Krise bei BayernLB Huber soll früh von Milliarden-Risiko gewusst haben

Bayerns Finanzminister Huber ist wegen der Krise der BayernLB unter Beschuss. Der Vorwurf: Er habe die Milliarden-Belastungen der Bank zu lange unter Verschluss gehalten. Der CSU-Politiker bestreitet das. Doch laut einem Pressebericht soll er die Zahlen schon frühzeitig gekannt haben.


München - Die BayernLB und Bayerns Finanzminister Erwin Huber (CSU) sollen schon sehr früh gewusst haben, dass die Belastungen der Bank durch die US-Hypothekenkrise in die Milliarden gehen. Am 4. Dezember 2007 habe Deutschlands zweitgrößte Landesbank Huber, dem Vize des Verwaltungsrates, mitgeteilt, die Summe der Zahlungsausfälle und Wertberichtigungen werde auf 1,44 Milliarden Euro geschätzt, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" (Donnerstagausgabe). Das Blatt beruft sich dabei auf eine Sprecherin Hubers. Der CSU-Chef habe seit dem Herbst wöchentliche Berichte über die Lage der BayernLB erhalten. Allerdings seien die Zahlen immer nur vorläufig und nicht zur Weitergabe bestimmt gewesen.

Unter Druck wegen BayernLB-Krise: Finanzminister Huber
DDP

Unter Druck wegen BayernLB-Krise: Finanzminister Huber

Bereits am 6. Februar 2008, also gut eine Woche bevor die
BayernLB öffentlich die Belastungen auf 1,9 Milliarden Euro bezifferte, habe die in dem Wochenbericht an den Minister
genannte Zahl bei 1,89 Milliarden Euro gelegen, berichtete die
Zeitung weiter. Bis vergangene Woche hatte die BayernLB nur
Zahlungsausfälle von 100 Millionen Euro eingeräumt. Am Dienstag musste Bankchef Werner Schmidt auf Drängen der Landesregierung seinen Rücktritt ankündigen.

Huber ist seit Wochen unter Beschuss der Opposition in
Bayern. Sie wirft ihm - wenige Tage vor den Kommunalwahlen im
Freistaat - vor, als Kontrolleur der Bank versagt und die Zahlen
zu lange unter Verschluss gehalten zu haben. Huber hatte am
Dienstag im Landtag versichert, erst kurz vor der offiziellen
Veröffentlichung von den Daten erfahren zu haben. Den von der
Opposition geforderten Rücktritt lehnt er ab.

kai/Reuters/AFP



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