Kampf gegen Komasaufen: Schröder plant strenge Sperrstunde für Teenager

Familienministerin Schröder will den Jugendschutz offenbar verschärfen. Laut einem Zeitungsbericht sollen Teenager Konzerte oder Feste schon um 20 Uhr verlassen, wenn dort Alkohol ausgeschenkt wird. FDP und Wirtschaftsministerium protestieren.

Familienministerin Schröder (CDU): Gesetzentwurf mit Konfliktpotential Zur Großansicht
dapd

Familienministerin Schröder (CDU): Gesetzentwurf mit Konfliktpotential

Hamburg - Das Familienministerium will gegen den Alkoholkonsum von Teenagern härter vorgehen. Wie die "Bild am Sonntag" (BamS) berichtet, plant Ministerin Kristina Schröder eine deutliche Verschärfung des Jugendschutzgesetzes bei öffentlichen Veranstaltungen wie Konzerten und Vereinsfesten.

Die Zeitung zitiert dabei aus einer Vorlage des Schröder-Ministeriums: Demnach müssten Jugendliche unter 16 Jahren künftig öffentliche Veranstaltungen mit Alkoholausschank bis spätestens 20 Uhr verlassen. Zumindest, wenn sie ohne Begleitung eines Erziehungsberechtigten sind.

Das FDP-geführte Bundeswirtschaftsministerium hat bereits Widerstand gegen die Pläne der CDU-Politikerin angekündigt. Dem Bericht zufolge wurde auf Abteilungsleiterebene mehrfach deutlich gemacht, dass es zur Gesetzesnovelle keine Zustimmung geben werde.

Kritik kommt demnach auch aus der FDP-Bundestagsfraktion: "Guter Jugendschutz braucht Augenmaß. Mit diesem Vorschlag ist das Schröder-Ministerium deutlich übers Ziel hinausgeschossen. Das einzige Ergebnis wären frustrierte Veranstalter und Jugendliche", zitiert die "BamS" den Vorsitzender der Jungen Gruppe der FDP-Fraktion, Johannes Vogel.

Der Zeitung zufolge gibt es zwischen den Ministerien Wirtschaft und Familie nicht nur Streit in der Sache, sondern auch um den Verfahrensstand. Während eine Sprecherin von Ministerin Schröder die Existenz eines Gesetzentwurfes bestritt, teilte das Wirtschaftsressort auf Anfrage mit, man befände sich in der regierungsinternen Ressortabstimmung.

Ärger hat Ministerin Schröder auch mit einer Personalie. Überraschend und nur ein Jahr vor der Bundestagswahl versetzte Schröder ihre Abteilungsleiterin für Gleichstellung, Eva Maria Welskop-Deffaa, in den einstweiligen Ruhestand. Die Kündigung der in Frauenverbänden gut vernetzten CDU-Politikerin sorgt in der Frauenunion für Unverständnis. Rita Pawelski, Vorsitzende der Gruppe der Frauen in der Unionsfraktion, sagte der "BamS": "Wir haben die Abteilungsleiterin als sehr kompetent erlebt."

aar

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insgesamt 165 Beiträge
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1. Jugendschutz ist richtig
Dummgesicht 08.07.2012
Ich finde die Regelung richtig. Jugendschutz, und somit auch der Schutz der Umwelt vor gewalttätigen Übergriffen ist wichtiger als die finanziellen Interessen irgendwelcher Veranstalter und wirtschaftliche Gesichtspunkte.
2. ...
asdf01 08.07.2012
Schön, dass die FDP die richtigen Prioritäten setzt, schließlich will die Wirtschaft Jugendlichen alkoholhol"freie" Erfrischungsgetränke verkaufen. Da kann man dann im Gegenzug schonmal bürgerfeindliche Gesetze wie das Meldegesetzt abnicken, um den arg gebeutelten und hoch moralisch wirtschaftenden Adresshändern das Leben ein wenig zu erleichtern. Vielen Dank, ich wünsche bei erfolgreiche Wahlen (im Promillebereich).
3. ...
cato. 08.07.2012
Zitat von sysopFamilienministerin Schröder will den Jugendschutz offenbar verschärfen. Laut einem Zeitungsbericht sollen Teenager Konzerte oder Feste schon um 20 Uhr verlassen, wenn dort Alkohol ausgeschenkt wird. FDP und Wirtschaftsministerium protestieren. Komasaufen: Schröder plant Sperrstunde für Jugendliche - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,843206,00.html)
Richtig für Jugendliche sind Konzerte und Feste auch die Orte wo sie sich vollaufen lassen, ein Bier beim Volksfest oder Konzert kostet ja fast nichts, von Mischgetränken mal ganz abgesehen ... Das Gesetz so fern es verwirklicht wird, hätte wohl eher den umgekehrten Effekt, anstatt bei Veranstaltungen das ein oder andere Bier werden dann eben paar Flaschen Hartstoff eingekauft und man trifft sich bei nem Kumpel dessen Eltern nicht da sind, auf dem Spielplatz oder Schulgelände ...
4.
_stordyr_ 08.07.2012
Zitat von sysopFamilienministerin Schröder will den Jugendschutz offenbar verschärfen. Laut einem Zeitungsbericht sollen Teenager Konzerte oder Feste schon um 20 Uhr verlassen, wenn dort Alkohol ausgeschenkt wird. FDP und Wirtschaftsministerium protestieren. Komasaufen: Schröder plant Sperrstunde für Jugendliche - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,843206,00.html)
Ja, das wird sicherlich funktionieren... Was für ein bescheuerter Ansatz und Sippenhaft für tausende Teenager (16-18) dafür, dass ein paar von denen sich einfach nicht beherrschen können. Als ob das irgendwas bringen könnte. Dann wird halt daheim gesoffen, wo im zweifelsfalle nicht mal jemand is, der noch in der Lage is, den Notarzt zu rufen. Is Sommer oder was?
5.
Rainer Helmbrecht 08.07.2012
Zitat von sysopFamilienministerin Schröder will den Jugendschutz offenbar verschärfen. Laut einem Zeitungsbericht sollen Teenager Konzerte oder Feste schon um 20 Uhr verlassen, wenn dort Alkohol ausgeschenkt wird. FDP und Wirtschaftsministerium protestieren. .........
Mal unabhängig davon, ob sich Frau Schröder gegen Wirtschaft und FDP durchsetzen kann, bin ich schon seit Jahren erstaunt, wie wenig Kinder und Jugendliche Schlafen. Man beklagt, dass Kinder Nervös und Ruhelos sind, aber wenn ich daran denke, wie viel Kinder früher schlafen mussten, dann kann ich mir Vorstellen, dass es einen chronischen Schlafmangel gibt. Wenn Kinder erzählen, welche TV Sendungen sie zu welchen Zeiten sehen, dann bin ich sicher, dass Kinder früher mehr geschlafen haben. Mit 12-13 Jahren musste ich noch ins Bett gehen, meine Eltern wollten nach 20°° ihre Ruhe vor uns Kindern haben. Die 20 Uhr Nachrichten waren der Schlussgong. Sonnabends etwas länger, Sonntag gabs den Spruch, ihr müsst morgen wieder früh raus, also ab in die Falle. MfG. Rainer
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