Uno-Treffen in New York Merkel lässt sich beim Klima-Sondergipfel von Hendricks vertreten

Im September hält die Uno einen Sondergipfel zur Klimapolitik ab. Die Kanzlerin hat abgesagt, stattdessen reist Umweltministerin Hendricks nach New York. Die Opposition reagiert empört.

Kanzlerin Merkel: Keine Reise nach New York
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Kanzlerin Merkel: Keine Reise nach New York


Berlin - Anstelle der Bundeskanzlerin wird Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) im September zum Klima-Sondergipfel nach New York reisen. Das teilte das Umweltministerium am Freitag auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE mit.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte bereits im Frühjahr verlauten lassen, dass sie nicht nach New York reisen werde. Die Bundesregierung begründete die Absage mit "terminlichen Gründen". Bislang war offen, wer an ihrer Stelle zu dem Sondertreffen fliegt. Mit Hendricks ist die Vertretung nun geklärt.

Uno-Generalsekretär Ban Ki-Moon hat für den 23. September zu einem internationalen Spitzentreffen zur Klimapolitik eingeladen. Unter anderem werden US-Präsident Barack Obama, der französische Staatschef François Hollande und die chinesische Regierungsspitze erwartet.

Auftritt beim Tag der deutschen Industrie

Unterdessen werden mehr Details zu den terminlichen Verpflichtungen der Kanzlerin bekannt. Am Tag des Klima-Sondergipfels ist eine Rede Merkels beim Bund der Deutschen Industrie (BDI) geplant. Am Vormittag soll sie nach Angaben des Verbandes mit BDI-Präsident Ulrich Grillo den Tag der deutschen Industrie eröffnen.

Mit ihrer Absage an den New Yorker Gipfel setze die Kanzlerin das falsche Signal, kritisierte Oliver Krischer, Vizevorsitzender der Grünen-Fraktion im Bundestag: "Statt für mehr Klimaschutz in der Welt auf internationaler Bühne zu kämpfen, geht die Bundeskanzlerin lieber zur Festveranstaltung des Lobbyverbandes der deutschen Industrie", sagte er SPIEGEL ONLINE.

Die Bundesregierung verwies im Sommer darauf, dass sich Merkels Engagement in der Klimapolitik unter anderem in dem von ihr ins Leben gerufenen Petersberger Klimadialog zeige. Darüber hinaus wolle die Kanzlerin den Klimaschutz zu einem wichtigen Thema der deutschen G7-Präsidentschaft im Jahr 2015 machen.

Anfang Dezember wird die offizielle internationale Klimakonferenz (COP) in der peruanischen Hauptstadt Lima abgehalten. Ban Ki-Moons Sondergipfel findet im Vorfeld der COP statt. Im kommenden Jahr soll dann in Paris ein neuer Uno-Klimavertrag verabschiedet werden, der ab 2020 das Kyoto-Protokoll ablösen kann. Ziel dieses internationalen Abkommens soll sein, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad Celsius zu begrenzen. Die Verhandlungen darüber waren zuletzt ins Stocken geraten.

kaw/amz



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insgesamt 28 Beiträge
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fwittkopf 15.08.2014
1. Die Temperaturen fallen,
Zitat von sysopAFPIm September hält die Uno einen Sondergipfel zur Klimapolitik ab. Die Kanzlerin hat abgesagt, stattdessen reist Umweltministerin Hendricks nach New York. Die Opposition reagiert empört. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/klima-sondertreffen-in-new-york-hendricks-reist-anstelle-merkels-a-986262.html
das hat die Opposition noch nicht mitbekommen. Und das Klimageld wird anderweitig gebraucht, um uns vor dem IS zu schützen. Das ist überlebenswichtig.
global player 15.08.2014
2. Show-Veranstaltung
Merkel hat erkannt, dass alle diese Klima-Gipfel ohnehin nichts Konkretes bewirken und eine reine Show-Veranstaltung sind. Darauf kann sie als dienstältester Regierungschef auch gut verzichten. Außerdem ist die Umweltministerin viel besser in die Thematik eingearbeitet als die Kanzlerin. Beispielsweise zu einer Konferenz über Altzheimer sollte man ja auch lieber einen Arzt als einen Philosophen schicken.
flyingclown 15.08.2014
3. Ganz offensichtlich
setzt die Kanzlerin Prioritäten und schämt sich auch nicht dafür. Die Industrie ist für Frau Merkel wichtiger als die Umwelt und dieses Signal kommt offen an. Danke Frau Merkel für die Offenheit und schämen Sie sich für dieses Signal.
cato_91 15.08.2014
4. 2 Grad?
Guter Witz! Ist doch jetzt schon völlig unrealistisch. Und anstatt ein neues Klimaabkommen auszuhandeln wird das Kyoto-abkommen wahrscheinlich so lange verlängert bis auch das letzte Land ausgetreten ist also ca 2030 und 2060 geht dann das Gejammer los wie man so dumm sein konnte
Aquifex 15.08.2014
5.
Zitat von cato_91Guter Witz! Ist doch jetzt schon völlig unrealistisch. Und anstatt ein neues Klimaabkommen auszuhandeln wird das Kyoto-abkommen wahrscheinlich so lange verlängert bis auch das letzte Land ausgetreten ist also ca 2030 und 2060 geht dann das Gejammer los wie man so dumm sein konnte
Diesen Unsinn mit der Welt-Durchschnitts-Temperatur sollte man schnellstmöglich begraben! Was soll denn das überhaupt sein? 2 Grad Änderung hin oder her: Dieses mathematische Konstrukt kann sich auch gar nicht ändern und trotzdem hat man irgendwo extreme Hitze und anderswo extreme Kälte. Es wäre viel ehrlicher, effektiver und billiger, wenn man sich mal einfach auf Umweltschutz verständigen würde und diese unselige Klimadiskussion, die nichts bringt als Grabenkämpfe der Alarmisten und Skeptiker, bei denen es keinen Sieger geben kann, da die verfügbaren Daten keine der beiden Positionen hinreichend stützen, beenden. Aber dafür ist das Thema längst viel zu politisch und in viel zu vielen Köpfen von Leuten, die lieber bei ihrem leisten bleiben sollten, unauslöschlich eingebrannt. Prognose: Deutschland wird seinen Bürgern (bzw der erhofften Wiederwahl) zuliebe auf diesem Ideologie-Zug weiterfahren, während alle anderen dem beispiel Australiens folgen werden. Die Chance, wirklich etwas zu tun, hat man längst verspielt, als man dieses riesige Fass aufgemacht hat. Publicity ist halt alles wenn man die Massen manipulieren will.
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