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24. September 2006, 23:28 Uhr

Kommunalwahlen

Überraschende Machtwechsel in Niedersachsen

Bei den Stichwahlen zu den Kommunalwahlen vom 10. September in Niedersachsen hat die SPD das Amt des Oberbürgermeisters in Oldenburg und Salzgitter verloren, dafür aber in Göttingen einen OB-Posten hinzu gewonnen.

Hannover - Die größte Überraschung gab es in Oldenburg: Dort setzte sich nach einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen die CDU mit ihrem parteilosen Kandidaten Gerd Schwandner gegen den amtierenden Oberbürgermeister Dietmar Schütz (SPD) durch. Schwandner bekam laut vorläufigem amtlichen Endergebnis 50,9 Prozent der Stimmen. Die Grünen hatten dazu aufgerufen, bei den Stichwahlen für den CDU-Bewerber zu stimmen.

Auch in der SPD-Hochburg Salzgitter wird ein CDU-Politiker neuer
Oberbürgermeister. Der Christdemokrat Frank Klingebiel kam bei der Stichwahl auf 51,6 Prozent der Stimmen und besiegte damit
den sozialdemokratischen Amtsinhaber Helmut Knebel. In Göttingen steht ebenfalls ein Wechsel im Rathaus an: Nachfolger von CDU-Oberbürgermeister Jürgen Danielowski wird hier der Sozialdemokrat Wolfgang Meyer. Der 58-jährige Stadtrat Meyer kam auf 68,9 Prozent der Stimmen. Sein Kontrahent, der 39-jährige Versicherungsfachmann Daniel Alexander Helberg (CDU), erreichte nur 31,1 Prozent. Auch in Delmenhorst, Hameln und Northeim eroberten SPD-Kandidaten den Posten des Verwaltungschefs zurück.

Das Osnabrücker Rathaus bleibt in sozialdemokratischer Hand: SPD-Kandidat Boris Pistorius kam bei der Stichwahl auf 55,5 Prozent, sein Kontrahent Wolfgang Griesert von der CDU auf 44,5. Bei der Wahl des Präsidenten der Region Hannover hatte Hauke Jagau von der SPD klar die Nase vorn. Etwa eine Stunde nach Schließung der Wahllokale lag er mit knapp 60 Prozent rund 20 Punkte vor dem CDU-Kandidaten Max Matthiesen.

In 82 Städten und Landkreisen Niedersachsens waren die Bürger ein zweites Mal zur Wahl aufgerufen, weil die Bewerber um einen Posten als Landrat, Bürgermeister oder Oberbürgermeister im
ersten Wahlgang am 10. September keine absolute Mehrheit erreichten.

Im landesweiten Durchschnitt stießen die kommunalen Stichwahlen auf wenig Interesse. Nach Angaben des
Landeswahlleiters lag die durchschnittliche Wahlbeteiligung bei 35,3 Prozent. Vor fünf Jahren hatten noch 39,1 Prozent der
Wahlberechtigten ihre Stimmen bei den Stichwahlen abgegeben. Bereits beim ersten Wahlgang vor zwei Wochen lag die Beteiligung mit 51,8 Prozent deutlich unter der von 2001 (56,2).

kai/AP/dpa

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