Rechtspopulisten AfD-Mitgründer klagt über Scharfmacherkurs

Sitzt Björn Höcke bald im AfD-Vorstand? Partei-Senior Konrad Adam warnt seine Partei im SPIEGEL vor dem Rechtsausleger. Die AfD müsse sich als bürgerliche Opposition ausrichten.

Konrad Adam
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Konrad Adam


Er organisierte einst den Raum für die allererste Gründungsversammlung der AfD im hessischen Oberursel: Konrad Adam war Vorstandsmitglied der AfD bis Mitte des Jahres 2015. Nun sieht er die Partei weit entfernt von ihren Wurzeln.

"Die AfD ist den gewaltigen Ansprüchen, mit denen sie einst angetreten ist, nicht gerecht geworden", sagt der 75-Jährige Ex-Journalist dem SPIEGEL. "Sie war mal eine Professorenpartei. Aber heute sind in vielen Landesverbänden die Radikalen und Geschäftemacher obenauf." (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Die AfD habe die Austritte nach dem Abgang von Bernd Lucke nie überwunden, klagt Adam, der nach den Abgängen von Bernd Lucke und Frauke Petry das einzig verbleibende Mitglied der alten AfD-Spitze ist. "Im Wahlkampf konnte die Partei in kaum einem Bundesland geschlossen und überzeugend auftreten."

Adam wünscht sich vor allem, dass seine Parteifreunde auf dem Bundesparteitag Anfang Dezember in Hannover den AfD-Rechtsaußen Björn Höcke und dessen Anhänger in die Schranken weisen.

Noch ist unklar, ob Höcke auf dem Parteitag für den Vorstand kandidieren will. Adam warnt vehement davor: Höcke sei "ein Scharfmacher mit demagogischem Talent. Mit ihm im Bundesvorstand würde die AfD einer weiteren Radikalisierung anheimfallen."

Adam hofft, dass die AfD im Bundestag als "vernünftige, bürgerliche Opposition" agiert. "Das kann sie nur tun, wenn in der Parteiführung nicht versucht wird, die Weichen in Richtung von extremistischer Fundamentalopposition zu stellen."

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