Berlin - Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) nimmt die vom Bundestag beschlossene Rentengarantie ins Visier. Angesichts einer "bemerkenswerten Rentenerhöhung" und anderer Maßnahmen für die Rentnergeneration stelle sich "langsam die Frage, ob das unter dem Gesichtspunkt der Generationengerechtigkeit nicht grenzwertig ist", sagte er am Freitag im ARD-"Morgenmagazin".

Rentner: Debatte um Finanzierungsgrundlagen
Zum 1. Juli waren die gesetzlichen Altersbezüge im Westen um 2,41 Prozent und im Osten um 3,38 Prozent angehoben worden. Auch für die kommenden Jahre sind sinkende Renten ausgeschlossen, selbst wenn die Löhne der Beschäftigen sinken.
Der "Frankfurter Rundschau" hatte SPD-Vize Steinbrück gesagt: "Ich habe große Zweifel, ob das für nachfolgende Generationen das richtige Signal ist." Der heutigen Rentnergeneration gehe es "so gut wie niemals einer zuvor".
Während andere Menschen derzeit um ihren Arbeitsplatz bangen müssten, "steigen in der Krise die Renten so stark wie seit drei, vier Jahren nicht", sagte der Sozialdemokrat. "Die Gekniffenen sind die 25- bis 35-Jährigen, die Kinder in die Welt setzen wollen", sagte Steinbrück. "Um diese Generation müssen wir uns stärker kümmern."
Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD), der die Rentengarantie in die Wege geleitet hatte, verteidigte die Maßnahme: Fast jeden Tag rechne "ein neuer schlauer Professor oder ein neues schlaues Institut" aus, was alles schief gehen könne, sagte der Arbeitsminister der "Süddeutschen Zeitung". "Diesen Panikmachern, die bei vielen Millionen Rentnern Unsicherheit verbreiten, wollen wir mit der eindeutigen Sprache des Gesetzes Einhalt gebieten."
ffr/ddp/dpa/AP
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