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01. Juni 2014, 11:31 Uhr

Studie

Verpflegung in Kitas ist mangelhaft

Zu viel Fleisch, zu wenig Obst und Gemüse: Die Verpflegung von Kleinkindern in Kitas weist nach Informationen des SPIEGEL erhebliche Mängel auf.

Die Verpflegung von Kleinkindern in Kitas hat erhebliche Defizite. Das geht nach Informationen des SPIEGEL aus einer neuen Studie der Bertelsmannstiftung hervor. Es bestünden "begründete Zweifel, dass für alle Kita-Kinder ein gesundheitsförderndes Mittagessen sichergestellt wird", heißt es in dem Papier. Demnach servieren nur zwölf Prozent der Einrichtungen genügend Obst zum Mittagessen, nur 19 Prozent ausreichend Salat oder Rohkost.

Auf den Speiseplänen stehe zu oft Fleisch und zu selten Fisch, kritisiert ein Autorinnenteam um die Hamburger Ernährungswissenschaftlerin Ulrike Arens-Azevêdo unter Verweis auf die bestehenden Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.

Die Wissenschaftlerinnen hatten 5000 Fragebögen an Betreuungseinrichtungen verschickt, rund 1000 gaben Auskunft. Ungefähr die Hälfte lässt das Essen warm anliefern, ein Drittel kocht vor Ort.

In der Studie mit dem Titel "Is(s)t Kita gut?" wird vorgerechnet, dass der Preis für ein hochwertiges Mittagessen pro Portion deutlich sinkt, wenn es in Großküchen hergestellt wird.

In Deutschland essen täglich rund 1,8 Millionen Kinder in einer Kindertagesstätte oder in einem Kindergarten zu Mittag. Und vermutlich werden es mehr, denn der Ausbau der Betreuungsplätze geht weiter. Seit August 2013 haben alle Kinder ab dem ersten Geburtstag Anspruch auf einen Platz.

ler

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