieren und täglich zu fragen, ob ihe Interessen und sie selbst auch gebührend gewürdigt werden. Dieselben Leute, die dem Islam mit vorauseilender Huldigung begegnen, haben für christliche Vereinigungen, die ihre Interessen gewahrt sehen wollen, nur Hohn und Spott übrig. Das erkläre mir einer. Ich bin froh, dass die Beliebigkeitskanzlerin, die langsam aber sicher alle traditionellen Werte schleift, nun einen Widerpart bekommt. Wenn sie meint, nach Kohlscher Art alles aussitzen zu können, wird sie sich täuschen.
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Zum Autor
DPA
Gerd Langguth, Jahrgang 1946, lehrt Politische Wissenschaft an der Universität Bonn. Er ist ehemaliges Mitglied des Bundestages und des CDU-Parteivorstandes. Von 1988 bis 1993 leitete er die Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland.






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