Streit über Klimaschutz SPD-Chefin Nahles attackiert die Grünen

Die SPD bremst beim Klimaschutz: SPD-Chefin Andrea Nahles wirft den Grünen im SPIEGEL eine rücksichtslose Umweltpolitik vor - und warnt vor einem überhasteten Ende der Braunkohle.

Andrea Nahles
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SPD-Chefin Andrea Nahles verschärft den Ton gegenüber den Grünen und wirft der zuletzt immer populäreren Partei vor, mit einer rücksichtslosen Klimaschutzpolitik ganze Regionen in Deutschland allein zu lassen. "Die Grünen betreiben Klimaschutz durch das staatlich angeordnete Abschalten von Kohlekraftwerken, ohne sich um die Menschen vor Ort zu kümmern", kritisiert Nahles im SPIEGEL. "Die Verengung der Klimaproblematik auf die Braunkohle ist für uns nicht akzeptabel." (Lesen Sie hier das ganze Gespräch im neuen SPIEGEL.)

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Heft 36/2018
Wenn Rechte nach der Macht greifen

Niemand bestreite, dass Deutschland aus der Kohle aussteigen müsse, so Nahles. "Aber für eine Blutgrätsche gegen die Braunkohle steht die SPD nicht zur Verfügung. Wir können diese Technologie nicht einfach abknipsen. An der Kohle hängen Lebensläufe und ganze Regionen."

Die SPD-Vorsitzende kündigte an, in der Umweltpolitik künftig vor allem die Folgen für die Beschäftigten in den Abbaugebieten in den Fokus rücken zu wollen. "Die Menschen in der Lausitz oder im Rheinland wissen selbst, dass die Braunkohle nicht die Energie der Zukunft ist", sagte Nahles. "Aber die Frage ist doch: Wie können wir den Strukturwandel erfolgreich gestalten? Wir wollen den Menschen in der Region eine Chance geben, sodass die Region überleben kann und die Beschäftigten nicht nur irgendwelche Billigjobs als Alternative vorfinden, sondern gut bezahlte Arbeit."

Strukturwandel müsse neue Ideen nutzen um Klimaschutz und Arbeitsplätze zu verbinden, zum Beispiel mit Co2-freien Speicherkraftwerken, fordert die Sozialdemokratin. "Wir müssen diese Regionen wirklich ernst nehmen."

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

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insgesamt 363 Beiträge
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Seite 1
fzappel 31.08.2018
1.
Die SPD manövriert sich immer weiter ins Abseits. Ein festhalten an veralteten umweltschädlichen Technologien bringt auch den Regionen nichts. Braunkohle KWs haben keine Zukunft.
Kurt-C. Hose 31.08.2018
2. Vorschlag
Vielleicht sollte Nahles mal auf die Malediven zum Tauchen fliegen. Erstens würde unter Wasser den Unfug, den sie redet, keiner hören und zweitens würde sie mal mit eigenen Augen sehen, was Klimaerwärmung ganz praktisch bedeutet, wenn sie über Quadratkilometer tote Korallen taucht.
tinnytim 31.08.2018
3.
Der Strukturwandel ist recht einfach. 20000 Beschäftigte in der Braunkohlewirtschaft klingt zunächst viel. Von diesen sind aber 40% schon älter als 50 Jahre. Soll heißen, innerhalb von 10 Jahren ließe sich die Zahl der Beschäftigten sozialverträglich halbieren. Weiterhin müssen die riesigen Tagebau-Löcher renaturiert werden, das schafft viele Jobs und dauert einige Jahre. Zukünftig soll eine Seenlandschaft Touristen anlocken. Das schafft Wohnattraktivität und zieht langfristig Jobs an. Volkswirtschaftlich ist es auf jeden Fall ein Gewinn, mit Bezug auf den Ausbau von volatilen Erneuerbaren Energien die trägen Braunkohlekraftwerke durch flexiblere mit Gas zu ersetzen.
spon_1980133 31.08.2018
4. Der ist gut!
Rücksichtslose Umweltpolitik? Was ist denn die rücksichtsvolle Umweltpolitik? Weiterhin Braunkohleabbau und die Zerstörung gewachsener Kulturlandschaft? Klimaschutz Fehlanzeige? Nee, Frau Nahles, so wird das nichts!
luckson 31.08.2018
5. Der Untergang der SPD
Das ist der Todesstoß für die SPD! Wer in der Regierung sitzt und 30 Mrd. Überschuss erwirtschaftet hat und dann nicht weiß, wie ein sofortiger Strukturwandel im Sinne der Mitarbeiter und UND der Umwelt zu finanzieren ist, hält alle übrig gebliebenen SPD Wähler für total bescheuert. Wahlkampfmanöver gegen Grüne oder Linke helfen nur dem wirklichen politischen Gegener....
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