Kölner Hogesa-Krawalle Drei Jahre Haft für Hooligan

Hooligans ziehen randalierend durch die Stadt, liefern sich Straßenschlachten mit der Polizei - so sah es aus vor rund neun Monaten in Köln. Jetzt hat ein Gericht deshalb einen 24-Jährigen zu drei Jahren Haft verurteilt.

Hogesa-Teilnehmer werfen am 26. Oktober 2014 in Köln ein Polizeiauto um: Drei Jahre Haft für Beteiligten
DPA

Hogesa-Teilnehmer werfen am 26. Oktober 2014 in Köln ein Polizeiauto um: Drei Jahre Haft für Beteiligten


Es ist das bisher höchste Strafmaß, das in einem Prozess gegen Teilnehmer von "Hooligans gegen Salafisten", kurz Hogesa, ausgesprochen wurde. Ein 24-Jähriger wurde am Mittwoch wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und Diebstahl zu drei Jahren Haft verurteilt. Der Richter sprach von einem "unkontrollierbaren Menschen". "Sie haben ein Gewaltproblem, das Sie nicht bearbeiten", sagte er dem Angeklagten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der 24-Jährige hatte vor dem Amtsgericht Köln gestanden, während der Ausschreitungen eine Polizistin mit einem schweren Rohr attackiert und nur knapp verfehlt zu haben. Zudem beteiligte er sich an der Plünderung eines Backshops und bewarf einen Polizisten mit einer Flasche. Er habe ein Alkoholproblem und sei an diesem Tag betrunken gewesen, sagte der junge Mann.

Rund 5000 Hooligans und Rechtsextremisten waren am 26. Oktober 2014 bei einer Hogesa-Demo durch Köln gezogen. Mehrfach kam es bei der Kundgebung zu Gewaltausbrüchen und Straßenschlachten mit der Polizei. Insgesamt wurden bei der Demo 49 Beamte verletzt. Etwa 330 Strafanzeigen gingen nach der Kundgebung ein. In 193 Fällen konnten die Täter nicht ermittelt werden. Gegen 141 Verdächtige leitete die Kölner Staatsanwaltschaft Strafverfahren ein.

Bis in den September werden weitere Hogesa-Prozesse am Amtsgericht Köln verhandelt. Den Angeklagten wird unter anderem vorgeworfen, Gegenstände wie zum Beispiel Absperrgitter, Schirmständer oder Betonklötze auf Polizisten geworfen zu haben.

Der erste Hogesa-Prozess fand bereits im Februar statt. Der Richter sah es damals als erwiesen an, dass eine 21-Jährige bei der Hogesa-Kundgebung eine gefüllte Plastikflasche auf Polizisten geworfen hatte. Die Flasche verfehlte ihr Ziel. Die junge Frau hatte dem Urteil zufolge außerdem Beamte beleidigt. Sie wurde zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Auch andere Angeklagte der Hooligan-Kundgebung bekamen Geld- oder Freiheitsstrafen. Einige der Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

heb/dpa

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