Kriminalstatistik Gewalt durch Extremisten erreicht Rekordstand

Die Ermordung der Ägypterin Marwa al-Schirbini ist das schlimmste Beispiel: Die Zahl der Gewalttaten von Extremisten ist in Deutschland im vergangenen Jahr auf ein nie erreichtes Niveau gestiegen. Erstmals gab es mehr Körperverletzungen durch Täter aus dem linken als aus dem rechten Spektrum.

Verurteilter Alex W. im Fall al-Schirbini: Immer mehr Gewalt von Extremisten
REUTERS

Verurteilter Alex W. im Fall al-Schirbini: Immer mehr Gewalt von Extremisten


Berlin - Innenminister Thomas de Maizière äußerte sich angesichts der Zahlen "besorgt": In Deutschland gab es 2009 so viele extremistische Straftaten wie noch nie: Insgesamt wurden 33.917 Delikte gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg von 6,7 Prozent.

Den höchsten Anstieg verzeichnete das Ministerium bei der Zahl der erfassten linksextremistischen Straftaten. Sie stieg um 39,4 Prozent auf insgesamt 9375 Fälle. Trotz eines leichten Rückgangs um 4,7 Prozent waren aber rechtsradikal motivierte Taten mit 19.468 weiter rund doppelt so häufig.

Nach dem erheblichen Anstieg im Jahr 2008 habe sich das Straftatenaufkommen erneut erhöht, erklärte de Maizière. "Ein Mensch hat infolge politisch motivierter Gewalt in Deutschland sein Leben verloren." De Maizière meinte damit die Ägypterin Marwa al-Schirbini, die am 1. Juli in einem Dresdner Gerichtssaal von einem Russlanddeutschen mit einem Messer angegriffen und getötet wurde. Die Zahl der unmittelbar auf Menschen zielenden Gewalttaten, also Körperverletzungs- und Tötungsdelikte, sei insgesamt um 7,6 Prozent auf 1980 gestiegen.

Es seien erstmals mehr Körperverletzungen aus politisch linker als aus politisch rechter Motivation begangen worden, berichtete de Maizière. Vor allem Polizisten seien das Ziel linker Gewaltausbrüche gewesen.

Ein Teilbereich der Statistik sind die rechts-motivierten Straftaten mit fremdenfeindlichen Hintergrund. Sie gingen um rund 16 Prozent auf 2477 zurück. Auch bei den rechten Gewalttaten mit einem fremdenfeindlichen Hintergrund verzeichnet das Innenministerium einen Rückgang, und zwar um 10,5 Prozent, auf 366 Taten. Bezogen auf alle gemeldeten, politisch motivierten Taten lag die Aufklärungsquote bei 39,4 Prozent. Sie war damit etwas niedriger als im Jahr zuvor.

"Die für das Jahr 2009 gemeldeten Zahlen im Bereich der politisch motivierten Kriminalität sind alles andere als erfreulich", sagte de Maizière. Er betrachte vor allem die steigende Gewalt gegen Polizisten mit Sorge. "Diese Entwicklung zeigt, wie wichtig die Umsetzung des im Koalitionsvertrag verankerten Ziels ist, strafrechtlich den Schutz von Polizeikräften gegen brutale Angriffe zu verbessern", sagte er.

Besorgt zeigte sich auch der parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Stefan Müller: "Offensichtlich sind vor allem in großen Städten Schutzräume linksextremer Gewalt entstanden. Dort gibt es Milieus, die linken Gewalttätern mit Toleranz begegnen." Müller forderte, die Förderprogramme gegen linke Gewalt massiv aufzustocken.

als/AP/dpa/Reuters



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Seite 1
bfz 23.03.2010
1. ...
Zitat von sysopDie Ermordung der Ägypterin Marwa al-Schirbini ist das schlimmste Beispiel: Die Zahl der Gewalttaten von Extremisten ist in Deutschland im vergangenen Jahr auf ein nie erreichtes Niveau gestiegen. Erstmals gab es mehr Körperverletzungen durch Täter aus dem linken als aus dem rechten Spektrum. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,685236,00.html
Linke sind doch immer die "Friedensaktivisten". Da kann es gar keine Gewalt geben! Man sollte bedenken das es eine Straftat ist ein Hakenkreuz zu malen, das solltn aus der Statistik raus rechnen. Ach und "scheiß deutsche Kartoffel verschwinde, das ist unser Land" ist keine Beleidigung geschweige denn Rassistisch!
red angel, 23.03.2010
2. statistikextremisten
Zitat von sysopDie Ermordung der Ägypterin Marwa al-Schirbini ist das schlimmste Beispiel: Die Zahl der Gewalttaten von Extremisten ist in Deutschland im vergangenen Jahr auf ein nie erreichtes Niveau gestiegen. Erstmals gab es mehr Körperverletzungen durch Täter aus dem linken als aus dem rechten Spektrum. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,685236,00.html
jaja, immer die gleiche mär von den extremisten ohne unterscheidung. "rechts gleich links" wird meistens von leuten vertreten, die selbst eher rechts stehen. schön wesentliche unterschiede leugnen und alle über einen kamm scheren. das soll demokratie sein. wo ist eigentlich die statistik zu den polizeiopfern? egal, ob migranten oder politisch andersdenkende, die polizei hat sicher ein großes maß unnötiger und politisch motivierter gewalltäter in ihren reihen, die fast immer davonkommen. es würde mich auch interessieren wer die "opfer" der linken gewalt sind? neonazis, schwer gepolsterte polizisten oder wehrlose obdachlose oder migranten mit dunkler hautfarbe? wer den unterschied nicht erkennt, ist ein wahrer extremist.
Robert B., 23.03.2010
3.
Zitat Artikel Spon: Müller forderte, die Förderprogramme gegen linke Gewalt massiv aufzustocken. Aha. Also kommt nun zum "Kampf gegen Rechts" noch ein "Kampf gegen Links" dazu. Zeit wird es wohl. Ob aber die ganze Sozialindustrie sich auch entsprechend umpolen lässt? Bin ja mal gespannt. Wir brauchen weder rechte noch linke Gewalt! Durchgreifen!
shatreng 23.03.2010
4. möp
Grundlegend lehne ich (physische/psychische)Gewalt strikt ab und sehe sie auch nicht als Form politischer Auseinandersetzung. Bevor jetzt hier aber wieder, wie zu erwarten, das Relativieren von Links und Rechts losgeht, will ich nur anmerken, dass es idiotisch ist Polizisten zu verletzen, es jedoch (kaum/keine?) Gewalt von "Linken" gegenüber "normalen" Bürgern/Menschen gibt. Auf Seiten der Rechtsextremen ist jedoch Gewalt gegen "Jeden", der nicht in das Weltbild passt vorgesehen und wird auch ausgeübt.
shokaku 23.03.2010
5. .
Zitat von sysopDie Ermordung der Ägypterin Marwa al-Schirbini ist das schlimmste Beispiel: Die Zahl der Gewalttaten von Extremisten ist in Deutschland im vergangenen Jahr auf ein nie erreichtes Niveau gestiegen. Erstmals gab es mehr Körperverletzungen durch Täter aus dem linken als aus dem rechten Spektrum. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,685236,00.html
q.e.d.
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