Tausende Kurden demonstrieren in Köln "Erdogans Krieg stoppen"

Türkische Einheiten rücken in Nordsyrien gegen kurdische Milizen vor, in Köln protestieren viele Kurden gegen diesen Krieg: Die Polizei rechnet mit mehr als 20.000 Demonstranten - und Gewalt.

STEINBACH/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Mehrere Tausend Kurden protestieren in der Kölner Innenstadt gegen die türkische Militäroffensive in Nordsyrien. "Erdogans Krieg stoppen" oder "Frieden für Afrin" war auf Transparenten zu lesen, Redner forderten ein Ende des "brutalen Angriffs des türkischen Militärs".

Angemeldet hatte die Demo der kurdische Dachverband Nav-Dem. Die Organisation steht laut Verfassungsschutz der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK nahe. Die Kölner Polizei meldete am Mittag etwa 12.000 Teilnehmer, im Tagesverlauf werden mehr als 20.000 erwartet.

Der Demonstrationszug setzte sich mit zwei Stunden Verspätung in Gang gesetzt, weil viele Teilnehmer verbotene Symbole zeigten, wie eine Polizeisprecherin sagte. Beamte hatten demnach zuvor mehrere Kisten voller verbotener Fahnen sichergestellt und Anzeige erstattet gegen eine noch unbekannte Anzahl von Demonstranten. Das Zeigen von PKK-Fahnen oder Bildern des inhaftierten PKK-Anführer Abdullah Öcalanist in Deutschland strafbar.

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Kurden-Demo in Köln: Tausende gegen Erdogan

Die Polizei befürchtet nach eigenen Angaben gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Kurden und nationalistischen Türken, ein Großaufgebot von mehr als 2000 Beamten ist daher im Einsatz.

Die türkische Armee war vor einer Woche in der syrischen Region Afrin einmarschiert, um die kurdische Miliz YPG zu bekämpfen, die Ankara als Ableger der PKK und Terrororganisation einstuft.

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Operation "Olivenzweig": Gefechte an der Grenze zu Syrien

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte angekündigt, die "Operation Olivenzweig" auf weitere kurdisch kontrollierte Gebiete auszuweiten. Die türkischen Panzer sollen demnach entlang des gesamten türkisch-syrischen Grenzverlaufs nach Syrien rollen, auf rund 900 Kilometern Länge bis zur Grenze zum Irak. Zuletzt war die Offensive jedoch ins Stocken geraten.

DER SPIEGEL

USA und Nato halten sich bislang mit Kritik an ihrem Partner Türkei weiter zurück. Die US-Regierung fürchtet, dass die Gefechte in Afrin den Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) gefährden. Die Dschihadisten kontrollieren noch immer einige Ortschaften im Euphrattal in Ostsyrien. Die YPG hat indes an den syrischen Diktator Baschar al-Assad appelliert, er solle Regierungstruppen nach Afrin schicken, um die "Grenze gegen die türkischen Besatzer zu verteidigen".

mxw/dpa

insgesamt 58 Beiträge
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der_beste 27.01.2018
1. Taten
Bitte bedenkt... Die Taten der Pkk erfüllen jegliche Bedingungen die für eine Terrororganisation steht. Ein Vokabular zu verwenden, welches diese Taten und Organisation verniedlicht, spricht für eine Unterstützung dieser Taten.
Caty25 27.01.2018
2. PKK-Fahnen
Das PKK-Fahnen wurden nicht von den Kurden mitgebracht, sondern von den Erdogan Anhängern,um es den Falschen in die Schuhe zu schieben. Nur das ergibt einen Sinn.
m.gu 27.01.2018
3. Die Politiker der GroKo in Deutschland zeigen ihr wahres Gesicht.
Der Aggressor Türkei wird in keiner Weise verurteilt. Sehr gut beschrieben in Quelle: "Offensive der Türkei im Syrienkrieg. Eine Schande für Deutschland und die NATO." Es wird die nationale Minderheit in Syrien, geschätzte 2 Millionen Kurden, leichtbewaffnet mit wenigen erbeuteten Panzern und Geschützen vom IS, die hohe Opfer im Kampf gegen den IS seit 2013 nachweisbar (Kobane) zu beklagen haben, in einem ungerechten Krieg militärisch von einem NATO Staat angegriffen. Eine Kriegsmaschinerie von ca. 800 000 Mann plus ca 20 000 Söldner mit einer Luftwaffe, Mehrfachraketenwerfer, Panzerarmeen zu 1 000den Panzern und andere schwere Kriegstechnik zermalmt. Auf kurdischer kämpfen lediglich ca. 50 000 leichtbewaffnete Kämpfer, davon ca. 30% Mädchen und Frauen mit wenig Kampferfahrung. Deutschland unterstützt nachweisbar mit genau 751 Panzern und dazugehöriger Munition den Aggressor Türkei. Das Leben von 10 000den Kurden, vor allem Kinder und Frauen werden geschont, siehe Beweis Quelle: "Menschenrechtler: 88 Tote bei türkischen Angriffen in Syrien." Wohlgemerkt an 1 Tag, darunter 29 getötete Kinder. Wer diese Kriegsverbrechen an ein kleines wehrloses Volk unterstützt hat nicht den Hauch einer Ehre oder Menschlichkeit.
Ottokar 27.01.2018
4. Es ist traurig das das nur Kurden demonstrieren
denn was Erdogan dort treibt geht uns alle an.
enforca 27.01.2018
5. Unsere moralisch erhabene Regierung...
..die sich immer so vehement für Menschenrechte einsetzt, ist im Moment recht glücklich, dass sie sich einfach monatelang hinter Sondierungsgesprächen/Koalitionsverhandlungen/Vorstandssitzungen/Klausuren und anderen Worthülsen verstecken kann... Erbärmlich.
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