Kunduz-Untersuchungsausschuss Zehn Fragen an das Kriegskabinett

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Guttenberg, Merkel: Der Untersuchungsausschuss verlangt Antworten von ihnen
ddp

Guttenberg, Merkel: Der Untersuchungsausschuss verlangt Antworten von ihnen

2. Teil: Warum kam es überhaupt zu dem Bombardement?


Diese Frage erscheint angesichts der jüngsten Enthüllungen in einem ganz neuen Licht: Ursprünglich hatte der damalige Verteidigungsminister Franz Josef Jung argumentiert, die Attacke sei zwingend gewesen, um das Bundeswehrcamp in Kunduz vor einem möglichen Angriff mit Hilfe der Tanklaster zu schützen. Inzwischen allerdings schält sich heraus, dass die Attacke wohl auch ein gezielter Versuch war, einige an der Entführung der Laster beteiligte Taliban zu töten. Das geht jedenfalls aus dem Bericht des verantwortlichen Oberst Georg Klein hervor. Klein schreibt in seiner Meldung vom 5. September, adressiert an den damaligen Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan: "Am 4. September um 1.51 Uhr entschloss ich mich zwei am Abend des 3. September entführte Tanklastwagen sowie an den Fahrzeugen befindliche INS (Insurgents, zu Deutsch: Aufständische) durch den Einsatz von Luftstreitkräften zu vernichten."

Dem voraus ging offenbar die Entwicklung einer neuen Strategie der Bundeswehr in Afghanistan. Deshalb sah Klein seinen "Vernichtungsbefehl" als angemessene Aktion. Der Nato-Bericht kritisiert das. Hier heißt es: "Es ist schwer zu ergründen, warum der Fokus des PRT-Kommandeurs (Klein) auf die Taliban in dem Zielgebiet gerichtet war und nicht allein auf die gestohlenen Tanklaster..."

In jedem Fall muss folgendes geklärt werden: Wie und warum behauptete Oberst Klein zur Anforderung der Jets zuerst, es habe eine Feindberührung und dann eine unmittelbare Bedrohung gegeben, die so nie vorlagen? Daneben boten die Piloten der Kampf-Jets explizit an, im Tiefflug über die Szenerie zu fliegen, um die Menschenmenge zu zerstreuen und die Zahl von möglichen Opfern zu verringern. Dies wurde vom deutschen Kommandeur abgelehnt (siehe Protokoll links).

Forum - Schadet das Kunduz-Krisenmanagement dem Ruf des Verteidigungsministers?
insgesamt 5369 Beiträge
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Seite 1
AndyH 12.12.2009
1.
Zitat von sysopVerteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat mit der Behandlung der Kunduz-Affäre erhebliche Probleme. Das kratzt am bisher glänzenden Bild des neuen Politstars. Schadet das Krisenmanagement dem Ruf des Verteidigungsministers? Diskutieren Sie mit!
Wieso Krise? Verstehe ich nicht. 2 LKW wurden geraubt und dann auf feindlichen Territorium vernichtet während sie geplündert wurden. Wo bitte ist da eine Krise oder Problem?
Fliegendes Nashorn 12.12.2009
2.
Zitat von sysopVerteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat mit der Behandlung der Kunduz-Affäre erhebliche Probleme. Das kratzt am bisher glänzenden Bild des neuen Politstars. Schadet das Krisenmanagement dem Ruf des Verteidigungsministers? Diskutieren Sie mit!
Nicht nur seinem Ruf - sondern auch dem der Bundeswehrführung. Die Vertreter der Bundeswehr haben schließlich in den Medien die Lügerei unterstützt.
medienquadrat, 12.12.2009
3.
Das Ansehen Deutschlands in Afghanistan, mit dem die ganze Zeit soviel Buhei gemacht wurde, ist im Eimer. Gut, jetzt ist der Spruch, "Deutschland wird am Hindukusch verteidigt" endlich mal in Deckung gebracht worden mit der Realität, aber die Deutschen sind die ganze Zeit ebenso belogen worden, wie die Afghanen. Die Regierungen unserer sogenannten Demokratie haben sich hinterhältig und verlogen an den wahren Krieg herangetastet, immer nach dem Motto, dass wir Michel mit dieser fraktionierten Realität irgendwann auch mit dem extremst Unvermeidlichen einverstanden sind. Ich sehe Deutsche Soldatinnen und Soldaten bereits Seite an Seite mit einer "Koalition der Willigen" in den Iran einmarschieren. Das dauert bestimmt nicht mehr lange.
medienquadrat, 12.12.2009
4.
Zitat von AndyHWieso Krise? Verstehe ich nicht. 2 LKW wurden geraubt und dann auf feindlichen Territorium vernichtet während sie geplündert wurden. Wo bitte ist da eine Krise oder Problem?
Das Problem ist, dass eine Eliteeinheit der Bundeswehr dort ebenfalls stationiert ist, deren Auftrag bestimmt nicht ist, afghanische Mädchen zu ermuntern, in die Schule zu gehen. Das Problem ist, dass sich ein Offizier der Bundeswehr offensichtlich über seine Befehle hinweggesetzt hat und Krieg spielen wollte. Wie kann ein einziger Bundeswehroffizier den Befehl geben, möglichst viele Taliban zu töten? Was hat die Eliteeinheit KSK in Afghanistan zu suchen? Warum vertuschen unsere Parlamentarier, die sogenannten "Volksvertreter" dieses Lügenkonstrukt? Warum belügt man uns? Das Problem ist, dass das, was wir Demokratie nennen, durch unsere eigenen Politiker in ein verlogenes Konstrukt von Vertuschung und Täuschung verwandelt wird. Meine Stimme bei der letzten Bundestagswahl ist aufgrund von Lügen erschlichen worden. Ich will meine Stimme zurück!
Brand-Redner 12.12.2009
5. Kaum
Zitat von sysopVerteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat mit der Behandlung der Kunduz-Affäre erhebliche Probleme. Das kratzt am bisher glänzenden Bild des neuen Politstars. Schadet das Krisenmanagement dem Ruf des Verteidigungsministers? Diskutieren Sie mit!
"Ist der Ruf erst ruiniert, lebst sich's danach ungeniert." Insofern hat Herr Baron wirklich nichts derartiges zu befürchten. Ob Letzteres auch für seine Dienstreisen nach Afghanistan gilt, vermag ich nicht zu beurteilen. Aber glaubt man den herrschenden Meinungsmachern, dann ist er auch dort relativ sicher, denn: Dem afghanischen Volk läuft nach wie vor das Herz über vor lauter Liebe zu den Deutschen, die Ihnen nichts als Gutes bringen. Zumindest wird derartiges unaufhörlich behauptet...
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