Kurdisches Kulturfest: Randale in Mannheim - 80 Polizisten verletzt

40.000 Kurden aus ganz Europa kamen nach Mannheim, um ein Kulturfest zu feiern. Dann gab es Randale, die Veranstaltung endete im Chaos. 80 Polizisten wurden verletzt, einer von ihnen schwer.

Kurdisches Kulturfest (am Samstag): 13 Einsatzfahrzeuge der Polizei wurden demoliert Zur Großansicht
dapd

Kurdisches Kulturfest (am Samstag): 13 Einsatzfahrzeuge der Polizei wurden demoliert

Mannheim - Bei schweren Ausschreitungen am Rande eines kurdischen Kulturfestes in Mannheim sind am Samstag 80 Polizisten verletzt worden, davon einer schwer. Die meisten wurden durch Wurfgeschosse wie Ziegelsteine oder Flaschen verletzt, wie die Polizei mitteilte. Auch Feuerwerkskörper wurden gezündet. 13 Einsatzfahrzeuge der Polizei wurden demoliert.

Die Beamten setzten Pfefferspray ein. Es gab 31 Festnahmen. Neben Fahnen und T-Shirts mit Symbolen verbotener Organisationen wurden auch vier Messer und ein Schlagring sichergestellt.

Zu dem Kulturfestival waren nach Polizeischätzung rund 40.000 Kurden aus ganz Europa nach Mannheim gekommen. Über Stunden hätten sich rund 2500 gewalttätige oder gewaltbereite Kurden und 600 Polizisten auf dem Maimarktgelände gegenübergestanden. Das Universitätsklinikum Mannheim löste nach eigenen Angaben am Abend den Alarmplan aus: 40 Ärzte und 60 Pfleger hielten sich in der Notaufnahme bereit, fünf OP-Säle waren einsatzbereit.

Auslöser der Randale war laut Polizei wohl ein 14-Jähriger, der mit der Fahne einer verbotenen Organisation auf das Festivalgelände wollte. Ordnungskräfte des Veranstalters hätten versucht, ihn daran zu hindern. Als das misslungen sei, hätten sie die Polizei zu Hilfe gerufen. Daraufhin seien die Beamten plötzlich von mehreren Besuchern angegriffen worden.

Polizeigewerkschaft fordert Verbot für ähnliche Veranstaltungen

Die gewalttätigen Kurden seien von vielen tausend weiteren Veranstaltungsbesuchern lautstark unterstützt worden. Man habe "keine Chance" gehabt, die Situation zu beruhigen, sagte der Polizeisprecher. Erst nach Ende der Veranstaltung am Abend beruhigte sich die Lage.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) verurteilte die Ausschreitungen. Die Politik müsse sich dafür einsetzen, dass künftig solche Veranstaltungen nicht mehr stattfinden dürfen, hieß es in einer Erklärung der GdP.

Bereits vor dem Fest hatte es Auseinandersetzungen gegeben. Am Freitag musste die Polizei nach eigenen Angaben einen mehrtägigen Jugendmarsch von Straßburg Richtung Mannheim beenden, da er drohte, aus dem Ruder zu laufen. Während des Zuges war es laut Polizei immer wieder zu Straftaten wie Körperverletzungen und Beleidigungen gekommen.

Schon am Mittwoch waren bei einer Auseinandersetzung zwischen Kurden und Türken am Rande der Strecke nahe Bruchsal sieben Menschen verletzt worden, darunter fünf Polizisten.

wal/dpa

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