Knobloch Juden sitzen nicht auf gepackten Koffern

Deutschlands Juden sollen sich nicht von gewalttätigen Neonazis einschüchtern lassen. Dazu rief die Vorsitzende der Münchner Jüdischen Gemeinde, Charlotte Knobloch, auf. Zentralrats-Vize Friedman forderte eine Bannmeile um den Reichstag.


Charlotte Knobloch
DPA

Charlotte Knobloch

Frankfurt/Main - "Die Zeit, da Juden auf gepackten Koffern saßen, ist vorbei - und die Koffer werden auch nicht wieder hervorgeholt", sagte Knobloch. Unterdessen meldete die "Welt am Sonntag", bundesweit hätten Vertreter jüdischer Gemeinden Drohbriefe erhalten.

Knobloch sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung": "Die Juden müssen Flagge zeigen und dürfen sich nicht von antisemitischen Rabauken in die Ecke stellen lassen." Die jüdischen Deutschen sollten offensiv klarstellen, dass sie hier lebten und zu diesem Land gehörten.

Friedman sagte der "Magdeburger Volksstimme", Berlin müsse eine Bannmeile einrichten: "Es muss endlich Schluss sein mit den Bildern von grölenden Nazis, die von der Polizei geschützt mit ihren Fahnen durchs Brandenburger Tor ziehen." Eine solche Bannmeile könne dann auch das Holocaust-Denkmal schützen. Innerhalb einer um ein Parlament gezogenen Bannmeile besteht Demonstrationsverbot. Anders als in Bonn gibt es in Berlin noch keinen solcherart geschützten Bereich.



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