Kunduz-Untersuchungsausschuss Zehn Fragen an das Kriegskabinett

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Guttenberg, Merkel: Der Untersuchungsausschuss verlangt Antworten von ihnen
ddp

Guttenberg, Merkel: Der Untersuchungsausschuss verlangt Antworten von ihnen

5. Teil: Was gab es für Fehler im Zusammenhang mit dem Bombardement - und warum wurden sie erst so spät bekannt?


"Klar ist, dass vor Ort Fehler gemacht wurden, sowohl vor wie nach dem Luftschlag." Das sagte Guttenberg der "Bild"-Zeitung am 30. November. Zwar hatte der CSU-Politiker schon am 6. November, als er sich erstmals vor Journalisten zu dem Kunduz-Bombardement äußerte, von Fehlern bei dem Einsatz gesprochen. Allerdings meinte er damit nur die Zeit vor dem Bombenabwurf, er sprach von den formalen Fehlern des Oberst Klein, der entgegen mehrerer Isaf-Regeln einen Luftangriff anforderte.

Inzwischen weist allerdings einiges darauf hin, dass der Angriff erfolgte, um einige Taliban, die an der Entführung der Laster beteiligt waren, gezielt zu töten. Ob Klein dafür überhaupt "Prokura" hatte, ist höchst zweifelhaft.

Noch offensichtlicher erscheinen die Fehler nach dem Luftschlag: Oberst Klein handelte offenbar nach dem Vogel-Strauß-Prinzip. Nachdem er den Befehl für das fatale Bombardement gegeben hatte, leitete er keinerlei Untersuchung des Tatorts ein - obwohl dies aufgrund der erst Anfang Juli von der Isaf erlassenen Vorschrift "innerhalb von zwei Stunden" hätte passieren müssen. Kleins Zurückhaltung, so konstatieren die Feldjäger in ihrem Bericht, "verhinderte … eine frühzeitige und möglichst objektive Information der militärischen und politischen Entscheidungsträger in Deutschland, aller beteiligten Isaf-Nationen, der Medien und der Öffentlichkeit".

Ein vernichtendes Urteil für Klein. Doch der damalige Verteidigungsminister Jung interessierte sich dafür auch dann nicht, als er den Feldjägerreport nach einiger Verzögerung vorgelegt bekam. Nachfolger Guttenberg versprach zwar maximale Transparenz - aber inzwischen gibt es auch daran einige Zweifel.

Forum - Schadet das Kunduz-Krisenmanagement dem Ruf des Verteidigungsministers?
insgesamt 5369 Beiträge
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Seite 1
AndyH 12.12.2009
1.
Zitat von sysopVerteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat mit der Behandlung der Kunduz-Affäre erhebliche Probleme. Das kratzt am bisher glänzenden Bild des neuen Politstars. Schadet das Krisenmanagement dem Ruf des Verteidigungsministers? Diskutieren Sie mit!
Wieso Krise? Verstehe ich nicht. 2 LKW wurden geraubt und dann auf feindlichen Territorium vernichtet während sie geplündert wurden. Wo bitte ist da eine Krise oder Problem?
Fliegendes Nashorn 12.12.2009
2.
Zitat von sysopVerteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat mit der Behandlung der Kunduz-Affäre erhebliche Probleme. Das kratzt am bisher glänzenden Bild des neuen Politstars. Schadet das Krisenmanagement dem Ruf des Verteidigungsministers? Diskutieren Sie mit!
Nicht nur seinem Ruf - sondern auch dem der Bundeswehrführung. Die Vertreter der Bundeswehr haben schließlich in den Medien die Lügerei unterstützt.
medienquadrat, 12.12.2009
3.
Das Ansehen Deutschlands in Afghanistan, mit dem die ganze Zeit soviel Buhei gemacht wurde, ist im Eimer. Gut, jetzt ist der Spruch, "Deutschland wird am Hindukusch verteidigt" endlich mal in Deckung gebracht worden mit der Realität, aber die Deutschen sind die ganze Zeit ebenso belogen worden, wie die Afghanen. Die Regierungen unserer sogenannten Demokratie haben sich hinterhältig und verlogen an den wahren Krieg herangetastet, immer nach dem Motto, dass wir Michel mit dieser fraktionierten Realität irgendwann auch mit dem extremst Unvermeidlichen einverstanden sind. Ich sehe Deutsche Soldatinnen und Soldaten bereits Seite an Seite mit einer "Koalition der Willigen" in den Iran einmarschieren. Das dauert bestimmt nicht mehr lange.
medienquadrat, 12.12.2009
4.
Zitat von AndyHWieso Krise? Verstehe ich nicht. 2 LKW wurden geraubt und dann auf feindlichen Territorium vernichtet während sie geplündert wurden. Wo bitte ist da eine Krise oder Problem?
Das Problem ist, dass eine Eliteeinheit der Bundeswehr dort ebenfalls stationiert ist, deren Auftrag bestimmt nicht ist, afghanische Mädchen zu ermuntern, in die Schule zu gehen. Das Problem ist, dass sich ein Offizier der Bundeswehr offensichtlich über seine Befehle hinweggesetzt hat und Krieg spielen wollte. Wie kann ein einziger Bundeswehroffizier den Befehl geben, möglichst viele Taliban zu töten? Was hat die Eliteeinheit KSK in Afghanistan zu suchen? Warum vertuschen unsere Parlamentarier, die sogenannten "Volksvertreter" dieses Lügenkonstrukt? Warum belügt man uns? Das Problem ist, dass das, was wir Demokratie nennen, durch unsere eigenen Politiker in ein verlogenes Konstrukt von Vertuschung und Täuschung verwandelt wird. Meine Stimme bei der letzten Bundestagswahl ist aufgrund von Lügen erschlichen worden. Ich will meine Stimme zurück!
Brand-Redner 12.12.2009
5. Kaum
Zitat von sysopVerteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat mit der Behandlung der Kunduz-Affäre erhebliche Probleme. Das kratzt am bisher glänzenden Bild des neuen Politstars. Schadet das Krisenmanagement dem Ruf des Verteidigungsministers? Diskutieren Sie mit!
"Ist der Ruf erst ruiniert, lebst sich's danach ungeniert." Insofern hat Herr Baron wirklich nichts derartiges zu befürchten. Ob Letzteres auch für seine Dienstreisen nach Afghanistan gilt, vermag ich nicht zu beurteilen. Aber glaubt man den herrschenden Meinungsmachern, dann ist er auch dort relativ sicher, denn: Dem afghanischen Volk läuft nach wie vor das Herz über vor lauter Liebe zu den Deutschen, die Ihnen nichts als Gutes bringen. Zumindest wird derartiges unaufhörlich behauptet...
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