Einwanderung Weniger Asylbewerber aus dem Kosovo

Weniger als 200 Asylbewerber aus dem Kosovo erreichen pro Tag die Bundesrepublik. Das sind deutlich weniger als zu Jahresbeginn. Grenzkontrollen und pauschale Ablehnung der Asylanträge zeigen offenbar Wirkung.

Junge im Kosovo: Schwieriger Weg aus dem Schlamassel
DPA

Junge im Kosovo: Schwieriger Weg aus dem Schlamassel


Berlin - Die Zahl von Asylbewerbern aus dem Kosovo geht in Deutschland wieder zurück. Nach Angaben des Präsidenten des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Manfred Schmidt, seien es derzeit weniger als 200 Kosovaren, die täglich in die Bundesrepublik kommen. Anfang Februar lag die Zahl noch bei etwa 1400. Schmidt sprach von einer "gewissen Entspannung". Es scheine, als hätten die eingeleiteten Schritte gewirkt, sagte er.

In den vergangenen Wochen war die Anzahl der Asylbewerber aus dem Balkanstaat stark angestiegen. Allein im Januar stellten 3630 Menschen aus dem Kosovo einen Asylantrag - 85 Prozent mehr als noch im Dezember.

Die Bundesregierung hatte daraufhin 20 Bundespolizisten an die ungarisch-serbische Grenze geschickt, um dort den Grenzübertritt von Kosovaren in die EU einzudämmen. Das Bundesamt führte Eilverfahren ein, mit dem Ziel, Asylverfahren innerhalb von 14 Tagen abzuschließen.

Der Bund bemühte sich außerdem, im Kosovo über die geringen Asylchancen in der Bundesrepublik aufzuklären. Bis auf einzelne Ausnahmen werden die Asylgesuche abgelehnt. Die Behörden sehen Bürger des Kosovo nicht als politisch verfolgt an. Unter anderem aus Bayern wurde zuletzt die Forderung laut, den Kosovo als sicheres Herkunftsland einzustufen.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) trifft am Mittwoch seinen kosovarischen Amtskollegen Skender Hyseni in Berlin. Bei dem Gespräch soll es auch um das Thema Flucht gehen.

epe/dpa



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