Kunduz-Untersuchungsausschuss Zehn Fragen an das Kriegskabinett

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Guttenberg, Merkel: Der Untersuchungsausschuss verlangt Antworten von ihnen
ddp

Guttenberg, Merkel: Der Untersuchungsausschuss verlangt Antworten von ihnen

6. Teil: Warum mussten Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan und Staatssekretär Peter Wichert wirklich gehen?


Dazu gibt es zwei Versionen.

Version 1 geht in etwa so: Generalinspekteur Schneiderhan und Staatssekretär Wichert mussten ihre Ämter zur Verfügung stellen, weil sie sowohl dem damaligen Verteidigungsminister Jung als auch seinem Nachfolger Guttenberg wichtige Informationen zu dem Tanklaster-Angriff vorenthielten. Dieser Version zufolge leiteten die beiden Spitzenleute verschiedene Berichte - darunter den der Feldjäger - nicht oder nur mit großer Verspätung an die Ministeriumsspitze weiter.

Gerade das verheerende Urteil der Militärpolizei über Oberst Klein kam für die Bundeswehrführung zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt, denn Isaf-Chef Stanley McChrystal hatte unmittelbar nach dem Einsatz schon das von Klein angeforderte Bombardement kritisiert.

Version 1 zufolge handelte der neue Dienstherr Guttenberg umgehend, als er durch die Recherchen der "Bild"-Zeitung auf die mutmaßlichen Versäumnisse von Schneiderhan und Wichert hingewiesen wurde. Er habe die beiden auf fehlende Berichte angesprochen, doch selbst bei mehrmaliger Nachfrage hätten sie deren Existenz geleugnet. Deshalb sei das Vertrauensverhältnis zerrüttet. Die zwei Top-Leute mussten gehen.

Ganz anders stellt sich der Abgang von Schneiderhan und Wichert nach Version 2 dar. Dieser Darstellung zufolge haben Generalinspekteur und Staatssekretär ihren Minister auf dessen Nachfrage sehr wohl von einigen Berichten in Kenntnis gesetzt - so ist es aus beider Umfeld in den vergangenen Tagen kommuniziert worden. Der dennoch erfolgte Rauswurf der beiden erschiene demnach als Versuch Guttenbergs, zwei prominente Sündenböcke für die Kunduz-Affäre zu finden.

Forum - Schadet das Kunduz-Krisenmanagement dem Ruf des Verteidigungsministers?
insgesamt 5369 Beiträge
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Seite 1
AndyH 12.12.2009
1.
Zitat von sysopVerteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat mit der Behandlung der Kunduz-Affäre erhebliche Probleme. Das kratzt am bisher glänzenden Bild des neuen Politstars. Schadet das Krisenmanagement dem Ruf des Verteidigungsministers? Diskutieren Sie mit!
Wieso Krise? Verstehe ich nicht. 2 LKW wurden geraubt und dann auf feindlichen Territorium vernichtet während sie geplündert wurden. Wo bitte ist da eine Krise oder Problem?
Fliegendes Nashorn 12.12.2009
2.
Zitat von sysopVerteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat mit der Behandlung der Kunduz-Affäre erhebliche Probleme. Das kratzt am bisher glänzenden Bild des neuen Politstars. Schadet das Krisenmanagement dem Ruf des Verteidigungsministers? Diskutieren Sie mit!
Nicht nur seinem Ruf - sondern auch dem der Bundeswehrführung. Die Vertreter der Bundeswehr haben schließlich in den Medien die Lügerei unterstützt.
medienquadrat, 12.12.2009
3.
Das Ansehen Deutschlands in Afghanistan, mit dem die ganze Zeit soviel Buhei gemacht wurde, ist im Eimer. Gut, jetzt ist der Spruch, "Deutschland wird am Hindukusch verteidigt" endlich mal in Deckung gebracht worden mit der Realität, aber die Deutschen sind die ganze Zeit ebenso belogen worden, wie die Afghanen. Die Regierungen unserer sogenannten Demokratie haben sich hinterhältig und verlogen an den wahren Krieg herangetastet, immer nach dem Motto, dass wir Michel mit dieser fraktionierten Realität irgendwann auch mit dem extremst Unvermeidlichen einverstanden sind. Ich sehe Deutsche Soldatinnen und Soldaten bereits Seite an Seite mit einer "Koalition der Willigen" in den Iran einmarschieren. Das dauert bestimmt nicht mehr lange.
medienquadrat, 12.12.2009
4.
Zitat von AndyHWieso Krise? Verstehe ich nicht. 2 LKW wurden geraubt und dann auf feindlichen Territorium vernichtet während sie geplündert wurden. Wo bitte ist da eine Krise oder Problem?
Das Problem ist, dass eine Eliteeinheit der Bundeswehr dort ebenfalls stationiert ist, deren Auftrag bestimmt nicht ist, afghanische Mädchen zu ermuntern, in die Schule zu gehen. Das Problem ist, dass sich ein Offizier der Bundeswehr offensichtlich über seine Befehle hinweggesetzt hat und Krieg spielen wollte. Wie kann ein einziger Bundeswehroffizier den Befehl geben, möglichst viele Taliban zu töten? Was hat die Eliteeinheit KSK in Afghanistan zu suchen? Warum vertuschen unsere Parlamentarier, die sogenannten "Volksvertreter" dieses Lügenkonstrukt? Warum belügt man uns? Das Problem ist, dass das, was wir Demokratie nennen, durch unsere eigenen Politiker in ein verlogenes Konstrukt von Vertuschung und Täuschung verwandelt wird. Meine Stimme bei der letzten Bundestagswahl ist aufgrund von Lügen erschlichen worden. Ich will meine Stimme zurück!
Brand-Redner 12.12.2009
5. Kaum
Zitat von sysopVerteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat mit der Behandlung der Kunduz-Affäre erhebliche Probleme. Das kratzt am bisher glänzenden Bild des neuen Politstars. Schadet das Krisenmanagement dem Ruf des Verteidigungsministers? Diskutieren Sie mit!
"Ist der Ruf erst ruiniert, lebst sich's danach ungeniert." Insofern hat Herr Baron wirklich nichts derartiges zu befürchten. Ob Letzteres auch für seine Dienstreisen nach Afghanistan gilt, vermag ich nicht zu beurteilen. Aber glaubt man den herrschenden Meinungsmachern, dann ist er auch dort relativ sicher, denn: Dem afghanischen Volk läuft nach wie vor das Herz über vor lauter Liebe zu den Deutschen, die Ihnen nichts als Gutes bringen. Zumindest wird derartiges unaufhörlich behauptet...
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