Berlin - Der designierte Bundespräsident Joachim Gauck hat sich im Anschluss an den Staatsakt für die Opfer des rechtsextremistischen Terrors mit deren Hinterbliebenen getroffen. Auch der türkische Botschafter in Berlin, Hüseyin Avni Karslioglu, sei dabei gewesen, wie die Zeitung "Die Welt" in ihrer Freitagsausgabe berichtet.
Am Rande der mehrstündigen Begegnung habe Gauck kurz mit dem türkischen Staatspräsidenten Abdullah Gül telefoniert. Das Telefonat sei sehr freundlich verlaufen, hieß es. In einer Ansprache an die Familienangehörigen betonte Gauck, der "als Bürger und Vorsitzender des Vereins gegen das Vergessen" sprach, dass der Neonazismus in Deutschland keine Chance habe. Der Staat würde sich wehren, auch die Bürger der Bundesrepublik würden sich der "braunen Brut in den Weg stellen".
Unter Migranten gibt es einen Streit um den designierten Bundespräsidenten und seine zentralen Themen. Während einige von ihnen Vorbehalte gegen Gauck äußern, mehren sich auch Stimmen, die ihn verteidigen und sagen, man solle seine Forderung nach mehr Verantwortung des Einzelnen ernst nehmen. Gaucks Wahl zum Staatsoberhaupt ist für den 18. März geplant.
bos/dpa/dapd
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