Klinikaufenthalt CDU-Politiker will Eltern von Komasäufern zur Kasse bitten

Tausende Jugendliche landen in Deutschland in jedem Jahr mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus: Der CDU-Politiker Spahn will jetzt deren Eltern für den Klinikaufenthalt zahlen lassen - wegen Vernachlässigung der Aufsichtspflicht.

Jugendlicher vor Alkoholregal: "Die steigende Zahl von Komasäufern ist erschreckend"
AP

Jugendlicher vor Alkoholregal: "Die steigende Zahl von Komasäufern ist erschreckend"


Berlin - Der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn will die Eltern von jugendlichen Komasäufern an den Krankenhauskosten beteiligen. "Die stark steigende Zahl von jugendlichen Komasäufern ist erschreckend!", sagte Spahn der "Bild"-Zeitung. Jede Notaufnahme koste viel Geld, daher sollten die Eltern der Kinder einen großen Teil der Behandlungskosten tragen müssen, argumentierte Spahn. "Schließlich kommen die Eltern ihrer Aufsichtspflicht nicht nach, wenn sich 12- oder 13-Jährige ungestört ins Koma saufen können", so der CDU-Mann.

Die Zahl der Teenager, die wegen ihres Alkoholkonsums in die Klinik müssen, ist tatsächlich hoch: 25.700 Kinder und Jugendliche kamen im Jahr 2008 mit Alkoholvergiftung in Krankenhäuser. 4500 von ihnen waren jünger als 15.

anr/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.