Köthen 1300 Menschen bei rechtsgerichteter Demo

Am Sonntagabend sind etwa 1300 Menschen durch Köthen gezogen, um gegen die Flüchtlingspolitik zu protestieren. Zur linken Gegendemo kamen etwa halb so viele Teilnehmer. Beide Versammlungen verliefen laut Polizei weitestgehend störungsfrei.

Rechte Demonstration in Köthen (16.09.2018)
DPA

Rechte Demonstration in Köthen (16.09.2018)


Eine Woche nach dem Tod eines 22-Jährigen hat es in der sachsen-anhaltischen Kleinstadt Köthen erneut eine rechtsgerichtete Demonstration sowie Gegenprotest gegeben.

Geschätzt etwa 1300 Menschen folgten am Sonntagabend einem Aufruf mehrerer Vereine, zum Beispiel des fremdenfeindlichen Dresdner Pegida-Bündnisses.

Etwa halb so viele beteiligten sich an einer Demonstration für eine weltoffene Gesellschaft. Die Demos verliefen nach Angaben der Polizei zunächst weitestgehend störungsfrei.

Mehr als 1000 Polizisten im Einsatz

Bei der rechtsgerichteten Demo waren Plakate wie "Volksverräter absetzen", "Heimatliebe ist kein Verbrechen" und "Es reicht, Frau Merkel, sie muss weg" zu sehen. Mehr als 1000 Polizisten aus mehreren Bundesländern sicherten das Geschehen ab. Reiterstaffeln und Wasserwerfer waren im Einsatz.

Am Vortag hatte die Kleinstadt mit gut 26.000 Einwohnern ein Zeichen für ein friedliches Köthen gesetzt: Es wurden auf zahlreiche Straßen und Plätze bunte Kreidebotschaften wie "Frieden für Köthen" und "bunt ist schön" gemalt. Die Botschaften zierten den Markt auch noch während der rechtsgerichteten Demo am Sonntag - siehe folgendes Video

Auch die Köthener Jakobskirche öffnete am Sonntagnachmittag erneut ihre Türen und hielt mit Hunderten Teilnehmern einen Friedensgottesdienst ab.

Hintergrund der Demos ist der Tod eines 22-Jährigen vor einer Woche. Nach Behördenangaben starb der schwer herzkranke Deutsche an einem Infarkt, nachdem er sich schlichtend in einen Streit zwischen mehreren Afghanen eingeschaltet hatte und ins Gesicht geschlagen wurde. Zwei 18 und 20 Jahre alte Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft.

Seit dem Tod des Mannes gab es mehrere Demos in der Stadt. Bei der ersten Spontandemo vor einer Woche waren laut Verfassungsschutz rund 500 Rechtsextreme unter den 2500 Teilnehmern. Die Polizei ermittelt unter anderem wegen Volksverhetzung.

hda/dpa

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